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Rundreise durch das Sultanat Oman / Teil 2 / Musandam – Faszinierende Fjorde und Berge

Fjord in Musandam

Der zweite Teil meines Berichtes über unsere Reise durch den Oman schildert den Reiseteil „Musandam – Der Norden des Oman – Faszinierende Fjorde und Berge“.

Aus Salalah im Süden kommend, legten wir einen kurzen Zwischenstopp in der Hauptstadt Muscat ein, bevor wir dann mit einem Inlandsflug der Oman Air nach Khasab in den Norden des Oman, den Landesteil Musandam weiterflogen.
Schon auf dem Weg zum Hotel in Khasab nahm uns die Landschaft mit den schroff abfallenden Felsen, die in der Nachmittagssonne zu glühen schienen, gefangen.
Wir checkten dann im Hotel Golden Tulip Khasab ein. Es ist das einzige 4 Sterne Hotel am Ort und bietet für ein Stationshotel einen sehr guten Standard. Taucher werden wohl einige Tage länger bleiben. Das Hotel verfügt über eine Tauchbasis und das Revier ist für Taucher interessant und noch nicht so stark frequentiert.

Arabische Dhow im Fjord Musandam

Am kommenden Tag brachen wir zu einem echten Highlight auf: Die Fahrt auf einer kleinen arabischen Dhow durch die faszinierenden Fjorde Musandams! Es kam eine überschaubare kleine Gruppe auf dem arabischen Boot zusammen, einige deutsche und auch australische Gäste. Unser Reiseführer an Bord verfügte auch über ganz gute Deutschkenntnisse, so dass auch die Gäste, die nicht so gut Englisch verstehen können, einiges über die Fjordlandschaft erfuhren, sowie viele interessante Geschichten aus der Region hörten. Tipp: Wenn es zeitlich machbar ist, immer eine ganztägige Dhow Kreuzfahrt machen!

Die Fahrt vorbei an den schroffen Felswänden, auf deren Vorsprüngen manchesmal Hunderte von Kormoranen zu verweilen scheinen, ist beeindruckend. Stimulierend und beruhigend zugleich. Und immer wieder tolle Fotomotive.

Wie aus dem Nichts kommt urplötzlich Bewegung in unser Schiffchen und die ruhige See: Delphine! Die Kapitäne der Dhows haben Delphine in der Nähe gesichtet und locken diese mit schnarrenden, pfeifenden Lauten und Händeklatschen näher zwischen unsere Boote. Dann geht es los: Die Delphine scheinen ein Wettrennen mit den kleinen Schiffen machen zu wollen. Kleine und größere Delphine tauchen immer wieder kurz an der Oberfläche auf, machen ihren eleganten Sprung und tauchen dann wieder bis kurz unter die Wasseroberfläche ab. Alle an Bord sind begeistert und damit beschäftigt, das Schauspiel mit Fotokameras und Camcorden im Bild festzuhalten. Nach einigen vergeblichen Versuchen mit der Digicam wechsele ich schnell das Gerät und filme nun mit dem Camcorder. Digicams sind einfach nicht schnell genug, um einen guten „Foto-Schuss“ zu bekommen: Tipp: Filmen und dann lieber ein Standbild aus dem Video heraus machen!

Ein weiteres interessantes Ereignis sind die Schnellboote, die zuweilen – immer zu mehreren – an uns vorbeiziehen: Schmuggler aus dem Iran! Hier, an der Straße von Hormus, wo die iranische Küste keine 60 km entfernt ist, wird mit offizieller Duldung geschmuggelt, was die Boote fassen: Vor allem Ziegen werden aus dem Iran „importiert“ und dann geht es mit allem, was im Iran so Mangelware ist – Zigaretten, Elektronik und Kleidung – voll beladen wieder zurück auf den für die Männer hoch gefährlichen Weg an die Küste Irans. Die Geschichten unseres Reiseleiters Mohammed dazu haben uns zusätzlich gefesselt.

Telegraph Island

Gegen Mittag Pause. Vor einem Felsen namens „Telegraph Island“. Vor mehr als 100 Jahren hatten die Engländer hier eine Telegrafen-Station und einige Männer bewachten diese für die Kommunikation mit den indischen Kolonien wichtige Station. Doch ausgehalten hat es hier keiner lange. So wurde die Station schon bald wieder aufgegeben und dient heute als Ankerplatz für die Dhows mit den Gästen. Die Pause wird reichlich zum Schnorcheln genutzt und der sich anschließende Hunger mit einem leckeren Buffet an Bord gestillt.

