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Abu Dhabi – die Hauptstadt der Vereinten Arabischen Emirate

Frühstücksraum    Foto: Hotel Landmark Rigga

Heute bin ich die erste im Frühstücksraum , alle Tische stehen unberührt und frisch eingedeckt im Raum.  Ich bin für heute unter die Frühaufsteher gegangen, da ich einen Ausflug in das 200 km entfernte  Abu Dhabi machen möchte.
Es werden organisierte Busfahrten mit Reiseleiter und Stadtrundfahrt angeboten, doch ich habe mich entschieden diese Fahrt auf eigene Faust mit dem Linienbus zu unternehmen. Laut meines gestrigen Taxifahrers fahren die Busse nach Abu Dhabi stündlich, der erste geht morgens um 05ººh. Kann doch wirklich kein Problem sein!
Die Abfahrt ist an der Ghubaiba Busstation in Bur Dubai und für diese erste Etappe winke ich direkt vor dem Hotel nach einem Taxi. Bei meiner Ankunft am Busbahnhof bin ich ein wenig ratlos, welcher der vielen Busse geht denn nun nach Abu Dhabi? Doch hilfsbereit zeigt mir der Fahrer den richtigen Bus und den Schalter  um einen Fahrschein zu kaufen. Das Ticket kostet 25 Dirham, umgerechnet  5,00€. Das finde ich nun sehr günstig für diese Entfernung.

Linienbusse in den UAE                Foto: ADpostUAE

Der Bus ist wie alles in Dubai natürlich mit Air Conditon, gut gepflegt und modern. Doch das sehr angenehme für mich ist, dass die ersten sechs Sitzreihen für Frauen reserviert sind.  Bei reisenden Ehepaaren kommt der Angetraute zu dem Privileg vorne sitzen zu dürfen, vorausgesetzt es ist genug Platz. Doch es wird damit allein reisenden Damen erspart, sich weit entfernt von dem Fahrer an fremden Männern vorbei drängeln zu müssen. Möglichst noch an den Fensterplatz „durch- zu- rutschen“.  Ich möchte zwar nicht meine Emanzipation gegen einen Sitzplatz im Bus eintauschen, aber ich finde das eine gute Einrichtung.
Doch nicht alle Männer  sind mit dieser Regelung einverstanden. Ein nicht mehr ganz junger Herr hat sich in die erste Reihe direkt hinter den Fahrersitz platziert. Der Fahrer fordert ihn auf, sich nach hinten zu setzen- ohne Erfolg. Ein weiterer Hinweis, schon ein wenig in ärgerlichem Ton, des Fahrers wird ignoriert. Selbst einer der anderen Passagiere spricht ihn an, es entsteht ein kurzes Wortgefecht- doch ohne Erfolg. Kopfschüttelnd rückt der neue Passagier in den hinteren Teil des Busses. Der Herr in der vordersten Reihe dreht sich herum und scheint die Anzahl der Frauen und der noch leeren Sitzplätze abzuzählen.  „I don´t want!!!“ stößt er zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Hmmmm- wer weiß warum! Vielleicht ist er ein wenig gehbehindert? Irgendeinen Grund wird er wohl haben.
Inzwischen ist noch ein Platz vor mir frei als ein junger Mann einsteigt. Hinten ist alles besetzt- und nun? Muss er eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Nein, natürlich nicht! Der Busfahrer spricht die junge Frau vor mir an, sie nickt und der neu Zugestiegene darf sich neben sie setzen. Nur der ältere Herr und ich haben den Sitzplatz neben uns noch frei, als der Bus startet. Wir scheinen beide zu exotisch, als das jemand den Platz neben uns belegt.
Auf der anderen Gangseite neben mir sitzt ein junges Paar, sie machen den Eindruck als seien sie auf Hochzeitsreise. Immer wieder schauen sie sich an, ein tiefer Blick in die Augen- und anschließend geht ein Lächeln über die Gesichter der beiden.
Die Fahrt bis Abu Dhabi dauert zwei Stunden, doch bereits eine halbe Stunde bevor wir unser Ziel erreichen sind die ersten Gebäude zu sehen. Eines davon ist der neue internationale Flughafen Abu Dhabis, der etwa 30 km außerhalb der Stadt liegt. Entworfen  wurde dieser Flughafen von dem gleichen Architekten wie der Charles de Gaulles Flughafen in Paris. Bis zu der Eröffnung 1981 verfügte  Abu Dhabi über den Al Batin Flughafen auf der Abu Dhabin Insel, der heute nur noch von Militär und der Herrscherfamilie genutzt wird.
Auch die Sheikh Zayed Moschee, mein Hauptziel für heute, kann ich vom Bus aus in der Ferne erkennen.
Abu Dhabi ist die Hauptstadt der Vereinten Arabischen Emirate und liegt auf einer 70 Quadratkilometer großen Insel. Die Stadt hat ca. 860.000 Einwohner und rund um die Insel befindet sich ein Mangrovengürtel.  Die  schnell wachsende Stadt ist  durch drei Brücken mit dem Festland verbunden.
Inzwischen hat der Bus den Stadtkern erreicht und parkt auf dem Zentralen Busbahnhof.

