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Ferien-Bericht von Sonamarg mit Ponys auf den Thajiwas-Gletscher im Himalaya

Sonntag

Seegrasfischer

Seegrasfischer in Kaschmir

Der Imam hat leider nicht verschlafen und pünktlich um 5ººh erschallt sein monotoner Ruf über den See. Doch da wir gestern einen sehr ruhigen Tag erlebten, fühle ich mich ausgeschlafen und genieße die fremden Klänge und den frühen Morgen.  Leise, um Gabi nicht zu wecken, stehe ich auf und schaue aus dem Fenster. Trotz der frühen Stunde sind schon Menschen mit ihren Booten unterwegs um Seegras zu ernten.
Ich bleibe auf Dauer nicht unentdeckt und zwei Männer rudern bis zu meinem Fensterplatz um nach einem „Bakschisch“ als Fotogage zu fragen. Dieser morgentliche Herrenbesuch weckt auch Gabi.

Herrenbesuch

Herrenbesuch

In aller Ruhe genießen wir unsere Dusche und als wir fertig sind erscheint  Sultan wie ein guter Hausgeist . „Good mornig, you like your breakfast?“  ist seine freundliche Begrüßung  nachdem er diskret und leise angeklopft hat. „Das gleiche wie gestern?“ möchte er noch wissen, bevor er zurück in die Küche geht. Kurz darauf ist er mit allem Gewünschtem wieder zurück, einschließlich einer großen Schale Joghurt.
Zu unserem heutigen Ziel, Sonarmag  und dem Thajiwas- Gletscher, möchten wir gegen 10ººh aufbrechen und pünktlich machen wir uns auf den Weg zu Prakashs Auto. Er steht schon fahrbereit da und wartet auf uns. Auch Mr. Butt lässt es sich nicht nehmen, uns zu verabschieden. „Reitet auf gar keinem Fall auf einem Pony, die Pferdeführer wollen euch nur übers Ohr hauen. Geht die Strecke zu Fuß!“ ist Mr. Butt´s eindringlicher Rat. „Nehmt kein Pony und kommt früh genug zurück. Dann könnt ihr euch noch meinen kleinen Laden mit Papyrus ansehen.“  Mit diesen Abschiedsworten fahren wir vom Hof und hinter uns wird das Tor geschlossen.
Sonarmarg liegt auf einer Höhe von 2750 m und ist der letzte Ort vor den rauen Höhen des Himalaya. Busreisende auf dem Weg zum Zoji La-Pass machen hier ihre letzte Rast vor der Überquerung des Passes. Die Straße führt ab Sonamarg weiter hinauf bis an die Waffenstillstands grenze  von 1949 zwischen Pakistan und Indien und biegt danach ab in Richtung Ladakh und Leh.
Unsere zweistündige Fahrt führt uns durch kleine Bergdörfer und schmale Täler. Die Berge werden  immer höher und wir können selbst im Auto das Sinken der Temperaturen spüren.
Dann haben wir Sonamarg erreicht. Eine Bushaltestelle, zwei Restaurants und ein großes Gebäude mit einem Schild „Touristen Information“.
Das ist alles? Der ganze Ort? Wir fahren näher an die „Touristen Information“ und parken auf dem umzäunten Gelände. Kaum sind wir aus dem Auto ausgestiegen, kommen auch schon die ersten „Bergführer“ um uns Ponys zu vermieten. „500 Rupees pro Pony bis hinauf zum Gletscher!“ lautet das Angebot. Und wo ist der Fußweg?

mein Pony

mein Pony in Sonamarg

Erstaunt schauen mich die beiden Pferdevermieter an. „Fußweg? Das ist sehr weit, Mam! Und es geht steil bergauf!“  Ein gedeckt mit Mr. Butts Warnung möchte ich das gerne genauer wissen und schlage vor, dass wir uns in der Touristen Information erkundigen. Vielleicht haben die auch Wanderkarten?  Immerhin steht in meinem Reiseführer es sind nur 4 km Fußweg. Wo beginnt denn der Fußweg zum Gletscher? Doch irgendwie scheint das Englisch den Anwesenden zur Beantwortung meiner Frage nicht zu reichen und auch Prakash kommt im Moment mit Hindi nicht weiter.
Die Touristen Information? Ist denn da niemand im Büro?  „Just a moment, Mam“ wird mir versichert und wir warten geduldig auf einen Angestellten des Tourismusbüros. Es kommt auch jemand, setzt sich hinter den Schreibtisch und informiert uns, dass der beste Weg zum Gletscher die Ponys seien.  Habe ich den Mann nicht schon irgendwo gesehen?  Er ähnelt sehr demjenigen, der uns als erster das Angebot mit den 500 Rupees gemacht hat.

