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Urlaubsreise – der Tigertempel Wat Pa Luangta Bua in Kanchanaburi

Tigertempel Wat Pa Luangta Bua

eine edle Raubkatze im Tigertempel

Vier Uhr morgens!!! Ich kann es kaum fassen als um diese Zeit das Telefon mit dem Weckruf klingelt. Und das soll Urlaub sein?? Doch einen Augenblick später fällt es mir wieder ein- heute findet eines der Highlights dieser Reise statt. Der Besuch im Tigertempel! Und schon bin ich munter, denn bereits in einer Stunde werde ich in der Hotelrezeption abgeholt.
Pünktlich bin ich unten und da kommt auch schon der Fahrer, der sich als Jimmy vorstellt. Wir haben eine Fahrt von ca 2 Stunden vor uns und starten diese nun durch das noch dunkle und verschlafene Bangkok. So langsam erwacht an manchen Ecken das Leben, ein Zeitungsausträger verteilt seine Ware und ein Café für Frühaufsteher öffnet seine Tore. Dann sind wir auf dem Highway in Richtung Kanchanaburi und dem Kloster  Wat Pa Luangta Bua.

Deng, meine Reiseleitung nach Kanchanaburi

Nicht weit von unserem Ziel entfernt hält Jimmy in einem kleinen Dorf und meine Reiseleitung steigt in das Auto. Ihr Name ist Deng  und sie wird mich heute begleiten. „Solly“ erklärt sie mit einem liebenswerten Lächeln „no vely good english!“  Na ja, wird schon reichen. Wie lange arbeitet sie denn schon als Reiseleitung? Die Antwort ist ein charmantes Lächeln, Schulterzucken und ein zaghaftes „Solly!“
Kurz bevor wir den Tempel erreichen halten wir an einem Supermarkt und Deng gibt mir zu verstehen mit ihr auszusteigen. „Shopping for the monks“  ist ihre Erklärung. Da ein Bekannter von mir bereits den Tigertempel in einem seiner Urlaube besucht hatte, weiß ich was sie von mir erwartet. Es ist üblich, dass die Gäste des Tempels den Mönchen Geschenke in Form von Lebensmitteln mitbringen. Diese werden dann nach der Ankunft während eines gemeinsamen Frühstücks verzehrt. Ich lasse mich von Deng beraten und mein Körbchen füllt sich mit Suppentüten, H-Milch mit Erdbeer-Geschmack und Nudelsuppen in Dosen. Sehr gesund scheinen die Mönche aber nicht zu frühstücken. Zum Abschluss wandert noch ein Paket Müsli in den Einkaufskorb und dann gehen wir gemeinsam zur Kasse. Umgerechnet stifte ich Fertiggerichte  im Wert von ca fünf Euro. Ich glaube das Frühstück lasse ich ausfallen, schon alleine wegen der Erdbeere-Geschmack-H-Milch!

das Verteilen der mitgebrachten Lebensmittel im Tigertempel

Kurz darauf fahren wir auf das Gelände des Tiger Tempels. Deng hält sich dicht an meiner Seite und geht mit mir zu einem langen Tisch an dessen einen Seite weitere Besucher stehen. Fertigsuppen und H-Milch liegen  in ordentlichen Stapeln vor ihnen. Mit Hilfe einer anderen Reiseleitung erklärt mir Deng das nun kommende Geschehen. Die Mönche laufen an der anderen Tischseite mit einer Schale vorbei und ich soll jedem der Mönche einen Teil unseres Einkaufs als Spende in seine Schale legen. Sicherheitshalber erhalte ich noch ein paar mit Gemüsesuppe gefüllte Gefriertüten, für den Fall dass meine Einkäufe nicht ausreichen. „No touch monk!“ raunt mir Deng eindringlich zu. „You women- no touch monk!!!“ Na- das kann ich leiden! Meine H-Milch schlürfen wollen, aber frauenfeindlich. Doch da mir bereits von meiner letzten Thailandreise bekannt ist, das Frauen bei den Mönchen als unrein gelten,  enthalte ich mich jeden Kommentars.
Da kommen auch bereits die ersten in ockergelbe Gewänder gehüllten Mönche mit ihren Holzschalen. Schnell sind die Holzschalen gefüllt, doch das ist überhaupt kein Problem. Jeder der jungen Buddhisten hat einen Helfer mit einem großen Plastiksack an seiner Seite. Sobald die Schale gefüllt ist kommt der grün gekleidete Helfer und der Schaleninhalt wird in den Plastiksack gekippt. Warum halten sie nicht gleich den großen Sack auf?

