Reiseberatung für individuelle Reisen

Erfahrungsbericht: Gorilla Trekking in Uganda im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark

Der Silberrücken kommt näher

Der Silberrücken kommt näher

Gorillas gegenüber zu stehen, ist ein Erlebnis, das Sie nie vergessen werden! Ich kann dieses Gefühl gar nicht mit Worten beschreiben, so beeindruckend und überwältigend ist es. Mein ganzes Leben wollte ich schon Gorillas aus nächster Nähe sehen, und im Februar 2005 habe ich zum ersten Mal an einem Gorilla Trekking teil genommen.

Gorilla Mama mit Baby in Ruanda

Gorilla Mama mit Baby in Ruanda

Während des beschwerlichen Aufstiegs hatte ich mich zwar gefragt, weshalb ich mir diese Anstrengung in meinem Alter noch antue, aber als dann der erste Gorilla auftauchte, war alles vergessen! Das Herz klopft bis zum Hals, wenn man den ersten Blick erhascht. Die Guides winken einen näher und allmählich verliert man die Angst und man versucht, die Atmosphäre mit Video oder Kamera festzuhalten. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich vor lauter Aufregung die Videokamera ausgeschaltet, anstatt eingeschaltet habe (mein Mann hatte sie mir schon eingeschaltet gegeben, und da ich einen besseren Blick hatte, sollte ich die Aufnahmen machen), um die Mutter mit Baby, die auf mich zukam, zu fotografieren.

Junger Gorilla in Ruanda

Junger Gorilla in Ruanda

Normalerweise sollte der Abstand zu den Gorillas 7 m betragen, aber wenn diese auf einen zukommen, kann man daran nichts ändern.

Aber eigentlich wollte ich von meinem 2. Gorilla Trekking in Uganda erzählen und es ausführlich beschreiben. Im Rahmen einer Rundreise, die für Reiseveranstalter von The Uganda Company organisiert war, kam ich also in den Genuss, Gorillas im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark zu besuchen. Eine Uganda Rundreise mit Gorilla Trekking können Sie sich von AST African Special Tours GmbH zusammenstellen lassen oder auch eine planmäßig geführte Rundreise buchen (bei Teilnahme an der Tour Classic Uganda bis Juli erhalten Sie ein Gorilla Permit im Wert von 500 US$ kostenlos!). Drei Mitarbeiter von AST haben an unterschiedlichen Touren in Uganda mit Gorilla Trekking teilgenommen und können Sie deshalb gut beraten.

Das macht Spaß!

Das macht Spaß!

Der Preis für ein Gorilla Permit in Uganda und auch in Ruanda ist 500 US$ und ist möglichst früh zu beantragen, sofern Sie eine private Tour buchen. Bei einer Reise zu festen Terminen, bucht der jeweilige Reiseveranstalter in Uganda das Gorilla Permit lange im Voraus.

Bei der Reiseanmeldung wird man bereits in eine der drei im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark vorkommenden Gruppen eingeteilt. Aus diesem Grund ist es am besten, sich möglichst früh zu einem Gorilla Trekking anzumelden. Natürlich kann nie im Voraus gesagt werden, wo sich die einzelnen Gruppen aufhalten, denn sie wandern bergauf oder auch bergab. Es ist schon vorgekommen, dass eine Gorillafamilie  ganz unten im Tal gesichtet wurde.

Anmeldung

Anmeldung

Ein grosser Teil des Wissens über Berggorillas stammt von Dian Fossey und von Martha Robbins, einer Wissenschaftlerin des Max-Planck-Instituts.

Bwindi – der Undurchdringbare Wald – war ursprünglich ein geschütztes Waldreservat und wurde erst 1991 zum Nationalpark erklärt. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt, verschiedenen endemischen und teilweise bedrohten Tierarten gehört Bwindi seit 1994 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Der Nationalpark am ostafrikanischen Grabenbruch liegt in einer Höhe zwischen 1 160 und 2 607 m und dehnt sich mit den steilen Berghängen und engen Tälern auf einer Fläche von 331 qkm aus.