Prakash hoch zu Ross

Prakash hoch zu Ross zum Thajiwas Gletscher

„You know, Mam“ kommt als weitere Erklärung „wir haben hier eine sehr kurze Saison, nur drei Monate. Und die Ponys müssen ja auch im Winter gefüttert werden.“ Das ist ein vernünftiges und überzeugendes Argument und so mieten wir drei Ponys um  dem Thajiwas-Gletscher hinauf zu reiten.
Die Pferde stehen nicht weit von der Touristen Information entfernt und nachdem wir jeder auf ein Pony geklettert sind kann es losgehen.
Wir reiten auf einem kleinen Pfad entlang, vorbei an kleinen Häusern in denen Hirten leben. Die Pferdchen sind teilweise recht mager und klapprig, doch ich habe das Gefühl, dass ich Dank meiner vollschlanken Figur ein etwas stabileres Tier bekommen habe als Gabi und Prakash. Doch alle drei traben zügig vor sich hin, vermutlich mit dem Gedanken möglichst schnell am Ziel anzukommen und unsere Last wieder los zu werden.
Inzwischen sind wir an den Hirtenhäusern vorbei und der schmale Steg  führt steil in die Höhe. Sicher wird es dort oben auf dem Kamm eben und gerade weitergehen. Doch als wir oben auf dem Grat ankommen halte ich erst mal vor Schreck die Luft an. Steil geht es auf der anderen Seite wieder hinab, und nicht genug damit, ist auf der rechten Seite des Pfades ein Abhang. Das meinen die doch nicht im Ernst? Hier soll ich mit dem Pferd entlang? Einer der Führer kommt angelaufen und ruft mir zu : „Lean back!Einfach zurück lehnen!“   Ja, das ist mir schon klar! Ich vertraue einfach auf das Pferd und versuche mich so leicht wie möglich zu machen. Ich bin davon überzeugt, das Pony weiß was es tut. So ist es dann auch, es findet mit seiner Erfahrung die besten Stellen für einen  festen Tritt . In Kürze ist der Abhang geschafft und ich kann mir wieder entspannt  die grandiose Landschaft betrachten. Steil ragen die Berge in die Höhe und an den Gipfeln hängen tiefe Regenwolken. In einigen schattigen Tälern liegen noch Schneereste vom letzten Winter, er bleibt in dieser Höhe das ganze Jahr liegen.

Ausgangspunkt des Fussweges

Ausgangspunkt des Fussweges zum Thajiwas Gletscher

Einige Meter weiter treffen wir auch auf den Fußweg zum Thajiwas-Gletscher. Er beginnt an einem  Parkplatz, auf dem Kleinbusse und Autos stehen. Wir sind auf dem Weg nach Sonamarg daran vorbeigefahren.  Unser Reiterpfad führt uns parallel zum Fußweg nach oben, bis in das „Basislager“. Hier dürfen nach einem einstündigen Ritt die Pferde ausruhen und wir uns die Füße vertreten. Und wo bitte ist der Gletscher? „Hier oben, Mam“ meint unser Führer und zeigt auf einen schmuddelig grauen Fleck am Berghang. Da hoch? Über das ganze Geröll und Steine? Das sind mindestens vierzig Minuten bergauf! Für so ein bisschen graues Eis? Nee! Also ich auf gar keinen Fall!

Basislager

Basislager

Doch Gabi und Prakash sind anderer Meinung: „ Jetzt sind wir schon mal hier, nun wollen wir auch auf den Gletscher.“  Ich gebe den beiden noch einige Meter Geleit, balanciere hierfür über glitschige Steine um  die andere Seite des Baches zu erreichen und bleibe dann zurück bei den Pferden, Zelten und den Hirten. Gabi hat sportlichen Ehrgeiz und Prakash, als „Wüstensohn“ , war noch nie auf einem Gletscher. Er hat sich extra ganz in Weiß gekleidet, um ein gutes Foto auf dem weißen Gletscher von sich zu bekommen. Ich schaue den beiden nach, wie sie auf der  Geröllhalde immer kleiner werden. Prakash winkt mir nochmal zu, doch dann sind die Beiden zwischen all den anderen Gletscherbesuchern nicht mehr auszumachen.
Nun schaue ich mir meine Umgebung genauer an. Prakash hatte Bedenken, dass ich mich vielleicht langweile. Doch wenn ich mich hier umschaue gibt es sehr viel zu sehen.