Kanchanaburi Tigertempel

Jim, der verantwortliche Tigertrainer im Wat Pa Luangta Bua

Doch vermutlich ist dies eine Art Zeremonie mit einem symbolischen Gastgeschenk, denn auf ein paar Päckchen H-Milch und Fertigsuppen ist dieser Tempel vermutlich nicht angewiesen. Klar, die Tiger müssen gefüttert werde! Das ist sicher kostspielig, doch mit fast 200,00€ Eintritt für  den Besuch im Tigertempel kann hier keiner Hunger leiden.  Es ist die VIP-Tour, nur  10 Besucher werden jeden Vormittag angenommen. Trotzdem- das sind täglich 2.000€! Abzüglich Taxi, Reiseleiter und Kommission für das Reisebüro ist das kein schlechter Schnitt. Und laut Internet soll es täglich ausgebucht sein. Vielleicht denken die anderen Besucher so wie ich: das machst du ja nur einmal in deinem Leben!
Es geht natürlich auch preiswerter. Die Nachmittagstour ab 14ººh hat einen Kostenpunkt von 20,00€ und auch da kommt man den Tigern nahe. Allerdings nur für Fotos und mit hunderten von anderen Besuchern.
Ich bin gespannt, ob sich dieser doch recht teure Ausflug lohnt. Die Beschreibungen und Kommentare im Internet waren sehr unterschiedlich. Von einem einmaligen und unvergesslichen Erlebnis, bis hin zur Tierquälerei  durch Schlafmittel, konnte ich alle Meinungen lesen.
Ein junger Mann gibt uns auf englisch Instruktionen: jeder von uns Besuchern hat einen „Bodyguard“ der uns den Rücken frei hält. Denn dies ist wichtig! Nie einem Tiger den Rücken zudrehen! Immer mit einem Auge hinter uns schauen! Haben wir denn auch alle unterschrieben, dass der Tempel nicht für evt. Unfälle haftet? Und den Anweisungen durch Mitarbeiter des Tempels ist unbedingt Folge zu leisten. Doch zuerst geht es zum gemeinsamen Frühstück, für das wir ja eben gespendet haben! Ach- und beim Betreten des Raumes bitte die Schuhe ausziehen!
Die H-Milch mit Erdbeergeschmack und Suppentüten soll ich selbst essen? Auf gar keinen Fall! Ich gehe zwar mit, aber vor dem Essen werde ich mich drücken.

trotz Flasche schon sehr kräftig mit 7 Monaten

Das erweist sich entschieden einfacher als befürchtet. Der Andrang an das Frühstücksbuffet ist erstaunlich groß. Mönche ebenso wie die grün bekleideten Mitarbeiter des Tempel drängen an die Töpfe und bedienen sich mit großem Appetit.
Doch die Besucher zieht es an das andere Ende des Raumes. Dort sind an langen Ketten Tiger im Alter von sieben Monaten angebracht und wir haben die Möglichkeit sie mit einer Flasche Milch zu füttern. Gierig schlürft „mein“  Tiger aus der Flasche, kleckert ein wenig auf den Boden und beachtet anscheinend gar nicht die Besucher. Als ich ihn anfasse bin ich überrascht. Ich hatte mir das Fell immer samtartig und weich vorgestellt. Doch in Wirklichkeit ist es fest und fast schon ein wenig „borstig“.