Mustafa in seinem Taxi

Die Taxifahrer warten bereits und wetteifern um die Kunden. Auch ich werde mehrfach angesprochen, unter anderem von einem schon älteren Mann mit Drei –Tage- Bart und einem recht klapprigen Auto. Eigentlich möchte ich mich erst mal orientieren. Gibt es hier nicht diese “ Hop –on and Hop –off“  Stadtrundfahrten? Oder ein Touristeninformationsbüro? „Nein“, antwortet mir der vorletzte Taxifahrer und hat kurz darauf einen anderen Passagier.  Nun sind nur noch Drei -Tage-Bart und ich am Busbahnhof. „Wo möchten sie denn hin?“ fragt er mich verschmitzt lächelnd. Na ja- am besten zu einer Haltestelle der Stadtrundfahrt-Busse. Oder was kostet die Rundfahrt denn mit einem Taxi? Er wiegt mit seinem Kopf von links nach recht und überlegt, während hinter ihm ein Hupkonzert startet. Denn inzwischen ist ein weiterer Bus eingetroffen und damit auch neue Taxen. Der Konkurrenzkampf scheint hart zu sein, denn vom Ton her ist es nichts freundliches was sie ihm zurufen. Zwei versuchen mich abzuwerben und raten mir, bei ihnen einzusteigen. „Sein Taxi ist schon alt!“ ist die Begründung des anderen Fahrers. Das gibt den Ausschlag- ich steige bei Drei-Tage-Bart ein und wir fahren erst mal los. Wo ist denn sein Taxameter? Gibt es den nur in Dubai? „Tut mir leid“ bekomme ich zur Antwort „mein Taxi ist schon zu alt, damals gab es noch keine Taxameter. Und den Einbau kann ich mir nicht leisten.“ Ach Herrje!  Vielleicht hätte ich doch lieber auf den anderen Fahrer hören sollen?  „Was kostet es denn bis zum Touristenbus?“ möchte ich nun doch konkret wissen. Doch mein Fahrer macht mir einen anderen Vorschlag. Er fährt mich für 250 Dirham (ca. 50,00€)  zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi und danach wieder zurück zum Busbahnhof. Denn der Bus, so informiert er mich, stoppt an vielen Shopping Malls oder am Strand. „Das sind doch eigentlich keine richtigen Sehenswürdigkeiten“ erklärt er,  „dabei ist der Bus teurer, der kostet 350 Dirham (ca. 70,00€).“ Ob das stimmt? Ich glaube es einfach, das ist am bequemsten und werde mit dem Fahrer handelseinig. Er heißt Mustafa, kommt aus Afghanistan und lebt schon über 20 Jahre in Abu Dhabi. Das Taxi ist sein eigenes, er ist damit selbstständig, aber für ein Neues reicht das Einkommen nicht. Der Wagen sollte also möglichst noch solange halten, wie er als Fahrer arbeitet. Es geht doch nichts über einen gesunden Optimismus!

