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Namibia Reise Bericht: Von Solitaire über Swakopmund nach Henties Bay

Kuiseb Canyon

14. Februar: Fortsetzung Reisebericht Sossusvlei
Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es wieder zurück nach Solitaire. Dieses Mal legen wir die 83 km in einer Stunde zurück. Uns begegnet noch die Köchin mit iher Kochmütze „Happy Valentins Day“, denn heute ist der 14. Februar! Sie preist den berühmten Apple Pie im Solitaire Restaurant an, der auch sehr verlockend aussieht und am Nebentisch gerade vier Stücke serviert werden, aber wir bleiben standhaft und verzichten, denn wir haben noch eine lange Fahrt vor uns.

Gaub Fluss

Gaub Fluss

Valentinstag
Valentinstag

Um 13:10 Uhr verlassen wir also Solitaire voll getankt! Die nun folgende Piste zum Gaub Pass ist immer wieder ausgewaschen, so dass Frans den Motor drosseln muß und nicht konstant in einer Geschwindigkeit fahren kann.

Es ist eine eindrucksvolle Landschaft. Zeit für Fotostopps muss sein, denn wann sieht man schon mal so viel Wasser! In weiten Kehren geht es nun hinunter zum Fluss, denn auch der Kuiseb fließt, das ist sehr selten!

Kuiseb Fluss

Kuiseb Fluss

Dieser Fluss entspringt in der Nähe von Windhoek im Khomas Hochland und endet in Walvis Bay. Aber nur selten erreicht der Fluss den Atlantik, er versandet meistens schon vorher, fließt aber unterirdisch weiter. Das Grundwasser wird in Walvis Bay und in Swakopmund verwendet.

Dann erzählt uns Frans von dem Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“.  Denn in dieser unwirtlichen Gegend haben die beiden Geologen Henno Martin und Hermann Korn 2 ½ Jahre überlebt, um dem zweiten Weltkrieg zu entgehen.
Nachdem wir den Kuiseb Canyon zurück gelassen haben, beginnt eine nicht so interessante Strecke. Wir sehen den Abzweig zur Rostock Ritz Lodge, die wir von AST-Reisen gerne für einen Zwischenaufenthalt für Kunden buchen. Schade, dass wir keine Zeit haben, diese anzusehen, aber wir müssen weiter!

Grüne Wiesen

Grüne Wiesen

Straußenpaar mit Kleinen

Straußenpaar mit Kleinen

Weite Strecken führt die Piste geradeaus und es begegnen uns kaum Autos. Zwischendurch wird es wieder sehr kurvenreich und auf einmal taucht ein Straußenpärchen mit seinen Jungen neben der Straße auf. Allerdings wird meine Aufnahme aus dem fahrenden Auto nicht so ganz scharf!

Ausgewaschene Piste

Ausgewaschene Piste

Manches Mal ist die Piste derart ausgewaschen und steil, dass man ganz langsam fahren muss. Wenn es weiterhin so stark regnet, wird dieser Teil bald so überschwemmt sein, dass man gar nicht mehr durchkommt.

 

Vogelfederberg

Vogelfederberg

Eine Sehenswürdigkeit links der Straße ist der Vogelfederberg, eine interessante Felsformation aus verwittertem Granit.Links und rechts sind kleine Sanddünen und vor Walvis Bay geht ein ziemlich starker Wind, der Sand über die Straße weht, die nun zur Teerstraße wird.

Der Wind weht ganz schön!

Der Wind weht ganz schön!

Linker Hand stehen viele Elektromasten. Die ganze Gegend sieht irgendwie unwirklich aus.

Von Solitaire bis Walvis Bay haben wir genau drei Stunden benötigt.Frans fährt kurz durch Walvis Bay, um uns einen Eindruck der Stadt zu verschaffen. Die Straßen sind ziemlich gerade angelegt und heißen zum Meer hin „Road“ und parallel zur Küste „Street“. Aus Zeitmangel können wir von hier aus keine Ausflüge unternehmen, wie eine Bootsfahrt zur Seal colony, dem Leuchtturm, zum Pelican Point und zu den Nistplätzen der Wasservögel (Guano Plattform) bzw. der Lagune.

