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Meine Reise mit dem Frachtschiff nach Australien – zweiter Teil

BBG an Bord

BBG an Bord der Frachtschiffreise

Mitten im Indischen Ozean geht meine Reise mit dem Frachtschiff nach Australien weiter. 14 Tage auf See liegen hinter mir und und in zwei Tagen werden wir endlich Pointe des Galets erreichen, einer Hafenstadt auf La Reunion. So langsam stellt sich ein kleiner Seekoller ein. Ich genieße zwar alles auf meiner Reise mit dem Frachtschiff, freue mich aber auch, wieder von Bord zu gehen und zu schauen, an welchem Fleckchen Erde ich dieses mal gelandet bin.
Sowieso ist der Zustand, in dem man versetzt wird, wenn „Land in Sicht“ ist, ein ganz großartiger. So müssen sich früher die Seefahrer gefühlt haben, wenn Sie nach wochenlanger Segelei endlich grüne und graue Küsten am Horizont erblickten. Letztendlich hing ja das Überleben davon ab. Hier auf dem Frachtschiff haben wir zum Glück genug Lebensmittel gebunkert, für die Reise von Europa nach Australien (auch für unser BBQ), wenn auch die frischen Dinge wie Obst und Gemüse natürlich wieder aufgefüllt werden müssen.

Reise mit dem Frachtschiff Australien

Reise mit dem Frachtschiff nach Australien

In Pointe des Galets war es ganz praktisch an Land zu gehen, da der Hafen nicht weit vom Stadtzentrum entfernt war. Wahnsinnig viel zu bieten hatte Pointe des Galets nicht, aber man findet hier und da ein ganz paar interessante Ecken. Abgesehen vom McDonalds, der plötzlich inmitten des Zentrums auftaucht und irgendwie fehl am Platz wirkt. Aber das ist ja auch das Schöne an solchen Reisen mit dem Frachtschiff: man kommt an die entlegensten Orte. Die Natur von Reunion, wenn man die Chance hat, etwas rauszukommen, bzw. ins Inselinnere, ist aber wunderschön! Auch der Westteil der Insel hat ein paar bildschöne Tempel zu bieten, gleich bei Saint Denis, wohin wir uns ein Taxi teilten.

Weiter ging die Reise mit dem Frachtschiff nach Australien nun mit dem Zwischenstopp in Mauritius am nächsten Tag. Hier hatte ich mich auch vorher beim Nautiker erkundigt, der mir versicherte, dass unser Anliegeplatz praktisch direkt in Port Luis liegt. Also wieder sehr praktisch für uns Ausflügler. Außerdem sollten wir den ganzen Tag Zeit haben. Wegen der Ladung war die Weiterfahrt erst gegen 22 Uhr geplant, einer Zeit, in der es in diesen Breitengraden eh schon dunkelt. Da war sogar noch ein frühes Abendessen in einem einheimischen Lokal möglich. Ich war sehr froh über den Stopp auf Mauritius! Ein süßes Städtchen, wir waren gleich mittendrin! Und es gab wieder wunderschöne bunte Tempelanlagen zu besichtigen!
Am Ende des Tages wartete unser Frachtschiff auf uns, um uns für die nächsten 16 Tage zu verschlucken. Auch wenn diese lange Seeetappe nun länger war als die 11 Tage zwischen dem Suezkanal und La Réunion, war ich guter Dinge und freute mich auf die schon so bekannte ruhige Reise mit dem Frachtschiff. Letztendlich waren wir Passagiere und die Crew ein gut verwobenes Ganzes geworden, indem jeder friedlich koexistieren konnte.

In ungefähr 10 Tagen würden wir dann endlich den Kontinent erreichen, zu dem wir aufgebrochen waren: Australien. In den gut zwei Wochen auf See, die nun noch auf unserer letzten Reise-Etappe mit dem Frachtschiff nach Australien vor uns lagen, flossen die Tage alle sehr gleichförmig dahin. Seltsamerweise fand ich das weder bedrückend noch langweilig. Im Gegenteil, ich fing langsam an zu trauern, dass meine letzten Reisetage an Bord des Frachtschiffes bald anbrechen würden.