Scheich Zayed Moschee

Wir beginnen die Stadtrundfahrt an der Sheikh Zayed Moschee. Diese Moschee ist die drittgrößte Moschee der Welt und befindet sich auf einem 56 Hektar großen Gelände.
Mustafa parkt sein Auto auf dem Parkplatz, der mich von der Größe an ein Autokino erinnert.

Besuch der Moschee in traditioneller Bekleidung

Die wichtigsten Daten stehen in meinem Reiseführer. Die 2007 eröffnete Moschee bietet Platz für 40.000 Gläubige und die Außenmasse betragen 224 mal 174 Meter. Die vier Minarette haben jeweils eine Höhe von über 100 Metern und die Hauptkuppel 75 Meter. Sie gilt mit ihrem Durchmesser von über 30 Metern als die größte Moscheekuppel. Doch viel beeindruckender als die Zahlen ist der Anblick der Moschee in weißem Marmor . Einfach schön! Ich schlendere nach vorne zum Haupteingang wo ein Hinweisschild  mit der Aufschrift „Ladies“ nach rechts deutet. Na gut, vermutlich ist hier eine Sicherheitskontrolle. Doch niemand möchte meine Handtasche durchleuchten oder nach versteckten Waffen in meinen Hosentaschen suchen. Ich werde in einen kleinen Raum geleitet  wo für alle Touristinnen entsprechende Kleidung zur Verfügung gestellt wird. Ein langes schwarzes Gewand mit einem dazu gehörenden Schal um den Kopf zu bedecken.  Alle Kleidungsstücke hängen nach Größe sortiert und frisch gereinigt auf Kleiderbügel  in dieser Garderobe. Ich habe mir zwar extra eine fast knielange Bluse mit langem Arm angezogen und einen Schal in die Tasche gesteckt, doch dies beseitigt natürlich alle eventuellen Missverständnisse in Bezug auf die angemessene Bekleidung in einer Moschee. Kaum außerhalb der Kabine geht es mir wie offensichtlich all den anderen Frauen. Ich stelle mir die Frage: Wie sehe ich aus? Und daher nehme ich Teil an dem allgemeinen Fotoshooting, denn alle  möchten mit  dieser traditionellen Kleidung  auf ihrem Kamera-Chip gespeichert werden. Ich sehe mir meine Fotos auf dem Display an – eigentlich nicht schlecht, auf jeden Fall macht es schön schlank!!

Innenhof mit Minatett

Bereits der Innenhof der Moschee wirkt durch seine großzügige Weite und die Helligkeit  großartig und gespannt betrete ich das Innere der Moschee. Für einen Moment halte ich den Atem an- sieben Kronleuchter hängen glitzernd an der  Decke. Laut meinem Reiseführer stammen sie aus Deutschland und sind geschmückt mit tausenden von Swarowski- Kristallen .

Gebetsraum der Moschee

Der größte der Leuchter soll 10 Meter Durchmesser haben und damit der größte Kronleuchter weltweit sein. Doch der Hit ist der Teppich! Weich und sauber fühlt er sich unter meinen Füßen an, sehr angenehm. Doch auch die Daten über diese nicht alltägliche Auslegeware ist mehr als beeindruckend. Es sind 5627 Quadratmeter handgearbeiteter Teppich aus dem Iran und wiegt 35 Tonnen. Das Material besteht aus Wolle und Baumwolle und dieser Teppich gilt als der größte seiner Art. Es ist die schönste Moschee die ich bisher gesehen habe, die Reise von 200 km hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Vor lauter Begeisterung und fotografieren ist meine Kopfbedeckung verrutscht und es kommt sofort ein  Mitarbeiter der Moschee, der mich höflich bittet das Tuch wieder an Ort und Stelle zu rücken.  Aber ja doch- klar!