Am Nachmittag sehen wir kleine abgelegene Dörfchen, teilweise nur über das Wasser zu erreichen, immer eingerahmt von dem packenden Profil des Hajar Gebirges. Ein weiterer Stopp zum Schnorcheln rundet das Programm ab, bevor wir am Nachmittag in den Hafen von Khasab zurückkehren. Die beeindruckende Kreuzfahrt auf einer arabischen Dhow ist auf alle Fälle empfehlenswert.

Rainer und unser omanischer Guide Hani

Am darauffolgenden Tag steht eine Fahrt mit dem allradgetriebenen Landcruiser in das Jebel Harim Gebirge an. Erneut nimmt uns die imposante Kulisse gefangen und die Ausblicke in Schluchten und auf Plateaus sind einfach fantastisch. Zwischendrin immer wieder vereinzelte menschliche Siedlungen. Völlig abgelegen, erscheint es uns schwer vorstellbar, dass Menschen hier eine Heimat haben und dennoch ist es so, dass vor allem sesshaft gewordene Beduinen hier ihr zu Hause haben. Der Alltag ist hart für diese Menschen, die viel in die Erde investieren müssen, um hier ihr Auskommen zu finden.

Versteinerungen

Kurz nach der Überquerung einer Passhöhe eine Überraschung. Unser Führer Hani zeigt uns eine Felswand, die bei Bauarbeiten zu der einigermaßen befestigten Straße freigelegt wurde.

Hier in fast 2.000 Meter Höhe legen versteinerte Korallen und Seesterne in der Felswand und dem Abbruch Zeugnis darüber ab, dass dieses Gebirge vor langer Zeit aus dem Meer heraus aufgefaltet wurde.

Am Nachmittag kehren wir nach Khasab zurück und die nächste Etappe steht an. Wir fahren an die Küste des Golfs von Oman, zum „Six Senses Hideaway Zighy Bay“, ein Anfang 2008 eröffnetes Luxus Resort mit privaten Villen. Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet.

Der Transfer von Khasab aus war trotz eines guten Geländewagens recht anstrengend und mit rund 3 Stunden Transferzeit auch recht lang. Die Anfahrt zum Resort an sich über die vorgelagerte Bergkette ist bei Tag ganz sicher ein faszinierendes Erlebnis.

Zighy Bay

Zighy Bay

Leider war es bereits dunkel, als wir dort ankamen und die Fahrt am Berg entlang hoch und wieder herunter bei Dunkelheit gibt schon den einen oder anderen Adrenalin-Schub.

Der Empfang im Resort war sehr herzlich und uns wurde sofort der für uns zuständige Butler vorgestellt, der sich dann um uns kümmerte. Er organisierte die Formalitäten und machte sich mit uns auf den Weg zu unserer Villa. Ich war davon ausgegangen, dass ich bei einem Resort dieser Kategorie gehobene Kleidung sowie Halbschuhe tragen müsste. Dies erwies sich dann auf dem Weg zur Villa bereits als Irrtum, da es auch durch sandige Flächen geht und insgesamt dort eine lockere Kleiderordnung völlig in Ordnung ist. Die Gäste sollen sich ungezwungen erholen können.

Durch die Abendankunft und die gedämpfte Beleuchtung war unser erster Eindruck vom Resort leider nicht sehr umfassend, was sich dann allerdings am kommenden Tag bei Tageslicht änderte.

Die Villa selbst war sehr großzügig angelegt und nach meinem Empfinden sehr geschmackvoll und luxuriös eingerichtet, ohne dass der Luxus übertrieben zur Schau gestellt wird. Ausstattung und Stil orientieren sich  an natürlichen Materialien aus der Umgebung und machen den Aufenthalt sehr authentisch.

Pool Villa im Six Senses Hideaway Zighy Bay"

Pool Villa im Six Senses Hideaway Zighy Bay“

Als sehr schön und erholsam haben wir die Privatsphäre der Villa mit eigenem Pool empfunden, was wir dann auch an den folgenden beiden Tagen sehr genossen haben. Wem das zu langweilig ist, der kann sich dort aber auch sportlichen Aktivitäten widmen, Ausflüge machen oder sich im hervorragenden Spa-Bereich verwöhnen lassen.
Die Lage des Resorts an der Zighy Bay ist einfach traumhaft und auch die Anlage selbst fügt sich bestens in die Bucht ein. Ein Ort, an dem man wirklich die Seele baumeln lassen kann.