Tigerbaby

Doch nicht nur die „Teenager“ von sieben Monaten sind hier im Frühstücksraum, auch Tigerbabys,  die herum tollen wie junge Katzen. Sie lassen mit sich spielen, doch Vorsicht- die Krallen sind entschieden größer und kräftiger als bei einem Hauskätzchen. Auch das hin und wieder protestierende  Fauchen im Spiel mit Artgenossen tönt sehr energisch. Doch es ist wie bei allen Tierbabys – jeder findet sie in ihrer unschuldigen Verspieltheit mit den großen tapsigen Pfoten absolut niedlich.

die Mönche am “Frühstückstisch” im Tigertempel

Die Mitarbeiter des Tempels nutzen die Zeit für ihr ausgiebiges Frühstück, doch die H-Milch sowie die Fertigsuppen sind auf diesem langen Tisch nicht zu sehen. Sie sind tatsächlich bei einer handvoll Mönche gelandet, die für ihre Mahlzeit einen Ehrenplatz eingenommen haben.
In der Mitte des Raumes ist eine erhöhte Plattform, welche nur von  Mönchen betreten werden darf. Dort sitzen die Honoratioren des Tempels mit ihren Schalen und kleinen Milchflaschen an ihrer Seite. Doch was ist das? Ein großer Flachbildfernseher! Was da wohl für ein Programm läuft? Auf jeden Fall schauen alle heiligen Männer gespannt auf den Bildschirm. Wer wohl hier über die Fernbedienung bestimmt?

wer führt nun wen?

Doch nun geht unser eigentliches Programm los, denn inzwischen haben alle Mitarbeiter in grünen T-Shirts ihre Mahlzeit beendet. Nochmals werden wir von Jim, er ist hier für die Tiger und die täglichen Besucher zuständig, darauf hingewiesen keinem Tiger den Rücken zuzuwenden. „Jeder hat einen Begleiter, er ist die Augen in eurem Hinterkopf!“ erklärt er nachdrücklich. „Wir spazieren nun gemeinsam mit den jungen Tigern, im Alter von sieben Monaten bis zu einem Jahr, ein Stück durch den Wald. Wer möchte kann gerne einen der Tiger an der Leine führen!“  bietet Jim mit einem verschmitzten Lächeln an.  Ich halte mich bescheiden im Hintergrund, denn ich erinnere mich als mein Hund Tuffi in diesem  Alter war. Da hatte ich manchmal das Gefühl  Tuffi  führt mich spazieren. Wie mag das dann mit so einem jungen Tiger sein? Und dieses Grinsen von Jim lässt mich irgendwie Böses ahnen.
Fast jeder möchte eines der jungen Tiere führen und als jeder  stolz mit „seinem“ Tiger  losmarschiert beginnen die Helfer des Tempels mit langen Stöcken und klappernden Plastiktüten die Tiere zu locken. Und die Tiger jagen hinterher, mit ihren stolzen „Führern“ im Schlepptau.   Ätsch! Ich hab´s gewusst!

Belohnung nach der täglichen Dusche

Und hier sind wir an der nächsten Station unseres Besuches im Tempel, bei dem wir den Tagesablauf der hier lebenden Tiger zu sehen bekommen. Die tägliche Dusche! Wir dürfen dabei helfen und die Tiger mit einem Wasserschlauch duschen, einseifen und das Shampoo wieder aus dem Fell auswaschen. Ich suche mir lieber ein Tigerbaby aus, denn ob diese Prozedur bei den Tieren wirklich beliebt ist, bezweifle ich. Doch erstaunlicher weise scheinen die  Tiere das kühle Wasser zu genießen und halten still. Außer mein Tigerbaby! Voll eingeseift schlüpft  es mir  immer wieder aus der Hand, es will einfach nicht stillhalten!  Doch zum Schluss gibt es eine Belohnung in Form eines Stückchen Hühnerfleisches.  Für die Tiger natürlich!