Säulen mit Einlegearbeiten und Blattgold

Zum Abschluss an diesen Besuch  bummle ich durch den Innenhof mit seinen wunderschönen Säulen und den Einlegearbeiten, die mich ein wenig an das Taj Mahal in Indien erinnern. Bei den goldenen Verzierungen an dieser Moschee handelt es sich um Blattgold.
Auf dem Weg zum Ausgang gehe ich wieder durch eine Garderobe, diesmal die Seite mit der „Abgabe“ meines arabischen Gewandes. Eine Mitarbeiterin nimmt es in Empfang und wirft das Kleid mit Schal in einen Wäschekorb, um es in die Reinigung zu geben.
Doch nicht jede kann sich von ihrer neuen Garderobe trennen. Auf dem Weg zum  Auto überhole ich eine Familie, ganz offensichtlich westliche Urlauber.  Eine blonde junge Frau trägt nach wie vor das von der Verwaltung der Moschee  zur Verfügung gestellte Kleid.  Mein kritischer Blick scheint sie zwar ein wenig zu irritieren, doch unbeeindruckt setzt sie ihren Weg fort. Glaubt sie tatsächlich das war ein Gastgeschenk? Nein- das kann ich mir nicht vorstellen, denn die Abgabestelle war nicht zu übersehen. Also mir wäre das peinlich!! Ober-peinlich!
Die Verwaltung der Moschee betreibt einen recht hohen Aufwand um all den vielen Urlaubern eine saubere angemessene Kleidung zur Verfügung zu stellen, damit wir Gast in ihrem Gotteshaus sein dürfen. Ohne Eintritt, wie es in vielen christlichen Kirchen bei einer Besichtigung heute selbstverständlich ist. Ohne Leihgebühr für die Bekleidung, wie ich das aus Santo Domingo kenne. Muss man dann wirklich das gratis geliehenen Outfit  mitnehmen?
Mustafa ist geduldig am warten als ich das Auto erreiche. Ich brauche wirklich keine Angst haben, ihn irgendwo nicht zu finden. Er hat vermutlich tatsächlich das älteste Taxi in den gesamten Emiraten. Dazu kommt sein Styling- mit dem Drei- Tage- Bärtchen, dem verschmitzten Augenausdruck  und seiner traditionellen Kleidung habe ich den Eindruck er ist gerade eben aus dem Hindukusch eingeflogen. „Als nächstes fahren wir zu dem Emirate Palace Hotel“ erklärt er mir bei der Abfahrt.

die Anlage des Emirate Palace Hotels

Jedes Jahr im Dezember treffen sich die Regierungschefs und Scheichs aller Arabischen Emirate um politische Angelegenheiten miteinander zu besprechen. Zu diesem Anlass wird jedes Jahr in ein anderes Emirat geladen. Im Jahre 2004 war dieses Treffen in Abu Dhabi geplant und extra zu diesem Zweck hat die Scheichfamilie diesen Palast errichtet. Eine Woche vor dem Treffen starb jedoch der gastgebende Scheich und das Treffen wurde an einem anderen Ort abgehalten. Daher beschloss man, diesen Palast in Zukunft als Hotel zu nutzen.
Das Emirate Palace Hotel ist daher staatlich , er gehört der Herrscherfamilie von Abu Dhabi und wird von der Kempinski Hotelkette geleitet.
„ Da darf aber keiner rein fahren“ erklärt mir Mustafa. „Wir müssen draußen anhalten und du kannst vom Zaun aus fotografieren.“  Schade! Aber da kann man nichts machen. „Na ja“ meint da Mustafa mit einem Zwinkern in den Augen, „wenn du als Ausländerin fragst, lässt uns der Wachmann vielleicht durch.“  Hat das schon mal geklappt? „Nein“ verrät er mir „ich habe nur davon gehört, aber es noch nie selbst erlebt.“