Bekanntschaft aus Mumbai

Bekanntschaft aus Mumbai

Ich bin ja auch nicht alleine. Zusätzlich zu  den Pferdehirten und den Ponys  ist der Ort sehr gut  besucht. Es handelt sich hierbei um indische Familien, die vermutlich einen Sonntagsausflug machen. Kurz darauf bin ich auch schon mit drei jungen Frauen im Gespräch. Sie kommen alle aus Mumbai und machen so wie wir Urlaub in Srinagar. „Es ist schön, endlich der Hitze zu entkommen. Hier oben ist es so schön kühl!“  Ja, dass stimmt allerdings. Die Wolken werden zusehends dichter und es sieht fast nach Regen aus. Fröstelnd wickle ich mein Tuch etwas enger um mich. Doch die drei sind begeistert von dem Wetter und möchten wissen wie es mir oben auf dem Gletscher gefallen hat. „Oh, you wasn´t up there?“  Sie waren oben, auf dem kleineren Gletscher, der ist nicht ganz so weit. Hat es euch gefallen?  „Ach, viel zu sehen gibt es nicht.  Es ist ja fast kein Eis da. Eigentlich mehr Menschen als Eis“ erzählen sie mir lachend. Gemeinsam überqueren wir wieder den Bach, diesmal auf einem wackligen und morschen Holzbalken. Das Wasser sieht kalt aus, doch glasklar und mit Sicherheit ist es sauber. Viele der hier anwesenden Inder trinken direkt das Wasser aus dem Bach.

Himalayawasser

Himalayawasser

Einige machen dies mit der hohlen Hand, andere benutzen  Wasserflaschen aus Plastik und füllen sie an einer etwas tieferen Stelle. Sicherlich, das Wasser ist sauber! Doch für mich absolut unverständlich sind die weggeworfenen Plastikflaschen, die fröhlich auf der kleinen Strömung des Baches dahin tanzen bis sie irgendwo am Ufer hängen bleiben. Wie kann man hier, mitten in dieser grandiosen Natur seinen Plastikmüll in das Wasser werfen? Ob das heute Abend eingesammelt wird? Vielleicht von den Pferdebesitzern, denen anscheinend auch die Zelte gehören?
In den Zelten scheinen ein Teil der Pferdehirten zu wohnen, zumindest halten sie sich mit ihrer Familie darin auf. Vor den Zelten sind Tische und Stühle aufgebaut, dort kann sich jeder hinsetzen, einen Tee trinken oder etwas essen.

Kaschmiri-Teekocher

Kaschmiri-Teekocher

Auch mir wird, sobald ich in die Nähe eines der Zelte komme, Tee angeboten. Was für einen Tee gibt es denn? „Lipton Tee, Mam!“ ist die stolze Antwort. Lipton? Teebeutel? Na, den bekomme ich auch zu Hause. Warum gibt es hier keinen Kaschmiri Tee? Leicht verlegen drucksen die beiden Teeverkäufer herum : „Sorry, Mam! Kaschmiri Tee haben wir keinen.“ Wie kommt das denn? Wir sind hier doch in Kaschmir, da sollte es doch als erstes Kaschmiri Tee geben. Oder?
Ich verzichte im Moment auf meine Teebestellung und setze mich mit den drei junge Frauen aus Mumbai an einen Tisch. Sie sind alle drei noch in der Ausbildung oder am Studieren, eine der dreien möchte gerne Ärztin werden. „Doch es ist sehr schwierig eine Arbeit zu bekommen. Die Krankenhäuser haben kein Geld um junge Ärzte einzustellen“  bekomme ich von der angehenden Medizinerin erklärt.  Wir sind dabei uns zu unterhalten, als einer der Teeverkäufer mit einer dampfenden Tasse heißen Tees an unseren Tisch kommt. Mit Schwung stellt er sie vor mir ab und meint mit stolzem Lächeln: „Mam, Kaschmiri tea! Special for you!“   Ach, danke! Das ist aber nett! Ob er wirklich speziell für mich einen Kaschmiri Tee gekocht hat? Vorsichtig probiere ich von dem Getränk. Iiiiiiiiigit! Das schmeckt ja  mehr als merkwürdig. Es ist Tee mit Milch, aber statt mit Zucker ist das Getränk anscheinend mit Salz gewürzt. Gespannt beobachten mich die Teeverkäufer von ihrem Zelt aus und ich gebe mir Mühe, keine Miene zu verziehen. Nur nichts anmerken lassen! Ist das wirklich Kaschmiri Tee? Schwer zu sagen, da ich ja nicht weiß wie echter Kaschmiri Tee schmeckt. Einer der beiden kommt an den Tisch: „You like Kaschmiri Tea?“ fragt er ohne die Mine zu verziehen. Ja, klar! Schmeckt lecker, versichere ich ihm mit freundlichem Nicken.  Was haben die in ihrem Zelt wohl zusammengebraut?  Vielleicht schmeckt Kaschmiri Tee ja wirklich so. Oder haben sie einen Lipton Tee mit Salz gewürzt und lachen noch nächstes Jahr über die Ausländerin, der es angeblich auch noch geschmeckt hat?

