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Simbabwe Safari: Inmitten der Big Five wandern im Hwange Nationalpark

Tag 5    11. März

Simbabwe - Hwange Nationalpark - Mandavu Dam - Impala

Simbabwe – Hwange Nationalpark – Mandavu Dam – Impala

Das Geräusch von Regentropfen auf dem Strohdach über meinem Zelt begrüßte mich, als ich an diesem Morgen aufwachte. Es hörte sich an wie ein „Landregen“, langsam aber stetig und ich hoffte natürlich, dass er aufhören würde bevor es Zeit war den neuen Tag der Simbabwe Safari zu beginnen. Doch inzwischen genoss ich die Geräusche der Nacht, die Schleiereule war wieder auf der Jagd, die Zwergohreulen ließen ihre zirpenden Rufe hören und die Fledermäuse jagten wieder über meinem Zelt. Kurz bevor Andys Wecker läutete, meldeten sich auch die Perlkäuze zu Wort und pfiffen ihr Duett, das man eigentlich nicht mit Eulen in Verbindung bringen würden, wenn man nicht wüsste, dass es sich um Afrikas kleinste Eulen handelt.

Als das erste Licht sichtbar wurde, und ich Andy und Norman miteinander sprechen hörte, regnete es immer noch. Immerhin war es warm, und der Weg zum Bad daher nur ein wenig feucht aber nicht unangenehm. Wir hielten eine kurze Konferenz ab und beschlossen, ausgiebig zu frühstücken und dabei in Ruhe die Pflanzen und Insekten nachzusehen, die wir Tags zuvor nicht hatten bestimmen können.

Norman setzte uns ein delikates Mahl vor, zart schmelzendes Omelett, Schinken und gebratene Pilze. Bis wir das gute Essen genossen hatten, nieselte es nur noch. Als wir mit Aufräumen fertig waren, hatte es ganz aufgehört zu regnen. Wir kletterten ins Auto und fuhren los in Richtung Masuma Dam, von dort aus wollten wir eine Fuß-Safari unternehmen. Andy war wild entschlossen, heute einen der „Big Five“ aufzutreiben: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe oder Leopard. Er meinte, es könne nicht angehen, dass wir nun schon zwei Tage hier waren, ohne einen Elefanten gesehen zu haben. Eigentlich war das in Hwange auch unerhört, aber durch die ausnehmend gute Regenzeit herrschten eben auch besondere Bedingungen. Der Busch war dicht, für Blicke undurchdringlich und es gab so viele natürliche Wasserstellen tief im Busch, dass die Tiere nicht auf die Stauseen angewiesen waren.

Wir erreichten gerade rechtzeitig den Masuma Picknick-Platz, als es wie aus Eimern zu schütten begann. Wir machten schnell das Dach vom Auto zu und setzten uns in die Beobachtungsplattform, um zu warten bis es vorbei war. Unterdessen sahen wir ein paar Stelzvögeln zu, die am Rand des Sees im Schlamm nach Beute stocherten. Die Flusspferd-Familie, die im See lebte, tauchte immer wieder einmal unter lautem Schnauben auf. Ein ganz kleines Jungtier legte öfter einmal den Kopf auf den Rücken eines der ausgewachsenen Tiere.

Der Regenguss war schnell vorüber und wir stiegen wieder ins Auto. Andy meinte ganz zu Recht, es habe nicht viel Sinn, nach dem Schauer im tropfnassen Gebüsch umher zu wandern. Der Boden war lehmig und wir hätten innerhalb kürzester Zeit riesige Schlammklötze an den Stiefeln gehabt. Er schlug vor, einen der Wildnis-Campingplätze zu besuchen, die er ganz gern mit Gästen nutzt. Der Platz lag an einem Steilufer oberhalb des Lukosi River. Der Ausblick war herrlich und wir hätten alle am Liebsten gleich unsere Zelte geschnappt und wären damit hierher gezogen.