Emirate Palace Hotel

Egal, wir probieren es einfach. Im schlimmsten Fall sagt der Wachdienst NEIN.  Als wir das Hotel erreichen sehen ich es selbst, die Reisebusse haben geparkt und die Urlauber fotografieren durch den Zaun. Mutig fährt Mustafa seine Klapperkiste bis an die Schranke des Hotels. Der Wachmann schaut ein wenig erstaunt auf das  Gefährt, dann auf das Drei-Tage-Bärtchen, während ich mein Fenster im Fond hinunter kurble.  „Zur Rezeption, bitte!“ lasse ich den Wachmann in  ruhigen, doch bestimmten Ton wissen. „WIE BITTE?“ ist die entgeisterte Gegenfrage.  „Zur Rezeption bitte……zum HOTEL!“  erkläre ich nochmals mit einem leichten „Sind-Sie –schwer-von-Begriff ?“  Tonfall . Und das Wunder geschieht, er klappt die Schranke hinauf und lässt uns passieren.  Mustafa ist sprachlos und ich auch! Wir fahren durch den Park bis zum Hotel, ich lasse mich von Mustafa fotografieren und danach geht es, vorbei an der Rezeption, wieder zum Ausgang. Dem Wachmann nicke ich nochmals freundlich zu, als er für uns die Schranke wieder hinauf zieht.  Vermutlich fragt er sich heute noch, warum er uns die Einfahrt nicht verweigert hat.
Von hier aus geht es nun weiter zur Marina Mall und dem Heritage Center. „Möchtest du das Einkaufszentrum besichtigen?“ möchte Mustafa von mir wissen.

Ferrari

Nein, davon habe ich in Dubai inzwischen genug gesehen und das Angebot wird  etwa das gleiche sein. „Gut“ entgegnet Mustafa „dann fahren wir gleich weiter bis zum Heritage Center. Dort hast du einen tollen Blick auf die Skyline von Abu Dhabi und die Corniche.“
Doch mein erster Blickfang ist  nicht die Skyline sondern ein flotter kleiner Flitzer von Ferrari. Schick! Ist weder Auto noch Motorrad, sieht aber richtig flott aus.
Doch auch mit der Skyline hat Mustafa recht, der Blick von hier ist absolut sehenswert. Auf einem der Gebäude sind die Führer der Emirate auf einer riesigen Glasscheibe abgebildet. Ich versuche diese Gebäude zu knipsen, doch da die Sonne auf das Display scheint, ist es ein Schuss ins Blaue. Mal schauen was daraus wird.
Eine Weile später sitze ich wieder im Taxi und die Rundfahrt geht weiter. „Die Abu Dhabi Mall solltest du dir vielleicht doch anschauen“ empfiehlt mir Mustafa. „Sie ist wirklich riesig, du kannst gar nicht alles an einem Tag sehen. Zumindest anschauen !“