Landgang in Melbourne

Der Botanische Garten von Melbourne

Der erste Stopp des Frachtschiffes in Australien war Fremantle (bei Perth) in Westaustralien. Die Zivilisation hatte mich wieder!
Alles war irgendwie vertraut und auch wieder nicht. Vielleicht aber auch, weil sich Judy und Elisabeth so wohl fühlten und mich in den Gibson Park lotsten und in einige nette Geschäfte und Cafés. Elisabeth hatte früher mal mit ihrer Familie hier in Westaustralien gewohnt und kannte sich aus.

Sydney Reise mit dem Frachtschiff

Die Oper von Sydney

Die inner-australischen Strecken sind nicht zu unterschätzen, ein 4,5 Stundenflug oder aber eine 4-5 tägige Schiffsreise mit dem Frachter trennten uns noch von Melbourne, wo Elisabeth das Schiff verlassen würde. Plötzlich waren Zeitspannen wie 4-5 Tage ein kurzer Augenblick. Vor meiner Rreise mit dem Frachtschiff nach Australien hätte ich mir in 4-5 Tage Urlaub mindestens 3 verschiedene Orte gepackt. Jetzt war ich überfordert damit, dass ich in ein paar Tagen an nur einem neuen Ort ankommen würde.
Judy würde mit mir noch von Melbourne weiterreisen, die allerletzen Tage bis Sydney würden wir dann die einzigen Passagiere auf dem Frachtschiff sein.

Das Frachtschiff sollte in Melbourne zum Glück 1 bis 2 Tage liegen. Genug Zeit für uns, uns wieder an das Landleben zu gewöhnen, Elisabeth gebührend zu verabschieden und ganz einfach das Stadtleben zu genießen. Auch mal wieder längere Strecken zu Fuß zu laufen hatte ich auf dem Frachtschiff vermisst.

Tischtennisturnier

Hier fand unser Tischtennisturnier regelmäßig statt

Als das Schiff dann ablegte, ging alles nur noch darum, sich auf die Ausschiffung vorzubereiten. Packen, verabschieden, alle möglichen Dinge „ein letztes Mal“ tun: An Deck liegen, den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel betrachten, das Tischtennisturnier beenden (natürlich haben die Filipinos gewonnen!) und mit Judy den Vormittag verquatschen. Meine Reise mit dem Frachtschiff würde nun hier in Sydney vorerst zu Ende sein.

Sonnenuntergang in der Nähe von Australien

Sonnenuntergang in der Nähe von Australien

Was der Monat an Bord eines Frachtschiffes und die wochenlange Umrundung unserer Erde für einen Eindruck hinterlassen haben, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Alles ist geordnet in meinem Kopf und ruhig. Aber auch voller Energie und selig. Unvergesslich und nachahmenswert ist so eine Reise mit dem Frachtschiff in jedem Fall! Für mich hießen die nächsten 3 Monate nun Australien und work & travel. Bis ich dann zum Jahresende hin, ein Frachtschiff in Richtung Europa zurück besteigen würde, über Singapur und Colombo, über den Suezkanal zurück nach Italien, London und Antwerpen. Bei der Rückreise wollte ich etwas näher an Norddeutschland ankommen und entschied mich dafür, die längere Strecke auf dem Frachtschiff zu bleiben und nicht schon in Valencia auszuschiffen. So konnte ich noch einmal quasi um Europa westlich herumfahren, um dann eben über London nach Antwerpen zu gelangen, wo mich mein Empfangskomittee nach einer fast 8-monatigen Australien-Reise mit dem Frachtschiff begrüßen und nach Hause bringen würde.

Weiterführende Informationen zu Reisen mit dem Frachtschiff erhalten Sie unter www.Langsamreisen.de.

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