Briefing - Einführung

Briefing – Einführung

Ranger

RangerGruppe Mubare

Im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark gibt es etwa 300 Berggorillas (die Zahl von 340 wurde revidiert). Zusammen mit den Berggorillas in den Virunga Mountains in Ruanda gibt es insgesamt noch um die 700 Berggorillas. Nach einer Zählung im April und Juni 2006 leben im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark etwa 30 Gorillagruppen mit jeweils drei bis 28 Tieren und einige einzeln lebende Gorillamänner.

Fünf der 30 Gorillagruppen sind an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt; vier Gorillagruppen wurden bisher für den Tourismus habituiert und eine Gruppe wird zu Forschungszwecken beobachtet.Drei Gorillagruppen können von Buhoma aus besucht werden, die vierte Gruppe vom Mgahinga Gorilla Nationalpark aus.

Die Trägerinnen Lea und Petra

Die Trägerinnen Lea und Petra

Normalerweise registriert der Guide die Teilnehmer per Reisepass bei der Parkverwaltung. Ich beschreibe nun den Aufstieg von Buhoma aus.

Morgens um 08:00 Uhr trifft sich die Besuchergruppe beim Sammelplatz, wo man sich anmeldet. Dort wird meistens noch ein Film von Uganda gezeigt. Damit man sich beim Auf- und Abstieg leichter tut, sucht man sich noch einen Gehstock aus. Aufgrund meiner Erfahrung von Ruanda, habe ich meine Nordic Walking Stöcke mitgenommen.

Unsere Gruppe

Unsere Gruppe

Dann erfolgt das so genannte Briefing. Ein Guide erklärt die Verhaltensregeln und empfiehlt, sich pro Person einen „Porter“, Träger, zu nehmen. Diese/r kostet 10 US$ und trägt das persönliche Gepäck (z. B. Lunchpaket, Wasser usw.). Von 10 US$ kann eine Person in Uganda ca. eine Woche lang leben.

Anfangs geht es durch einen Bananenhain

Anfangs geht es durch einen Bananenhain

Anschließend werden die Teilnehmer in drei Gruppen à acht Personen eingeteilt. Der Einfachheithalber werden die Gruppen mit den Anfangbuchstaben aufgerufen: R, M = Mubare, H = Habinyantja. Es stehen Schilder mit dem Namen jeder Gruppe bereit. Jede Gruppe erhält einen Guide / Ranger und die Porter.

Je nach Gruppe muss man noch ein Stück zum Startplatz fahren. Wir werden der Mubare Gruppe zugeteilt.

Der Aufstieg beginnt in einer Höhe von ca. 1 500 m durch einen Bananenhain und wird dann immer steiler durch den Regenwald. Allerdings gibt es einen ausgetretenen Pfad, der zwar sehr rutschig ist, aber zwischendurch auch Felsbrocken hat.

Aufstieg

Aufstieg

Pause, damit die anderen nachkommen können

Pause, damit die anderen nachkommen können

Es werden immer wieder Pausen eingelegt, so dass auch die Letzten nachkommen können.

Es geht immer höher. Nach einer Stunde erreichen wir die Anhöhe. Nun geht es noch etwa 20 Minuten bergab, bergauf und dann heißt es, alles ablegen. Stöcke, Wasser usw. Man darf nur den Fotoapparat mitnehmen und muss darauf achten, dass der Blitz ausgeschaltet ist.

Schmeckt es?

Schmeckt es?

Erster Blick

Erster Blick

Versteckt hinter Büschen

Versteckt hinter Büschen

Nun wird es spannend! Hier in Uganda sind die Gorillas sehr versteckt unter Ästen und Blättern. Es ist schwer, zu fotografieren, zumal es weitere 7 Personen auch möchten. Jeder versucht, einen Blick zu erhaschen, aber auch wegen der Lichtverhältnisse mit einem großen Hell- und Dunkelkontrast gelingen kaum gute Aufnahmen.

