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Mein Abenteuer beim Gorilla-Trekking in Uganda

Gorillas in Bwindi

Gorilla Trekking in Uganda


Es war noch früh am Morgen, als ich im Hauptquartier des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks in Uganda ankam. Die Luft war frisch und voller Erwartung – ich war bereit für das Abenteuer meines Lebens: das Gorilla-Trekking. Bereits seit Jahren hatte ich von den majestätischen Berggorillas (Gorilla beringei beringei) geträumt, die in den dichten Regenwäldern der Virunga-Vulkane und des Bwindi-Impenetrable-Nationalparks leben. Nun sollte dieser Traum wahr werden.

Nach einem kurzen Briefing durch die erfahrenen Ranger der Uganda Wildlife Authority (UWA), in dem wir über die Regeln und Verhaltensweisen im Umgang mit den Gorillas informiert wurden, brachen wir auf. Unter der Führung unserer Ranger begannen wir die Wanderung durch den dichten, undurchdringlichen Regenwald. Die Wege waren schmal und manchmal beschwerlich, aber die Spannung und Vorfreude ließen mich jede Herausforderung mit Leichtigkeit überwinden.

Unsere kleine Gruppe bestand aus neugierigen Abenteurern, die alle den Wunsch teilten, diese erstaunlichen Tiere aus nächster Nähe zu erleben. Der Weg führte uns durch eine atemberaubende Landschaft, vorbei an hohen Bäumen, durch dichte Vegetation und über kleine Bäche. Während wir uns durch das Dickicht schlugen, erzählten uns die Ranger von der Lebensweise und dem sozialen Zusammenleben der Berggorillas. Ich erfuhr, dass diese faszinierenden Tiere äußerst soziale Wesen sind, die in Gruppen – sogenannten Truppen – leben. Eine Truppe besteht typischerweise aus 5 bis 30 Individuen und wird von einem dominanten Männchen, dem Silberrücken, angeführt. Der Silberrücken entscheidet, wohin die Gruppe zieht, wo sie ruht und was sie frisst.

Nach mehreren Stunden intensiven Trekkings hielten wir plötzlich inne – die Ranger hatten Spuren der Gorillas entdeckt. Mein Herz begann schneller zu schlagen. Es dauerte nicht lange, bis wir die Gruppe ausfindig gemacht hatten. Vor uns saßen sie, majestätisch und friedlich: eine Truppe von Berggorillas, angeführt von einem imposanten Silberrücken. Die Gorillas waren damit beschäftigt, Blätter und Früchte zu fressen, während die Jungtiere spielerisch miteinander rangen und die Weibchen sich um den Nachwuchs kümmerten.

Für die nächsten sechzig Minuten konnten wir die Gorillas aus nächster Nähe beobachten. Die starke soziale Bindung innerhalb der Gruppe war deutlich sichtbar. Es war ein erhebender Anblick, wie sie sich gegenseitig das Fell pflegten und durch Laute, Gesten und Blicke kommunizierten. Die emotionale Intensität dieses Moments war überwältigend – ich fühlte mich tief mit der Natur und diesen beeindruckenden Kreaturen verbunden.

Ich erinnerte mich daran, dass es weltweit nur noch etwa 1.000 Berggorillas gibt und wie stark diese vom Aussterben bedroht sind. Die Uganda Wildlife Authority spielt eine zentrale Rolle im Schutz dieser Tiere, indem sie Anti-Wilderer-Patrouillen implementiert und Umweltbildung fördert. Auch Projekte wie die „Gorilla Doctors“, die medizinische Versorgung und Monitoring für die Gorillas bieten, sind unerlässlich für ihren Erhalt.

Das Gorilla-Trekking hat nicht nur touristische Bedeutung, sondern trägt erheblich zur Wirtschaft Ugandas bei. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Gorilla-Permits – etwa 700 USD pro Person – unterstützen den Naturschutz und die lokalen Gemeinden, was einen nachhaltigen Tourismus fördert. Durch diese Mittel werden der Erhalt der Lebensräume und alternative Einkommensquellen für die Anwohner gewährleistet.

Nachdem die Stunde verstrichen war, machten wir uns auf den Rückweg. Die Erlebnisse des Tages hallten in meinen Gedanken nach, und ich fühlte eine tiefe Dankbarkeit für diese einmalige Erfahrung. Zurück im Hauptquartier reflektierte ich über die Bedeutung des Erlebten: Das Gorilla-Trekking ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden Primaten.

Dieses Erlebnis war mehr als nur eine Reise – es war eine Begegnung mit der Natur, die mein Leben verändert hat. Die majestätischen Berggorillas in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen, hat in mir einen tiefen Respekt für den Naturschutz und die Bedeutung nachhaltiger Tourismusprojekte geweckt. Uganda und seine Berggorillas werden für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen.
https://www.suedamerikatours.de/europa-afrika/ostafrika-touren/2546-geheimnisvolles-uganda-gorilla-trekking-und-ruwenzori-gebirge

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Über den Autor

Thomaswilken

Thomas Wilken wurde am 8.4. 1974 im Ostwestfälische Willebadessen geboren. Nach der Abitur widmete er sich dem Studium der Geographie. Nach dessen Abschluss, einem Jahr als Mountainbike Guide auf Kreta und einer längeren Reise durch Peru und Bolivien entschloss er sich Bergsteigerreisen und Trekkingreisen in Südamerika anzubieten. Dadurch 2005 entstand das Unternehmen Suedamerikatours das bis heute trotz Corona bestand hat. Thomas Wilken ist Autor des Rother Wanderführers für Bolivien und Co Autor des selbigen für Patagonieni.

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