Gerade als wir uns auf den Rückweg machten, kam uns eine Gruppe Ranger zu Fuß entgegen. Wir hielten an

Simbabwe - Hwange Nationalpark - Lukosi River

Simbabwe – Hwange Nationalpark – Lukosi River

und Andy sprach mit ihnen. Sie erzählten uns, dass in dem Gebiet um Masuma herum Spuren von Wilderern entdeckt worden waren, und dass sie nun auf der Jagd nach den Verbrechern waren. Sie baten uns, die Gegend zu meiden, damit unsere Fußspuren nicht mit denen der Wilddiebe verwechselt würden. Natürlich wollten wir keine Verwirrung stiften, aber andererseits war dies das Gebiet, das unserem Camp am Nächsten lag, und das wir natürlich gern erforscht hätten. Andy versprach den Rangern, dass wir uns einen anderen Plan ausdenken würden.

Auf dem Rückweg zu unserem Camp fuhren wir am Lauf des Lukosi River entlang. An einer Stelle wühlte er sich braun und vom vielen Regen stark angeschwollen über ein Bett aus Felsen die von der Erosion schön gezeichnet waren. Wir hielten an und sahen fasziniert zu, wie das Wasser wirbelte, schäumte und Wellen schlug. Dennoch war es für den Landrover kein Problem, den Fluss  auf der Betonfurt an der Straße zu überqueren.
Zurück in Shumba Camp machte sich Norman gleich ans Mittagessen. Die Sonne kam hinter den Wolken

Simbabwe - Hwange Nationalpark - Buntastrild Pärchen

Simbabwe – Hwange Nationalpark – Buntastrild Pärchen

hervor und es wurde gleich richtig herrlich heiß. Ich ließ mir von Andy eine Schüssel geben und machte mich daran, etwas Wäsche zu waschen, die Gelegenheit musste genutzt werden. Als meine Sachen alle auf der Leine hingen, beobachtete ich, wie ein Pärchen Buntastrilde in einer Pfütze in der Nähe unserer Feuerstelle badeten. Die leuchtenden Farben der winzigen Vögel und die glitzernden Wassertropfen, die sie versprühten waren ein wunderschönes Bild.

Norman hatte sich selbst übertroffen und einen frischen Salat gezaubert, verziert mit ein paar liebevoll selbst-geschnitzten Käsesternen. Gemütlich aßen wir zu Mittag und machten uns kurz danach wieder auf den Weg. Andy wollte bis nach Mandavu fahren, eine ziemlich lange Strecke, aber notwendig, weil wir ja versprochen hatten, nicht im Masuma Gebiet zu wandern.

Simbabwe - Hwange Nationalpark - nach dem Regen

Simbabwe – Hwange Nationalpark – nach dem Regen

Anscheinend hatte es während unserer Mittagspause noch einmal ein örtlich begrenztes Gewitter gegeben, denn das Wasser stand mehrere Zentimeter-hoch auf der Straße, aber der Stand des Lukosi River war wieder erheblich niedriger, als noch zu Mittag.

Als wir links das Wasser des Mandavu See erblickten, stellten wir das Auto ab und machten uns nach rechts auf in den einigermaßen lichten Mopane-Wald. Bereits nach wenigen Minuten, erblickten wir eine kleine Herde Impala, auch Schwarzfersen-Antilopen genannt. Es waren vornehmlich weibliche Tiere mit Jungen, die uns aus sanften braunen Augen neugierig betrachteten. Als wir ihnen zu nahe kamen, liefen die eleganten Antilopen davon, hatten es aber nicht besonders eilig dabei.

Wir kletterten auf einen steinigen Hügel, der uns eine wunderschöne Rundum-Sicht über den grünen Wald im

Simbabwe - Hwange Nationalpark - Landschaft

Simbabwe – Hwange Nationalpark – Landschaft

weichen Nachmittagslicht erlaubte. Als wir oben standen und durch die Ferngläser schauten, kam ein blau-schillernder Schmetterling geflogen und ließ sich in unserer Nähe nieder. Wir bestaunten ihn gebührend, dann sahen wir uns noch etwas die Gegend an bevor wir wieder zum Auto zurück kehrten.