Der Silberrücken kommt

Der Silberrücken kommt

Was ist? Ich bin gerade dabei, meine Kamera auf manuell zu stellen, damit ich ein Gorilla Weibchen durch die Äste fotografieren kann. Doch ein Druck auf die Schulter vom Ranger macht mir deutlich, dass ich in die Hocke gehen muss. Ich bin am weitestens links aussen, die anderen stehen rechts von mir. Nun sehe ich auch den Grund. Der Silberrücken kommt den Hang hoch, auf allen Vieren und mit Riesenschritten! Etwa 200 Kilo Lebendgewicht, gewaltige Schultern und ein riesiger Kopf. Ich zücke meine Kamera und mein Herz schlägt schneller, denn der Silberrücken kommt genau auf mich zu. „Don’t move – nicht bewegen“, flüstert unser Ranger.

Der Silberrücken kommt auf mich zu

Der Silberrücken kommt auf mich zu

Ich halte den Atem an und drücke einige Male ab.

Der Silberrücken ist so nah, dass ich noch nicht einmal ein Zoom brauche. Ich bekomme kaum Luft, so aufgeregt bin ich.

Gott sei Dank etwa 2 m vor mir dreht er nach rechts ab und geht an uns vorbei. Ich habe das Gefühl, als ob er uns sagen will, hier bin ich der Herr, so hoheitsvoll bewegt er sich.

Los, fotografiert mich!

Los, fotografiert mich!

Dann setzt er sich noch in Position und man hat das Gefühl, als ob er sagen möchte, jetzt fotografiert mich schon!

Nach genau einer Stunde muß man die Gorillas wieder verlassen. Natürlich bewegen sich die Tiere während des Besuchs weiter durch den Wald, so dass man hinter ihnen her laufen muss. Die Zeit vergeht so schnell und man ist richtig traurig, dass man die Tiere wieder verlassen muss. Man könnte ihnen wirklich noch stundenlang zusehen.

Wir erfahren, dass der Kot der Berggorillas auf einen genetischen Fingerabdruck hin analysiert wird. Damit lässt sich die Identität eines Gorillas bestimmen. Die Größe des Kots variiert nämlich je nach Männchen, Weibchen oder Jungtier und verrät Informationen über die Struktur einer Gruppe. Graue Haare deuten auf einen Silberrücken hin.

Da hinunter müssen wir!

Da hinunter müssen wir!

Durch dieses Verfahren hat man festgestellt, dass die ursprüngliche in 2006 ermittelte Zahl von 340 Berggorillas in Bwindi vermutlich nicht stimmt und die Zahl der dort lebenden Tiere nur etwa 300 beträgt.

Lunch muss sein!

Lunch muss sein!

Danach gibt es eine Lunchpause, bevor man den Abstieg beginnt.

Der Abstieg ist auch ganz schön schwierig, da der Pfad durch den Regen sehr rutschig ist. Man trifft sich noch einmal beim Anmeldehäuschen und erhält dann seine Urkunde.

Um 13:30 Uhr sind wir wieder in der Lodge. Wir wohnen in der Buhoma Lodge.

Erfahrungsbericht: Gorilla Trekking in Uganda im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark
4.7 (93.33%) 6 votes

Über den Autor

christlN

Ich habe mein Hobby Reisen zum Beruf gemacht. Aus diesem Grund bin ich mindestens sechs Mal im Jahr auf Fernreisen unterwegs und kenne somit fast die ganze Welt. Meine Lieblingsländer sind Südafrika, Namibia, Botswana, Zambia, Malawi, Tanzania, Myanmar und Chile. Ich wohne gerne in Luxuslodges, liebe die Fahrt mit dem luxuriösesten Zug der Welt, dem Rovos Rail, oder steuere während einer Kreuzfahrt viele Häfen an. Auf der anderen Seite nehme ich aber auch an Campingtouren oder abenteuerlichen Touren, wie Gorillatrekking, teil.

2 Reaktionen bis “ Erfahrungsbericht: Gorilla Trekking in Uganda im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark ”

  1. Gut geschrieben, wir waren im Mai bei der gleichen Gruppe!

    Das Gewicht des Silberrückens hat man uns mit 260 KG genannt.

    Liebe Grüße aus Bielefeld

    Reinhard

  2. möchten mitte Januar eine Gorillatreckingtour machen anreise ect. privat also nur die tour wie und wo muss man sich anmelden und wie muss die kondition sein ausserdem interessiert der preis . danke für eine nachricht

Hinterlassen Sie eine Antwort

Sie können diese XHTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>