Familienausflug

Familienausflug im Himalaya

Während meiner Teepause hat sich der Himmel noch mehr bezogen  und es kommt ein kühler Wind auf. Meine drei Tischnachbarinnen verabschieden sich und ich spaziere  umher um mich aufzuwärmen.
Doch wie überall in Indien, bleibe ich auch hier nicht lange alleine. Ein Mann mit einem kleinen Jungen verwickelt mich in ein Gespräch. Das Kind ist sein Sohn, ob ich es doch bitte mal fotografieren könnte.  Ein junger Mann mit Sonnenbrille gesellt sich zu uns, er ist Lehrer und mit seiner Schulklasse hier zu einem Ausflug. Das sind also die vielen jungen Mädchen in Uniform, die versuchen den Gletscher zu erklimmen. „Bleiben sie noch eine Weile hier? Vielleicht können wir ja ein Klassenfoto machen?“ möchte er von mir wissen.  An einem weiteren Tisch sitzt eine indische Großfamilie. Sie sprechen zwar kein Wort Englisch, aber Lachen ist immer ein internationales Verständigungsmittel.
Interessiert nähern sich auch zwei Männer, die bisher mit der Versorgung der Pferde beschäftigt waren.  Unschlüssig stehen sie neben mir, dann fasst sich einer der Beiden Mut: „You speak english?“ fragt er mich. Ja, ich spreche Englisch. Ein kleiner Moment des Schweigen, dann kommt die Frage die ihm auf der Seele brennt: „Wie alt bist du?“  Direkte Fragen verdienen eine direkt Antwort: „Dreiundfünfzig. Und du?“  Das bringt ihn ein wenig in Schwierigkeiten, weniger aus Eitelkeit, sondern vermutlich weil sie es nicht wissen. „Dreißig?!“ kommt seine sehr zögerliche Antwort. Und sein Freund?  „Zwanzig?!“  Ich habe das Gefühl, die haben sich beide verschätzt, um  mindestens zehn Jahre zu ihren Gunsten. Aber möglicherweise täusche ich mich, denn dass Leben in Sonamarg lässt vermutlich schneller altern, als das Leben an der spanischen Sonnenküste.

Thajiwas-Gletscher

Prakash auf dem Thajiwas-Gletscher

Das Wetter verschlechtert sich zusehends und zu dem kühlen Wind fallen die ersten dicken Regentropfen.  Die meisten Besucher packen ihre Sachen zusammen und machen sich auf den Rückweg. Ich selbst stelle mich unter die überhängende Zeltplane bei den  Kaschmiri-Teekochern. Doch kaum erkennen mich die beiden werde ich hinein gewunken, ein Stuhl wird für mich in die Mitte des Zeltes gestellt und so habe ich es warm und trocken. Neben mir ist die Familie am Mittagessen. Die Feuerstelle ist in der Mittelpunkt, darum liegen Teppiche als Sitzgelegenheit. Die darauf sitzenden Frauen, Kinder und Männer  lassen es sich schmecken.  Draußen prasseln einige  Regentropfen des kurzen Schauers auf das Zeltdach und ich bin froh, nicht den Aufstieg auf den Gletscher gemacht zu haben. Wo bleiben die beiden Bergsteiger eigentlich?

Himalayaquelle

Himalayaquelle

Kaum habe ich mir die Frage gestellt,  tauchen Gabi und Prakash am Eingang des Zeltes auf. Daher bedanke und verabschiede ich mich von meinen teekochenden Gastgebern. Wie war es da oben? Hat sich die Mühe gelohnt?  „Ja, auf jeden Fall“ erzählt Gabi begeistert. „Wir haben dort so viele Leute kennengelernt, jeder wollte wissen wo wir herkommen. Und an einer Quelle waren wir, dort habe ich echtes Himalaya-Wasser getrunken“. Schön, dass die beiden ebenso zufrieden mit der verbrachten Zeit sind wie ich.