spielerisches Training

Die Raubkatzen haben ein tägliches Trainingsprogramm, sie sollen ja auch beschäftigt sein und nicht nur den ganzen Tag in der Sonne liegen. Gemeinsam mit den Trainern und unseren „Bodyguards“ gehen wir in ein großes eingezäuntes Gelände. Hier dürfen nun die Besucher mit den halbwüchsigen Tigern, im Alter bis zu 1 ½ Jahren, spielen. Jeder bekommt eine lange Holzstange, an der knisternde Tüten befestigt sind. Sie habe den gleichen Zweck wie das Wollknäuel bei unseren Hauskatzen. Ob auf dem Boden oder hoch in der Luft- sobald die Tüten rascheln, versuchen die Raubkatzen die „Beute“ zu fangen und mit Begeisterung sind Menschen und Tiere bei dem Spiel.

Revieranspruch auf dem Felsen

Doch ein wenig aufpassen ist nötig, denn schnell kann eine der Riesenkatzen aus versehen das Hosenbein mit seiner ausgefahrenen Kralle streifen.  Doch Jim bleibt in der Nähe und seine Kollegen achten darauf, dass keiner der Besucher leichtsinnig wird. Irgendwann haben die Tiger genug. Die interessantesten und knisternden Tüten sind zerfetzt und sie wenden sich ihren Artgenossen zu. Da wird gekabbelt, spielerisch gekämpft und Revieransprüche geltend gemacht. Ein beliebter Platz ist der Stein inmitten eines Wasserbeckens, wer ihn erobert hat sitzt auf dem besten Platz.  Auch unsere „Bodyguards“ bleiben beschäftigt, denn einige der Tiger schleichen vorsichtig im Bogen um die menschlichen Besucher. Immer wieder werfe ich einen Blick über meine Schulter – ist einer der Tiger vielleicht doch hinter mir? Denn selbst wenn einer der so verspielt wirkenden Tiere mir „nur“ aus Übermut in den Rücken springt- es sind immerhin laut Jim etwa 80 kg Lebensgewicht.
„Lasst uns gehen“ ruft Jim unsere Gruppe zusammen „die Tiere möchten nun auch ihre Ruhe haben.“  Denn auch wenn die Haltung und  der Kontakt mit Menschen nicht unbedingt dem Leben eines Tigers in der freien Natur entspricht, steht hier das Wohlbefinden der Tiere an erster Stelle.  Entstanden ist der Tigertempel vor vielen Jahren, als dem Abt ein verlassenes Tigerbaby gebracht wurde. Vermutlich ist die Mutter Wilderern zum Opfer gefallen und Bewohner des Dorfes haben das Findelkind in den Tempel  gebracht. Die Mönche haben den Kleinen großgezogen und nicht viel später kam ein zweites Waisenkind hinzu. Heute hat der Tempel laut Jim rund 20 Tiere zu versorgen, die bei den Mönchen aufgewachsen sind. Ein großer Teil davon ist im Tempel geboren. „Es gibt einfach zu wenig geschützte Gebiete“ erklärt uns Jim „und die meisten in Freiheit lebenden Tiere landen leider als Potenzmittel in chinesischen Apotheken.“  Die Langzeitplanung sieht vor, eine vom Land abgeschnittene Insel inmitten eines Sees auf dem Tempelgelände zu bauen. Dort kann dann ein Teil der Tiger „halbfrei“ leben und soll auch nicht in Kontakt mit Besuchern kommen. Ob all diese Tiger, die in der Natur Einzelgänger sind und ein relativ großes Revier beanspruchen, miteinander auskommen werden?