Abu Dhabi Skyline

So machen wir uns auf den Weg zur größten Mall in Abu Dhabi und auf dem Weg dorthin zeigt mir Mustafa den iranischen Markt. Doch da ich gestern erst durch die Souks von Dubai geschlendert bin, habe ich heute keine Lust auf einen großen Besuch dieses Marktes und wir fahren weiter. Die Mall ist so ähnlich wie die Mall´s in Dubai- eine versucht größer und schöner zu sein als die andere. Doch die Geschäfte und Angebote unterscheiden sich nicht sonderlich.
„Wir waren noch nicht auf dem Ittihad Square mit der übergroßen Teekanne“ erklärt Mustafa. „Doch du solltest dir das überlegen, denn morgen ist Feiertag und da sind die Busse nach Dubai nachmittags immer sehr voll. Ich würde an deiner Stelle nicht zu spät fahren.“  Will er die Stadtrundfahrt abkürzen? Doch bisher kann ich mich nicht beklagen, auch der Preis der Big Bus Tours mit rund 70,00 Euro stimmt. Ich habe mir in der Mall die Preisliste geben lassen.  Es ist vielleicht besser ich vertraue ihm, denn ich habe keine Lust stundenlang am Busbahnhof auf den nächsten freien Platz nach Dubai zu warten.  Also verzichte ich auf die überdimensionale  Teekanne und lasse mich von Mustafa direkt zum Busbahnhof bringen. „Wenn du dich beeilst, bekommst du gleich den Bus um 16ººh“ lautet sein letzter Ratschlag als wir uns verabschieden und ich marschiere so rasch wie möglich an den Fahrkartenschalter. Noch fünf Minuten, jetzt nichts wie zum Bus und einsteigen. Und siehe da, ich habe mal wieder Glück gehabt- der letzte freie Sitzplatz.  Der junge Mann hinter mir muss nun auf den nächsten Bus in einer Stunde warten. Und bereits eine Minute später stehen noch drei weitere Personen draußen, die ebenfalls nicht mehr mitgenommen werden. Danke Mustafa! Das war ein guter Ratschlag!
Im Bus sehe ich in der Reihe neben mir bekannte Gesichter. Das verliebte Paar vom Hinweg, das ich auf einer Hochzeitsreise vermutet habe. Doch nun sehen sie gar nicht mehr so glücklich aus. Ob sie sich gestritten haben? Auch sie erkennen mich wieder und zaghaft lächeln wir uns an. „Hallo!“ versuche ich es als erste. „Hallo!“ kommt es freundlich von der jungen und hübschen Frau zurück. Und dann wird sie auf einmal sehr rasch gesprächig: „Wir waren so glücklich auf der Hinreise! Endlich hatten wir alle Papiere für unsere Aufenthaltsgenehmigung in den Emiraten und nun haben wir eine Ablehnung bekommen.“  Wieso das denn ? Das wissen die beiden auch nicht, Erklärung  seitens der Behörden gab es keine. Eben einfach abgelehnt!
Sie kommen aus dem Irak, erzählt mir die junge Frau, und nun müssen sie eben zurück. Dabei haben beide so sehr auf ein gemeinsames und friedliches Leben in den Emiraten gehofft. Noch 3 Wochen, dann müssen sie das Land verlassen haben. Zurück in den Irak? Da kann ich sehr gut verstehen, das die beiden die Köpfe hängen lassen.
Die Rückfahrt verläuft ruhig und pünktlich nach zwei Stunden sind wir wieder in Dubai. Ein schöner Tag an dem ich auch wieder viel Neues gesehen habe, doch nun bin ich nur noch hungrig und ein wenig müde. Daher lasse ich mich von einem Taxi direkt in mein „Stammrestaurant“ fahren, esse eine Kleinigkeit und gehe früh ins Hotel. Dort nutze ich den Abend um noch ein wenig zu lesen und  gedanklich  zu packen, denn morgen ist schon der letzte Tag meines Urlaubs.  Wie soll das bloß alles in meinen Koffer passen?
Das ist meine letzte Überlegung für den heutigen Tag, denn kurz darauf fallen mir die Augen zu und ich bin eingeschlafen.

Abreisetag:

