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Eine Flusskreuzfahrt auf der Wolga von Sankt Petersburg nach Moskau

Schiff auf der Wolga

Wer einmal über die Wolga fahren will, sollte diese Reise machen! Mit Kiwi Tours sind wir
auf die MS Simonov, ein Schiff, das 1984 gebaut und zuletzt 2000 renoviert worden ist. Das Schiff war in Ordnung, es gab ein schönes Sonnendeck und wir konnten unter zwei Restaurants wählen. Abends warteten zwei Bars auf uns und es gab natürlich auch Sauna und Friseur, wenn man wollte. Unsere Kabine war eine Außenkabine, ziemlich klein, aber wir haben uns sowieso nicht dort aufgehalten. Aber wir hatten ein Fenster, eine Dusche und einen Kühlschrank. Bei Vollpension benötigten wir den allerdings nur für Getränke. Das großzügige Frühstück wurde klassischerweise als Buffet serviert, Mittag- und Abendessen am Tisch und das Essen war lecker und reichlich.

Skyline Sankt Petersburg

In St. Petersburg, das wir per Flugzeug erreichten, stiegen wir auf das Schiff. Am Flughafen wurden wir von einer sehr netten Reiseleiterin abgeholt, die uns zum Schiff brachte und den Papierkram für uns übernahm. Wir bekamen unsere Kabine zugeteilt und konnten dort unsere Koffer in Empfang nehmen.
St. Petersburg ist eine sehr schöne Stadt. Obwohl sehr jung, macht sie doch einen alten, gut erhaltenen Eindruck. Den Beinamen „Venedig des Nordens“ trägt sie zu Recht. Die Newa, einer der größten Flüsse der Erde, fließt durch die Stadt, die Ufer sind gesäumt von Palästen. Wir verließen das Schiff noch einmal für eine Stadtrundfahrt, bei der wir wirklich viel von der schönen Stadt zu sehen bekamen. Wir mochten sehr die extrem türkise Farbe des Smolny-Klosters, das nie als Kloster genutzt wurde. Danach kehrten wir wieder zum Schiff zurück, das St. Petersburg aber nicht verließ. Noch gab es hier zu viel zu entdecken, so dass wir am nächsten Tag noch einmal loszogen, nämlich in die Ermitage. Das Museum ist definitiv ein Muss, leider allerdings so groß, dass es den Besucher ein wenig erschlägt. Es ist wie im Louvre, wo man sich nur auf einen kleinen Teil des Museums konzentrieren kann. So sahen wir uns vor allem Leonardo da Vincis Madonna mit einer Blume und die Madonna Litta an und die wunderschöne Raffael-Loggia, bis uns der Bus wieder zum Schiff zurück brachte. Es hätte noch so viel mehr zu sehen gegeben, aber schon nach kurzer Zeit ist man einfach zu voll von Eindrücken.
Dann begann endlich unsere Schifffahrt, offiziell mit einem Cocktail mit dem Kapitän. Wir stellten uns an die Reling und bewunderten die vorbeiziehende und langsam verschwindende Stadt. Die Fahrt führte uns die Newa entlang Richtung Süden und dann in einer Kurve Richtung Osten zum Ladogasee. Diesen riesigen See überquerten wir nur, dann ging es weiter den Fluss Swir entlang nach Mandrogi. Dieser Fluss ist um einiges kleiner, bzw. schmaler als die Newa. Bei Mandrogi legten wir an und konnten das Schiff wieder einmal verlassen. Auf den ersten Blick fällt auf, dass hier eine ganz eigene Bauweise herrscht, die Häuser sind meist aus Holz, was stört, ist , dass alles ein wenig zu sehr auf den Tourismus ausgelegt ist. Es ist eine Art Freizeitpark für Russen, aber natürlich auch für alle anderen Touristen, wo Handwerker in alter Manier Souvenirs herstellen und man Geld in teuren Restaurants lassen kann. Ganz im Gegensatz dazu empfanden wir die Insel Kishi, die eine Art Freilichtmuseum ist mit wirklich sehenswerten Beispielen der hiesigen Holzarchitektur, unter anderem Kirchen, Bauernhäuser, Scheunen und Windmühlen. Kishi steht nicht zu Unrecht unter dem Denkmalschutz der UNESCO.