Himalayagipfel

Himalayagipfel

Doch nun ist es Zeit für den Rückritt, die Pferde werden uns gebracht und  wir machen uns auf den Weg. Flott traben die Ponys zurück, sie wissen, bald haben sie Feierabend.  Vorbei an den ganzen Fussgängern und Wanderer drängen sie den Pfad entlang, finden den steilen Weg über den Hügel  und schon sind wir wieder an unserer Ausgangspunkt.
Es ist nun später Nachmittag und wir haben alle drei ein leichtes Hungergefühl. Sollen wir hier etwas essen? Doch die drei Restaurants machen alle keinen sehr einladenden Eindruck und wir beschließen zurück zu fahren.

Flussbett auf dem Rückweg nach Srinagar

Flussbett auf dem Rückweg nach Srinagar

In Srinagar angekommen stellen wir uns die gleiche Frage: Wohin? „Warum gehen wir nicht mal in ein typisches Kaschmiri Restaurant mit örtlicher Küche?“ ist Gabis Vorschlag. Gute Idee! Prakash erkundigt sich für uns bei einigen Passanten und Tuktuk Fahrern und so erreichen wir den Parkplatz eines Restaurants mit heimischen Spezialitäten.  Die Speisekarte ist groß und wir entscheiden uns für ein vegetraisches Gericht und einer Reisplatte mit Huhn.  Der Geschmack ist ausgezeichnet, doch von der Reisplatte bleibt leider die Hälfte übrig. Es war viel zu viel! Schade! Doch Prakash macht uns einen Vorschlag: „Auf dem Parkplatz war eine Bettlerin, sie hat mich nach etwas zu essen gefragt. Wir können es einpacken lassen und ihr mitbringen.“  Das ist eine gute Idee und wir lassen  uns den restlichen Reis mit Huhn in Alufolie  einpacken.

Obstverkauf an der Strasse

Obstverkauf an der Strasse

Die Bettlerin ist leider schon gegangen oder hat ihren Standplatz gewechselt. Doch als ein alter Mann mit Krücke uns mit offengehaltener Hand entgegenkommt, bietet Prakash ihm das Essen an.  Und es wird dankbar angenommen. Der Greis nickt mit einem freudigen Lächeln, nimmt das Päckchen und verschwindet so rasch es ihm möglich ist damit um die Ecke. „Er hat sich echt gefreut“ versichert uns  Prakash.
Wir machen noch einen kleinen Spaziergang in der Hoffnung irgendwo ein Internet Cafe zu finden. Doch als weit und breit keines zu sehen ist, holen wir das Auto und machen uns auf die Rückfahrt zu Mr. Butts Hausbooten.
Auch heute ist es bei unserer Rückkehr wieder zu spät, um Mr. Butt seinen Papyrus Laden anzuschauen. Sultan wartet schon auf uns, um zu fragen wann wir unser Dinner möchten. Nein danke, bitte kein Dinner. Doch wie jeden bisherigen Abend bestellen wir uns als Gute-Nacht-Drink eine Flasche Bier und plaudern noch eine Weile auf unserer Bootsterrasse. Fast alles ist wie jeden Abend- der Unterschied liegt jedoch in den Sitzgelegenheiten. Jeder von uns hat nach dem Ponyritt ein  weichens  Kissen als Sitzunterlage und als wir uns später ins Bett legen, bin ich froh über die bequeme Matratze.

Kashmir, eine Reise in den Norden Indiens

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Über den Autor

Elke Hoppe

Vor ca. 20 Jahren bin ich von Deutschland nach Spanien ausgewandert, um auf der Sonnenseite Europas leben zu können. Doch auch von hier aus habe ich das Bedürfnis mehr von der Welt kennen zu lernen. Da es mir zeitlich und beruflich möglich ist, mache ich seit 2005 einmal im Jahr eine „große Reise“. Begleitet werde ich dabei von Edith, meiner Mutter, die vor 18 Jahre ebenfalls aus dem deutschen Regen in die spanische Sonne geflüchtet ist. Bisher hat uns unsere Reiselust nach Asien, Kenia und Peru geführt. Für das Jahr 2009 hatten wir uns für Indien entschieden und dort neben Rajasthan inzwischen auch andere Regionen besucht. Auf den Rundreisen in Indien waren wir in Begleitung von unserem Fahrer Prakash Acharya. Er ist ein zuverlässiger und informativer Reisebegleiter, den ich sehr empfehlen kann. Prakash hat sich vor einigen Jahren selbständig gemacht und falls jemand mit ihm eine Rundreise machen möchte bin gerne bereit den Kontakt herzustellen.

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