Fotoshooting

Während des Gesprächs haben wir die ausgewachsenen Tiere erreicht. Ruhig und gelassen liegen sie im Schatten und schauen unserer kleinen Truppe entgegen. Jeder darf sich nun mit einem „richtig großen“ Tiger fotografieren lassen. „Nur von hinten anfassen, nur bis zur Schulter!“ ist Jim´s Ermahnung und einer seiner Helfer achtet darauf, dass seine Weisungen befolgt werden. Professionell wie ein Fotomodell schauen die erfahrenen Tiere in die Kameras, zeigen ihre Zähne und gähnen hin und wieder gelangweilt. Und jeder Besucher hält sich an die Anweisungen, kein Wunder bei der Größe dieser Kraftpakete.
Im Anschluss an das Fotoshooting geht es nun hinunter in die Schlucht, um dort den ausgewachsenen Tieren Bewegung und Abwechslung zu verschaffen.  „Wer möchte darf einen Tiger an der Leine den Berg hinunter führen“ bietet Jim auch hier an. Die Nachfrage der Besucher  ist kleiner geworden, doch ich melde mich für diesen Spaziergang.

Spaziergang mit Tiger

Jim drückt mir eine lange Lederleine mit Schlaufe in die Hand, an deren anderen Ende ein 300 kg schwerer Tiger steht. „Wickel auf keinen Fall die Leine um dein Handgelenk“  warnt mich Jim „und wenn der Tiger weglaufen möchte, dann lass los. Auf gar keinen Fall versuchen zu halten!“  Also das braucht er mir nicht zweimal sagen!  Ob es wirklich Leute gibt, die glauben sie können einen  ausgewachsenen Tiger an der Leine zurückhalten?  Doch alles geht gut, ich bleibe auf Schulterhöhe des Tieres und lege meine Hand sacht auf seinen Rücken- so wie Jim es mir erklärt hat. Kurz vor der Schlucht werde ich abgelöst, einer der anderen Besucher möchte ebenfalls einige Meter von dem mächtigen Raubtier geführt werden.

“Beutefang” im Sprung

„Hier findet ein tägliches Training mit den Tieren statt“ erklärt uns Jim unten in der Schlucht. „Die Tiere brauchen nicht nur die Bewegung, sondern auch Beschäftigung. Wir machen nun das gleiche wie ihr vorher mit den jungen Tigern.“  Doch Jim gibt auch erneute Warnungen, denn die ausgewachsenen Tiere sind nicht mit Muskelkraft zu halten. „Wir werden uns mit den Tieren  am Ende der Schlucht befinden- und ich will keinen sehen der uns oder den Tigern auch nur für einen Moment den Rücken zuwendet! Wer dies tut, den bringe ich eigenhändig sofort zum Ausgang!“  Das war klar und eindringlich.

ein kurzer “Dialog” zwischen Tigern

Es ist sind keine Katzen und keine Schmusetiere, sondern ausgewachsene Raubkatzen.  Doch was wir hier sehen ist fraglos das Highlight des heutigen Tages. Hat  mal jemand behauptet Raubkatzen gehen nicht gerne ins Wasser? Den Eindruck habe ich hier nicht. Mit Genuss springen die gestreiften Tiere in das kühle Wasser und versuchen die „Beute“ in Form von raschelnden Tüten zu erwischen. Die Mitarbeiter des Tempels befinden sich zeitweise mit einigen der  Raubtiere im Wasser und eine weitere  Riesenkatze springt von einem Felsen in den künstlichen See. Die Landung ist oft nur eine kurze Distanz  von dem schwimmenden Trainer entfernt. Wer achtet nun eigentlich auf die Rückendeckung der Mitarbeiter? Doch sie achten darauf- es ist immer ein Kollege da, der den Rücken deckt.
Hier, in diesen spielerisch anmutenden Bewegungen, erkennt man die Kraft und die Schönheit der Tiger. Sie schleichen sich an, setzen an zu einem Sprung und das Spiel der Muskeln unter dem glänzendem Fell  raubt  mir den Atem. Kleine Rangeleien, die mit einem Fauchen beginnen, enden meist mit einem versöhnlich wirkenden Kopf an Kopf reiben. Doch auch wir wecken das Interesse der Tiere. Im Bogen schleichen sie sich Millimeter um Millimeter näher an unsere Gruppe bis einer der Mitarbeiter sie mit einem Holzstab zurück drängt. Hoffentlich wird den „Katzen“ das Spiel nicht langweilig und eine kommt auf die Idee uns als Abwechslung mal mit einzubeziehen!