Kischi

Nun ging es weg von den natürlichen Flüssen, hinein ins Kanalsystem. In Goritsy gingen wir an Land und fuhren mit dem Bus zu einem der wichtigsten Klöster Russlands, dem Kirillow-Beloserski-Kloster. Hier gibt es eine der bedeutendsten Ikonensammlungen der Welt. Aber auch der Bau ist einen Besuch wert, 12 Kirchen und 13 Türme zählt der Komplex, gebaut wurde ab 1397. Die Ikonen sind selbst für eigentlich nicht so Interessierte Besucher sehr schön anzuschauen. Nach dem Ausflug wurden wir wieder zurück zum Schiff gebracht, das an diesem Tag noch die Strecke bis zum Rybinsker Stausee zurücklegte.
Südlich ging es die Wolga hinunter, das Ufer glitt an uns vorbei und das war wirklich das Schöne an der Flusskreuzfahrt verglichen mit einer Hochseekreuzfahrt: Man konnte immer etwas sehen. In Uglitsch besuchten wir die Dmitrij-Blut-Kirche. Ganz hübsch, aber auch etwas langweilig. Ihren Platz hat sie bekommen, weil hier der Sohn Iwans des Schrecklichen ermordet worden war.

Basilius Kathedrale in Moskau

Am achten Tag fuhren wir in Moskau ein. Ein ganz besonderer Tag. Die Stadt zeigt sich in ihrem schönsten Licht. Es wurde in den letzten Jahren viel renoviert, und so gibt es unglaublich viele schöne Ecken zu sehen. Man spürt hier ganz deutlich die zerrissene Vergangenheit, die die Stadt geprägt hat: die Zarenherrschaft, die zeit der orthodoxen Kirche, der Sozialismus und der Nachsozialismus nach dem Zusammenbruch des russischen Großreichs. Es ist wirklo8ich eine atemberaubende Stadt. Den Abend verbrachten wir an Bord, wo wir erst aßen und dann an Deck saßen und den Blick auf das beleuchtete Moskau genossen. Auch den nächsten Tag verbrachten wir noch in der Riesenstadt. Unser heutiges Ziel war der Kreml. Wir machten eine Führung, allerdings hätten wir das nicht unbedingt sehen müssen, aber wir wollten halt mal vorbeischauen, wenn wir schon hier sind. Noch ein Abend in Moskau, dann mussten wir das Schiff verlassen. Es hieß Abschied nehmen. Vorher machten wir noch einige Besorgungen für zu Hause, damit wir auch nicht mit leeren Händen zurückkehren würden. Das kann man hier gut, Moskau bietet viele gute Einkaufsmöglichkeiten, wie das Kaufhaus GUM am Roten Platz, das schon allein durch seine schöne Architektur erfreut.

Kaufhaus Gum

Allerdings ist einkaufen in Moskau unglaublich teuer. Also Vorsicht! Es war eine wirklich großartige Reise, auf der wir viel Spaß hatten und viel über Russland gelernt haben. Überall ist die Geschichte gegenwärtig, alte und neue. Eine Reise, die man sowohl preislich (ca. 1000 Euro) als auch vom Zeitaufwand (10 Tage) gut mal ins Jahr hineinschieben kann.

Volker B.

Eine Flusskreuzfahrt auf der Wolga von Sankt Petersburg nach Moskau
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Über den Autor

Eine Reaktion bis “ Eine Flusskreuzfahrt auf der Wolga von Sankt Petersburg nach Moskau ”

  1. Hallo,
    ich mache im Juni die gleiche Reise und möchte in St. Petersburg das Mariinskytheater besuchen. Leider finde ich nirgends einen Hinweis, wo eigentlich der Hafen für die Fluss-Kreuzfahrtschiffe ist bzw. wie weit das Theater von dort entfernt ist.

    Wäre nett, wenn Sie mir darüber Auskunft geben könnten. Danke!

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