Andy wurde immer nervöser darüber, dass wir noch keine Elefanten gesehen hatten. Ich tröstete ihn und versicherte ihm, dass wir ja noch ein paar Tage Zeit hatten, und dass wir bestimmt noch viele Tiere finden würden. Ich machte ihm auch wirklich nichts vor, ich kannte Hwange nur im September und Oktober, wenn alles trocken und verdorrt war, die Bäume grau-braun und das übrig gebliebene Gras goldgelb. Es war wirklich eine Augenweide, den Park einmal so voller Leben

Simbabwe - Hwange Nationalpark - Schmetterling

Simbabwe – Hwange Nationalpark – Schmetterling

und so grün zu sehen. In der Trockenzeit war es auch keine Herausforderung, Elefanten und andere Tiere zu finden, dann waren sie nämlich auf das Wasser der Stauseen und der künstlichen Tränken angewiesen, wo Grundwasser für die Tiere gepumpt wird. Jetzt, zu dieser Zeit, war es wirklich eine  Leistung, Tiere zu finden und zu beobachten und das machte richtig Spaß.

Nachdem wir zum Auto zurück gekehrt waren, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum See, ein paar Flusspferde hoben die Köpfe und sahen uns an. Auf einem der abgestorbenen Bäume im See saß wieder der Schreiseeadler, deutlich zu erkennen mit seinem schönen kastanienbraunen Gefieder und dem weißen Kopf.

Jetzt wurde es aber Zeit, dass wir zum Camp zurück kehrten sonst würde die Dunkelheit uns einholen bevor

Simbabwe - Hwange Nationalpark - Mandavu Dam

Simbabwe – Hwange Nationalpark – Mandavu Dam

wir dort waren. Unterwegs hielten wir noch einmal an, um einen kleinen Regenbogen inmitten von hoch-aufgetürmten Gewitterwolken zu bestaunen.

Als wir in der Abenddämmerung in den Hof fuhren, rannten die Streifenmangusten knurrend und quietschend hinter den großen Ebenholzbaum, aber sie kamen schnell wieder heraus, als wir das Auto abgestellt hatten. Norman begab sich gleich wieder ans Kochen, wo er die Energie her nahm, uns den ganzen Tag zu begleiten und dann auch noch die gesamte „Hausarbeit“ zu machen war mir schleierhaft. Er ließ mich maximal ab und zu Geschirr abtrocknen und den Tisch decken.

Ich holte meine inzwischen trockene Wäsche von der Leine und ging genüsslich duschen, dann durfte ich den Tisch decken. Andy bereitete uns unterdessen ein Lagerfeuer damit wir uns nach dem Essen noch gemütlich zusammen setzen konnten. Es war ein lauer Abend, Sterne waren allerdings nur selten zu sehen, zwischen den dichten Wolken. Einen Becher heißen Rooibos Tee in der Hand unterhielten wir uns leise über die Eindrücke des Tages, und hörten dem nächtlichen Konzert der Wildnis zu.

Mehr informationen zu Safari in Simbabwe finden Sie hier: Daktari Safaris

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Über den Autor

Sabine Gebele

Seit ich als Kind, mit etwa 7 Jahren, die ersten Tierfilme auf dem schwarz-weißen Fernseher ansehen durfte, war mir klar, daß ich eigentlich nach Afrika gehöre. Je mehr Filme ich ansah, im Scheidersitz auf dem Teppich, Rücken an das Sofa gelehnt, desto sicherer war ich. Meine Helden waren Bernhard Grzimek, Jacques Cousteau und Gerald Durrell. Seit 1988 reise ich regelmäßig nach Afrika, habe Südafrika, Lesotho, Swaziland, Namibia, Botswana, Simbabwe, Sambia, Tansania, Kenia und Ghana bereist. So wunderschön diese Länder alle sind, so ist meiner Meinung nach keines mit Simbabwe vergleichbar. Ich habe mich in das Land verliebt, als ich zum Erstenmal dort war, es dauerte keine fünf Minuten! Seit 1996 arbeite ich als Reiseveranstalter und teile meine Begeisterung mit meinen Gästen. Am liebsten bin ich tief im Busch zu Fuß auf Safari, habe aber auch sehr viel Freude am Reisen mit allen anderen Mitteln, seien es Flugzeuge, Geländewagen, Mountainbikes oder Pferde.

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