ein Ausreißer

Am Ende des Trainings werden die Tiere an uns vorbei zum Ausgang der Schlucht getrieben und folgsam drehen wir uns alle langsam und sehr vorsichtig um. Natürlich nur, weil keiner von Jim vorzeitig zum Ausgang geführt werden möchte! Angst-das kennen wir doch nicht!
Und dann kommt zum Abschluss noch ein kleiner Moment der Spannung und Aufregung. Einer der Tiger dreht um und sprintet los- direkt in Richtung Besuchergruppe. Rufen und Rennen bei den Trainern, lautes Einatmen bei uns Besuchern. Gott sei Dank- vorhin hat sich so ein Übergewichtiger direkt vor mich gestellt. Jetzt bin ich richtig froh darüber!
Doch schon ist die Situation wieder entspannt, der Tiger bremst und die Trainer haben ihn eingeholt. Folgsam marschiert er zurück zu seinen Artgenossen. Ich kann einige Steine von den Herzen fallen hören. Obwohl- Jim blieb ja erstaunlich gelassen. Ob das vielleicht doch eine kleine Showeinlage war?
Unsere Führung ist nun beendet, als Gastgeschenk erhalten wir eine CD über den Tempel und einen Kugelschreiber, danach werden wir verabschiedet. Die Tiger bekommen nun ihr Mittagessen und werden anschließend in der Schlucht auf die um 14ººh eintreffenden Touristenbusse warten.
Deng taucht wieder an meiner Seite auf. „Evelthing good?“ möchte sie wissen. Ja, es war prima! Ein wirklich einmaliges Erlebnis. Ich habe nie geglaubt einmal einen Tiger aus solcher Nähe erleben zu dürfen. Es wird mir unvergesslich bleiben!  Und die Behauptungen im Internet in Bezug auf Schlafmittel kann ich nicht bestätigen. Dazu waren die Tiere viel zu agil. Deng lächelt, meine begeisterte  Mine macht vermutlich jede Sprache überflüssig. Sie führt mich einige Meter weiter in ein Restaurant, wo ich mir ein Mittagessen bestellen kann. Die Karte ist in Thai, so richtig übersetzen kann keiner, doch was sie servieren schmeckt.

die Brücke am River Kwai bei Kanchanaburi

Im Anschluss starten wir noch einen Besuch auf der berühmten Brücke am River Kwai. Dazu besorgt Deng Bahnkarten für eine der originalen Eisenbahnen aus der damaligen Zeit. Auch am Bahnhof scheint nicht viel verändert worden zu sein, ich fühle mich in eine andere Zeit versetzt. In der Wartezeit versuchen Deng und ich ein wenig zu plaudern und mit der Zeit klappt es immer besser. Es fallen ihr immer mehr englische Wörter ein und ich vermute sie war einfach nur sehr nervös. Denn die Arbeit hat sie erst seit drei Wochen und ich bin ihr erster „ausländischer“ Gast.

Die Fahrt in dem Zug entlang des Flusses  ist ein schöner und entspannender Abschluss eines perfekten Tages. An der Endhaltestelle werden wir von Jimmy abgeholt, der erst Deng nach Hause und mich anschließend zurück nach Bangkok fährt.
Als ich im Hotel ankomme ist es, bedingt durch die Staus des Berufsverkehrs, bereit 19ººh und ich bin nun seit über 14 Stunden auf den Beinen. Und die geben mir nur ein Signal: müde! Daher gehe ich  nicht mehr weit, sondern esse im Hotel eine Kleinigkeit.  Morgen ist mein letzter Tag in Bangkok und es gibt noch so viel zu sehen, es wird daher mit Sicherheit ebenfalls wieder ein langer Tag.  Außerdem möchte ich morgen die Fahrt nach Kambodscha buchen.
Daher bleibe ich nicht allzu lange auf, sondern mache meine Augen zu und schlafe. Ob ich wohl heute Nacht von Tigern träume? Bestimmt!