Siedlung bei Walvis Bay

Siedlung bei Walvis Bay

Wir müssen noch ca. 30 km auf einer guten Teerstraße nach Swakopmund fahren.

Angler

Angler

Der Wind bläst ganz schön und die Palmen biegen sich. Trotzdem sind jede Menge Angler zu sehen, die ihren Samstagnachmittag mit Angeln und Trinken verbringen.  Links ist das Meer und rechts sind Sanddünen. Ich erinnere mich noch gut, als wir eine herrliche und unvergessliche Quadbike Tour durch die Sanddünen unternommen haben.

Dann sehen wir auch schon die Brücke über den Swakop und kommen in Swakopmund an.

Palmenallee in Swakopmund

Palmenallee in Swakopmund

Die Stadt liegt mitten in der Wüste, bzw. ist umringt von Sanddünen. Heute am Sonntag ist sogar etwas Betrieb auf den Straßen. Ich habe Swakopmund schon total im Nebel erlebt, aber auch schon im Sonnenschein. Normalerweise ist es so, dass es in Swakopmund morgens neblig ist, da der kalte Benguela-Strom aus der Antarktis kommt. Im Laufe des Tages lichtet sich der Nebel und zieht in die Wüste, um dann am späten Nachmittag wieder nach Swakopmund zurückzukehren.

Frans setzt mich im Büro von Namibia Tracks & Trails ab. Das ist unser Partner in Namibia, mit dem wir eng zusammen arbeiten. Die Mitarbeiterin Janine kommt sogar heute am Sonntag ins Büro, um mit mir einiges zu besprechen. Die anderen besichtigen kurz das Büro und unternehmen dann eine Stadtrundfahrt. Ich kenne ja die Stadt und füge deshalb einige Bilder von früher ein.

Haus in Swakopmund

Haus in Swakopmund

Kaiser-Wilhelm-Straße

Kaiser-Wilhelm-Straße

Aler Bahnhof, jetzt Swakopmund Hotel

Aler Bahnhof, jetzt Swakopmund Hotel

Altes Amtsgericht

Altes Amtsgericht

Swakopmund ist noch ein richtig deutsches Städtchen mit vielen deutschen Straßennamen. Denn die ursprünglichen Siedler kamen aus Deutschland. Swakopmund wurde 1892 gegründet und ein Jahr danach kamen mit dem Schiff „Marie Woermann“ 120 Schutztruppler und 40 Siedler aus Deutschland mit einem Brandungsboot an Land.

Leuchtturm mit Bezirksamt

Leuchtturm mit Bezirksamt

In diesem unwirtlichen Gebiet gab es natürlich noch nicht viel, zumindest keine Unterkünfte, nur einige Baracken und Lagerhäuser. Es war auch nicht ganz ungefährlich, denn Hendrik Witboois überfiel immer wieder die Siedler. Aber allmählich kamen mehr Schiffe ins Land (1894 vier Schiffe, 1895 sogar fünf Dampfer) und es siedelten sich Handwerker und Händler an.
1907 hatte Swakopmund bereits um die 1 700 Einwohner und war somit in den deutschen Kolonien die größte weiße Ansiedlung. Allerdings kam dann der 1. Weltkrieg, es marschierten südafrikanisch-britische Truppen ein, die deutschen Schutztruppen kapitulierten 1915 und viele kehrten in die Heimat zurück.
Es sind noch viele schöne Bauten erhalten. Ich glaube, mit zu den schönsten Bahnhöfen der Welt gehört der alte Bahnhof in Swakopmund im wilhelminischen Stil, heute das Swakopmund Hotel mit Läden und Spielcasino. Gut erhaltene Gebäude sind auch das Alte Amtsgericht und das Gefängnis. Neueren Datums ist die Kristallgalerie.

