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Reisebericht: Oman-Rundreise „Zauber des Orients“ mit Muscat Nizwa und Barka

Moschee in Muscat

Moschee in Muscat

Ich hatte schon immer eine Schwäche für orientalische Einrichtungsgegenstände und für besondere Gerüche. Allerdings hatte ich auch immer ein wenig Respekt vor den arabischen Ländern, als allein reisende Frau stellte ich es mir in diesen Ländern schwierig vor. Also wälzte ich Reiseführer und Kataloge. Jemen schied gleich zu Beginn für mich aus, auch nach Saudi-Arabien traute ich mich nicht. Und da ich nicht in den Arabischen Emiraten europäisches Lebensgefühl treffen wollte, entschied ich mich für den Oman – eine gute Wahl. Denn das Land hatte sich mit dem jetzigen Herrscher Qabus ibn Said, der in England ausgebildet worden war (er hatte sogar einige Zeit in Deutschland seinen Militärdienst absolviert), dem Westen geöffnet. Das klang viel versprechend. Ich suchte mir eine Reisegruppe, so war ich nicht allein – in zweierlei Hinsicht: während der Reise generell, aber auch bei Besichtigungen. Kiwi Tours bot eine schöne Reise einmal quer durchs Land an. Neun Tage erlag ich dem „Zauber des Orients“.

Wir kamen leider etwas spät in Muscat an. Der Flug hatte einen Zwischenstopp in Bahrain gehabt, der länger als geplant gedauert hatte. Leider gab der Flughafen dort gar nichts her, so konnten wir nur warten. Doch schon allein die Atmosphäre beim Warten war so anders als in Deutschland. Die Menschen, alle in ihren langen Gewändern, die Frauen verschleiert, an der Decke Neonröhren, die das ganze in ein kaltes Licht tauchten. Ich machte mir Notizen in mein kleines Reisebüchlein, unterhielt mich mit anderen Gruppenteilnehmern und vertiefte mich ab und zu in mein Buch. Einige beschwerten sich, dass alles so lange dauerte, aber ich empfand es gar nicht so.Es ist Urlaub, da hat man doch sowieso keine Termine. Man sollte doch lieber schon auf dem Weg ein wenig von der Fremde in sich aufnehmen.

Hafen von muscat

Hafen von muscat

Unser Hotel befand sich ein wenig außerhalb der eigentlichen Stadt. Die selbst ein wenig zerrissen wirkt, weil sie sich über eine so weite Strecke ausdehnt, bei der zwischendrin gar nichts ist, dann wieder ein Stadtteil. Die Zimmer waren sehr sauber, wenn sie auch so gar nicht meinem Geschmack entsprachen. Roter Teppich und gelbe, schwere Vorhänge entsprachen wohl der arabischen Vorstellung eines schönen europäisch eingerichteten Zimmers. Mir hat zu sehr das orientalische gefehlt. Muscat selbst hat mich umgehauen. Eigentlich heißt ja nur der Teil, in dem der Sultanspalast steht, Muscat. Der ist weniger spektakulär, hier stehen die offiziellen Gebäude, alles in hellem Stein, nur der Al Alam Palast sticht etwas hervor mit seinen blau und gold bemalten, sich nach oben schwungvoll verbreiternden Säulen. Der Sultan hat ihn zu seiner Machtübernahme neu bauen lassen. Das war in den 70ern. Und so sieht der Palast auch ein wenig aus, selbst hier waren die 70er wohl eine farbenfrohe Zeit…
Der eigentliche Höhepunkt Muscats ist der Stadtteil, in dem sich der Markt, der Souk befindet: Muttrah. Dieser Souk ist so unglaublich schön, dass ich gar nicht mehr weg wollte. Kleine Gässchen ziehen sich kreuz und quer durch das Gebiet, winzige Lädchen führen weit nach hinten, denn die Stände sind eher tief als breit. Jeder hat nur gut einem Meter Breite, na ja, vielleicht auch ein bisschen mehr, ich neige gern zu Übertreibungen. Es gibt ein Goldgässchen, ein Räuchergässchen, ein Stoffgässchen, es ist bunt und riecht herrlich. Die Menschen sind nicht aufdringlich, sondern einfach nur freundlich. Ich habe mich ein wenig von der Gruppe entfernt, damit ich alles wirklich genießen kann. Natürlich habe ich auch schön eingekauft, Feilschen inklusive, auch wenn ich da eher jämmerlich war. Aber die Verkäufer waren rücksichtsvoll und gaben mir das Gefühl, ein Schnäppchen gemacht zu haben, auch wenn ich trotzdem ein Vielfaches von dem gezahlt habe, was Omanis zahlen würden. Macht nichts, den Spaß war´s mir wert, für meinen europäischen Geldbeutel war´s dann doch immer mehr als ein Schnäppchen.