Weihnachtszeit in Dubai

Heute ist es soweit, die letzten Stunden in Dubai haben begonnen. Es  ist Silvester und um 00:30h in dieser Nacht muss ich am Flughafen sein. Da wird wohl nichts mit Feiern!
Ich könnte jedoch zum Burj Kalifa gehen, da beginnt um 23ººh das große Feuerwerk und wenn ich dort Punkt Mitternacht mit einem Taxi  losfahre kann ich sicher pünktlich am Flughafen sein. Müsste klappen, denn um Mitternacht sind bestimmt  alle am Feiern, wer braucht  da schon ein Taxi zum Flughafen?
Doch erst mal mein Gepäck! Ach je, dass habe ich mir schon gedacht! Der Deckel des Koffers klappt weit offen, es ist gar nicht ans schließen zu denken. Auch nicht mit dem vollen Einsatz meines Gewichtes.
Daher verbringe ich meinen letzten Urlaubstag nochmal in den Einkaufzentren. Erst auf der Suche nach einer Reisetasche und damit  habe ich ja auch wieder neuen Platz der genutzt werden muss. Richtig?
Gegen Spätnachmittag habe ich es endlich geschafft: Koffer und Reisetasche stehen fertig gepackt im Zimmer. Den Rest des Tages nutze ich für eine kleine Ruhepause, anschließend verabschiede ich mich in dem kleinen doch gemütlichen Restaurant von Kellnern und Besitzer mit einem letzten Abendessen.  Als ich von meinen Plänen zum Burj Kalifa zu fahren erzähle, sind sie skeptisch. „Also ich würde das nicht machen, Silvester sind Taxen immer knapp!“
Ach was, so schlimm wird´s nicht sein!

Frohes Neues Jahr!

Draußen vor der Tür winke ich einem Taxi und sage mein Ziel. „Hoffentlich ist der Stau dorthin noch nicht so groß“ gibt er nach einer Weile zu bedenken. Wie- der Stau dorthin? „Heute Nacht ist halb Dubai am Burj Kalifa“ lacht er . „Ab einer gewissen Uhrzeit kommt ein Taxi da weder vor- noch rückwärts.“  Ach, ja?  Ich erzähle ihm von meinem bevorstehenden Abflug und er schüttelt entsetzt den Kopf. „Das schaffst du nie! Es gibt einfach kein Taxi um diese Zeit, vor vier oder halb fünf kannst du nicht am Flughafen sein!“ Oh je! Ich glaube ihm, denn er als Taxifahrer wird es wissen. Wir machen einfach eine Kehrtwendung und ich lasse mich ins Hotel bringen. Dort genehmige ich mir ein Glas Silvester -Wein und bevor die Party so richtig beginnt mache ich mich auf den Weg zum Flughafen.

Flughafen Dubai

Aber das macht gar nichts, denn mit einem so schönen Urlaub ist der Start ins neue Jahr immer gut! Auch wenn man den Jahreswechsel  selbst im Taxi zum Flughafen verbringt. Prost Neujahr!!!
Und dann heißt es Abschied nehmen von Dubai!  Ein letztes Winken aus dem Fenster und die Wüstenstadt verschwindet in der Dunkelheit.  Dubai ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Der vorhergehende Bericht ist erschienen unter: http://www.reiseberichte-blog.com/dubai-die-souks-der-wuestenstadt-am-persischen-golf/

Abu Dhabi – die Hauptstadt der Vereinten Arabischen Emirate
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Über den Autor

Elke Hoppe

Vor ca. 20 Jahren bin ich von Deutschland nach Spanien ausgewandert, um auf der Sonnenseite Europas leben zu können. Doch auch von hier aus habe ich das Bedürfnis mehr von der Welt kennen zu lernen. Da es mir zeitlich und beruflich möglich ist, mache ich seit 2005 einmal im Jahr eine „große Reise“. Begleitet werde ich dabei von Edith, meiner Mutter, die vor 18 Jahre ebenfalls aus dem deutschen Regen in die spanische Sonne geflüchtet ist. Bisher hat uns unsere Reiselust nach Asien, Kenia und Peru geführt. Für das Jahr 2009 hatten wir uns für Indien entschieden und dort neben Rajasthan inzwischen auch andere Regionen besucht. Auf den Rundreisen in Indien waren wir in Begleitung von unserem Fahrer Prakash Acharya. Er ist ein zuverlässiger und informativer Reisebegleiter, den ich sehr empfehlen kann. Prakash hat sich vor einigen Jahren selbständig gemacht und falls jemand mit ihm eine Rundreise machen möchte bin gerne bereit den Kontakt herzustellen.

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