Gefängnis

Gefängnis

Straßenschild

Straßenschild

Kristallgalerie

Kristallgalerie

Souvenirs

Um 17:45 Uhr treffen wir uns im Café Anton, wo wir kaum Platz finden, denn viele Swakopmunder und auch Touristen treffen sich dort, um deutsche Kuchen, wie Schwarzwälderkirschtorte, zu verzehren.  Vom Café Anton aus hat man einen schönen Blick auf den Leuchtturm und das Kaiserliche Bezirksamt. Kunsthandwerker verkaufen auf dem Platz davor ihre Holzschnitzereien oder sonstigen Souvenirs.

Da wir noch vor Einbruch der Dunkelheit in Henties Bay ankommen möchten, brechen wir schließlich auf, um die letzten 70 km hinter uns zu bringen.
Kurz nach dem Ort geht die Teerstraße in eine Salzpiste mit verhältnismäßig glatter Oberfläche über und führt am Meer entlang, wo auch noch ein Schiffswrack zu sehen ist.

Schiffswrack

Schiffswrack

Immer wieder kommen uns Fahrzeuge von Anglern auf ihrer Heimfahrt entgegen, aus denen überlange Angelruten herausragen, und die in einem wahnsinnigen Tempo an uns vorbei brausen, um vermutlich noch rechtzeitig ins nächste Restaurant zu einem Bier zu gelangen.

Henties Bay ist ein kleiner Ort, in dem hauptsächlich Einheimische ihren Urlaub verbringen, in der Regel begeisterte Angler.

De Duine Country Hotel

De Duine Country Hotel

Das De Duine Country Hotel ist ausgebucht und das dazu gehörige Restaurant ebenfalls. Da heute Valentins Tag ist, gibt es für 120 ZAR ein 3 Gänge Menü mit einer Flasche Sekt inklusive. Es stehen sogar verschiedene Gerichte zur Auswahl.

Wir entscheiden uns für Seafood Salat und Kingklip, Ralf zieht Spare Ribs vor. Riesige Portionen werden aufgetischt! Aber auch dieser Tag neigt sich dem Ende zu und wir fallen todmüde ins Bett.Henties Bay

Namibia Reise Bericht: Von Solitaire über Swakopmund nach Henties Bay
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Über den Autor

christlN

Ich habe mein Hobby Reisen zum Beruf gemacht. Aus diesem Grund bin ich mindestens sechs Mal im Jahr auf Fernreisen unterwegs und kenne somit fast die ganze Welt. Meine Lieblingsländer sind Südafrika, Namibia, Botswana, Zambia, Malawi, Tanzania, Myanmar und Chile. Ich wohne gerne in Luxuslodges, liebe die Fahrt mit dem luxuriösesten Zug der Welt, dem Rovos Rail, oder steuere während einer Kreuzfahrt viele Häfen an. Auf der anderen Seite nehme ich aber auch an Campingtouren oder abenteuerlichen Touren, wie Gorillatrekking, teil.

Eine Reaktion bis “ Namibia Reise Bericht: Von Solitaire über Swakopmund nach Henties Bay ”

  1. Swakopmund ist eine schöne Küstenstadt in Namibia. Ich war auch schon zwei mal dort und es kam mir dort irgendwie schon fast vor wie ein Stück Deutschland in Namibia. Ein Zahnarzt hat in Swakopmund auch ein wundervolles Heimatkundemuseum und eine Bibliothek gegründet. Hier kann jeder viele Dinge über die Geschichte Namibias bewundern. Auf jeden Fall lohnt es sich, dieses Museum auch mal selbst zu besichtigen. In den Sanddühnen bei Swakopmund kann man sich auch wundervoll sportlich betätigen, beispielsweise mit Sandboardfahren. Allerdings muss man sich dann damit abfinden, das es keinen Lift gibt. Echte Sportfans können aber bestimmt auch den Sandberg zu Fuß wieder hoch gehen.

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