Dromedare

Dromedare

Al Mudhaybi war ein reizender Zwischenstopp auf unserem Weg in die Wüste. Richtige Sandwüste, das hatte ich noch nie gesehen. Mit Geländefahrzeugen ging es in das Camp, in dem wir unsere nächste Nacht verbringen sollten. Das Camp war einfach, aber dafür war es umso spannender, die Nacht nicht in einem Hotel zu verbringen. Die Betten bestanden aus erhöht gebauten Bänken mit einer Matratze darauf. Es war bequem und alles war sehr sauber. In einem Zelt waren die ganzen Wände entlang Teppiche und Kissen ausgelegt, auf denen man sich hinsetzen und Tee trinken konnte. Gegen Abend entschied ich mich mit ein paar anderen zu einem der lustigsten Ausflüge, die ich je gemacht hatte: ein Kamelritt durch die Wüste. Lustig war es vor allem deshalb, weil Michael, ein Mitglied der Gruppe, so herrlich spaßig auf dem Kamel ausgesehen hat, dass wir anderen fast vor Lachen runtergefallen wären. Er konnte sich aus irgendeinem Grund nicht halten und rutschte hin und her. Das machte das Kamel ein bisschen sauer, es ruckte mit dem Kopf und irgendwann setzte es sich einfach wieder hin. Michael gab am Ende auf und stieg lieber wieder auf festen Boden um. Wir anderen ritten im Sonnenuntergang durch die rot glühende Wüste. Es war wirklich ein Erlebnis.

Wahiba Sands

Wahiba Sands

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Sinaw zum Frauenmarkt. Als ich das das erste Mal gelesen hatte, war ich etwas verwundert, vor allem, weil ich nicht recht wusste, ob man das als Tourist gesehen haben sollte. Auf dem Weg gerieten wir in einem so starken Sandsturm, dass wir kurz anhalten und abwarten mussten. Der Ort ist nett und freundlich, und es stellt sich heraus, dass Frauenmarkt einfach nur bedeutet, dass dort nur Frauen hindürfen. Die Männer sitzen außenrum in Cafés und lassen es sich gut gehen…

Dann folgte eine Fahrt in die Berge. Immerhin, der höchste Berg Omans erreicht 3.000 Meter. Wer hätte das gedacht. Von oben sieht man direkt in eine große Schlucht. Der Blick ist phantastisch und bietet wieder einmal eine neue Seite des Oman.
In Nizwa erwartete mich wieder ein wunderschöner Souk, wenn ich auch Muttrah generell lieber mochte. Aber auch hier umfängt einen das orientalische Lebensgefühl ganz stark, und ich war wieder einmal einfach begeistert. Ich könnte mich totkaufen auf diesen Märkten. In einem Eckladen gab es wunderschöne Tongefäße, aber die lassen sich so schwer transportieren, also blieb mir nur die Erinnerung als Foto. Der Souk hier ist offener und heller als der durch seine schmalen Gässchen geschlossener wirkende in Muttrah. Und wieder sieht man Nüsse, Gewürze und ähnliches in diesen riesigen Säcken, in die man am liebsten seine Hand stecken würde. Die Nacht verbrachten wir wieder in einem europäischen Hotel, das allen Ansprüchen genügte. Das Golden Tulip war ein wunderschönes Hotel mit leichtem arabischem Flair.

Insgesamt kann ich diese Reise mit Kiwi Tours nur weiterempfehlen. Es war alles mit dabei, ein Ausflug in die Wüste, Allradfahrt, Souks, eine Nacht in einem Camp, Wadis. Die Zusammenstellung der Reise hat mir persönlich sehr gut gefallen, alle Facetten des Landes waren darin vereint, und ich hätte nicht gedacht, dass der Oman so viel in sich birgt. Mehr Infos zu dieser Reise auf der Internetseite von Kiwi Tours

Sarah

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