Es war ein insgesamt sehr gelungener – wenn auch viel zu kurzer Aufenthalt – in diesem wunderschönen Resort. Tipp 1 dazu: Zur Zeit gibt es sehr attraktive Sonderkonditionen für einen Aufenthalt im „Six Senses Hideaway Zighy Bay“. Tipp 2: Für die Anreise zum Resort eignet sich besser der Airport von Dubai. Die Anreise ist etwa 1 Stunde kürzer, mit weniger Formalitäten verbunden und somit angenehmer.

Jebel Harim Gebirge in Musandam

Jebel Harim Gebirge in Musandam

Ein weiterer Tipp dann noch für an dieser Region interessierte: Die Region Musandam kann wunderbar entweder mit einer Rundreise durch den Oman, aber auch mit einer Rundreise durch die Vereinigten Arabischen Emirate oder auch beiden Ländern kombiniert werden. Spezialisierte Reiseveranstalter für die Zusammenstellung und Organisation von individuellen Rundreiseprogrammen, die entsprechende Zielgebietskenntnisse besitzen, können fast jede beliebige Kombination verwirklichen. Man sollte sich dementsprechend beraten und betreuen lassen.

Damit endete unserer Rundreiseteil „Musandam – Der Norden des Oman“. Wieder über Khasab flogen wir dann nach Muscat zurück, wo sich dann der dritte Teil unserer Rundreise durch den Oman „Muscat, Nizwa und die Wahiba Wüste“, also eine Rundreise durch den zentralen Teil des Oman anschloss.

Darüber werde ich dann im dritten Teil meiner Reisereportage berichten!

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Über den Autor

Rainer TI

4 Reaktionen bis “ Rundreise durch das Sultanat Oman / Teil 2 / Musandam – Faszinierende Fjorde und Berge ”

  1. Hi Rainer,
    ich war schon mehrfach in Musandam und werde wohl die kommenden Monate auch dort verbringen.

    Seid ihr von Khasab zum Six Senses Hideaway Zighy Bay direkt ueber die Berge gefahren oder durch UAE?

    Gruß
    Bärbel

  2. Hi Bärbel,

    Wir wollten eigentlich genau diese Strecke von Khasab durch das Jabel Harim Gebirge nach Dibba, bzw. zum Six Senses Hideaway Zighy Bay fahren. Allerdings wurde uns auf Nachfrage bei unserer Agentur in Musandam, in Khasab, erklärt, das dies problematisch sein könnte. Man muss eine solche Passage mit genügend Vorlaufzeit über die örtliche Agentur anmelden. Vorher sind bei den Grenzbehörden Kopien der Pässe etc. einzureichen. Zusätzlich ist es grundsätzlich wohl nur möglich, diese Route zu nehmen, wenn ein omanischer Führer dabei ist. Und selbst dann ist es – weil „nur“ eine Schlagbaumgrenze mit Grenzbeamten, die normalerweise keinen Kontakt mit Ausländern haben – nicht sicher, ob die Passage bewilligt wird. Also alles ziemlich wackelig.
    Insofern haben wir es vorgezogen, die Route über die UAE, über Ras Al Khaimah, zu nehmen.
    Obwohl es uns schon gereizt hätte, die Strecke durch die Berge zu fahren, es ist wirklich eine wunderschöne Gegend!

    Gruß
    Rainer

  3. Hallo Rainer,

    ich habe mit sehr viel Interesse Ihren Bericht gelesen. Wir planen im März eine selbst organisierte Rundreise durch Oman und die VAE. Dabei werden wir von Oman aus kommend mit unserem Geländewagen 2.7 Liter bis nach Dibba fahren und dort übernachten. Anschließend wollten wir gerne die Strecke durch die Berge bis Ras Al Khaimah fahren (und von dort aus weiter auf der Küstenstraße nach Khasab). Nun haben wir gelesen, dass machmal Grenzprobleme auftreten könnten bei der Bergstrecke. Wissen Sie etwas darüber das uns weiterhilft?

    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Marion

  4. wir, 2 Pers., möchten in der Zeit vom 24.1o.2o1o bis 15.11. eine Rundreise Musandam, mögl. per Schiff machen, anschliessend Badeurlaub in Khasab (ja wohl sehr schwierig), Sohar oder Sur machen,
    14 Tage.

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