Mein letzter Reisebericht ist erschienen unter: http://www.reiseberichte-blog.com/thailand-reiseerlebnis-bangkok-und-der-koenigliche-grosse-palast/

Thailand-Kambodscha Reise
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Über den Autor

Elke Hoppe

Vor ca. 20 Jahren bin ich von Deutschland nach Spanien ausgewandert, um auf der Sonnenseite Europas leben zu können. Doch auch von hier aus habe ich das Bedürfnis mehr von der Welt kennen zu lernen. Da es mir zeitlich und beruflich möglich ist, mache ich seit 2005 einmal im Jahr eine „große Reise“. Begleitet werde ich dabei von Edith, meiner Mutter, die vor 18 Jahre ebenfalls aus dem deutschen Regen in die spanische Sonne geflüchtet ist. Bisher hat uns unsere Reiselust nach Thailand, Kenia (Tagebuchbericht zu lesen unter www.safari-wangu.de) und Peru geführt. Für das Jahr 2009 hatten wir uns für Indien entschieden. Auf unseren Rundreisen durch Rajasthan (Jan. 2009), Kaschmir (Aug.2009) und Gujarat (Dez. 2010) waren wir in Begleitung von unserem Fahrer Prakash Acharya. Er ist ein zuverlässiger und informativer Reisebegleiter, den ich sehr empfehlen kann. Prakash hat sich vor kurzem selbständig gemacht und falls jemand mit ihm eine Rundreise machen möchte bin gerne bereit den Kontakt herzustellen.

23 Reaktionen bis “ Urlaubsreise – der Tigertempel Wat Pa Luangta Bua in Kanchanaburi ”

  1. Wow! Tiger sind meine absoluten Lieblingstiere und sie einmal so nah erleben zu dürfen muss ein unglaubliches Erreignis gewesen sein! Danke für diesen genialen Bericht!

    Liebe Grüße
    Christina

  2. Elke Hoppe

    Hallo Christine
    es war wirklich ein einmaliges Erlebnis! einfach genial und unvergesslich! Es freut mich, dass dir der Bericht gefallen hat.
    Liebe Grüße
    Elke

  3. Hallo Elke,

    Ich finde das super wie du deine Reisebereichte immer verfasst.

    Ich beneide dich um deine Unbändige Reiselust und das was du in deinem Leben schon alles erlebt hast.

  4. Elke Hoppe

    hallo Robert
    freue mich, dass dir meine berichte gefallen, Danke!
    Viele liebe Grüße
    Elke

  5. Hallo Elke,

    habe Deinen interessanten Bericht mit Spannung verfolgt. Besonders der 300 Kg schwere Tiger hat mich beeindruckt. So würde ich nur einen kleinen Hund spazieren führen. Aber das kann man wohl nur vor Ort wirklich erleben. Vielen Dank für den schönen und für uns Stubenhocker anregenden Reisebericht.
    Ludmila

  6. Elke Hoppe

    Hallo Ludmila
    danke für deinen netten Kommentar :-). Das motiviert doch gleich für den nächsten Bericht.
    Bei dem Spaziergang mit dem 300kg Tiger frage ich mich heute noch wer da wen den Weg entlang geführt hat ;-)
    Liebe Grüsse
    Elke

  7. Hallo Elke,
    mit meinem Mann und meinen beiden erwachsenen Töchtern werde ich ab 6. Juli 2012 eine Rundreise durch Thailand machen, die wir selbst organisieren, beginnend in Chiang Mai. Ich habe gerade deinen tollen Bericht über den Tiger Tempel gelesen, ich bin begeistert und liebe Katzen in allen Größen und Arten, Ich möchte gerne von dir wissen, von wo aus und wie du diesen Ausflug gebucht hast. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Danke Susanne

  8. Elke Hoppe

    Hallo Susanne
    danke für deinen netten Kommentar :-). Den Ausflug zum Tigertempel habe ich im Internet etwa einen Monat im voraus gebucht. Es war ein wirklich unvergesslicher Tag.Ich werde dir den link heraussuchen und an deine e-mail Adresse senden.
    Ansonsten wünsche ich euch eine schöne Rundreise und viel Spaß in Thailand. Ein wirklich gastfreundliches und schönes Land.
    Liebe Grüße
    Elke

  9. Hallo Elke,

    vielen Dank für deinen tollen Reisebericht zum Tigertempel. Du hast mich damit in meiner Meinung bestärkt, dass dieser Ausflug jede Mühe wert ist. Ich habe schon viele Berichte gelesen und war durch die Stimmen zu “Schlafmitteln” und “Busse voller Touristen” mittlerweile zur Erkenntnis gelangt, dass wenn überhaupt nur die Tour am frühen Morgen in Frage kommt.
    Meine Frau und ich werden im Dezember in und um Bangkok unterwegs sein. Würdest du mir auch den Link mailen unter dem du deinen Trip gebucht hast? Wie ist die Fahrt zum/vom Kloster? Evtl. auch auf eigene Faust machbar?
    Gibt es Dinge die man beachten muss? Eintrittskarten kann man ja auch online buchen, so dass man dafür nicht auf eine Reiseagentur angewiesen ist.
    Vielen Dank für ein paar Worte dazu.
    Grüße
    Björn

  10. Elke Hoppe

    hallo Björn
    Danke für die nette Zuschrift, ich freue mich immer zu sehen, dass meine Berichte gelesen werden. :-)
    Dieser Ausflug ist wirklich die Mühe und auch den Preis wert.
    Die Fahrt zum Kloster ist in dem Eintritt mit enthalten. Man kann meines Wissens die Vormittagstour (Abfahrt in Bangkok um 05ºº a.m.) nicht direkt am Tempel buchen. Es ist die sogenannte VIP Tour und es sind maximal 10 Personen zugelassen.Es empfiehlt sich voraus zu buchen, denn die Touren sind, vor allem in der Hauptsaison, ausgebucht. Ich werde dir in einer mail den link zusenden, wo ich gebucht habe.
    Ich wünsche Dir und Deiner Frau schon mal eine schöne Reise und viel Spaß in dem schönen Thailand!
    Grüße
    Elke

  11. Hallo Elke

    Mich hat dein Berich über den Tigertempel fasziniert! Ich plane im März 2013 den Tigertempel zu besuchen, könntest du mir auch den Link schicken unter dem du deinen Trip gebucht hast?
    Vielen Dank und herzliche Grüsse
    Kilian

  12. Elke Hoppe

    Hallo Kilian
    danke für deine Zuschrift.
    Den link zu dem Tiger Tempel sende ich dir gerne per email zu, es war ein Tag an den ich mich immer wieder gerne erinnere. Ein wirklich lohnender Besuch.
    viele Grüße und einen schönen Urlaub in Thailand
    Elke

  13. Hallo Elke,

    ein beeindruckendes Erlebnis muss das sein. Ich fliege Anfang Jänner für zwei Monate nach Thailand und möchte die Tiger natürlich auch besuchen. Darf ich dich auch um den Link bitten?

    Vielen Dank und noch viele schöne Reisen wünsch ich dir!

    Liebe Grüße
    Helga

  14. Elke Hoppe

    hallo Helga
    es war wirklich ein einmaliges Erlebnis und sehr beeindruckend. eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Gerne sende ich dir den link per email zu.
    Ich wünsche dir einen super Urlaub in Thailand! Viel Spaß!
    Danke für die Reise-Wünsche von Deiner Seite :-), es wird bei meinem nächsten Urlaub vermutlich wieder nach Indien gehen! Freue mich schon darauf.
    Liebe Grüße
    Elke

  15. Hallo,

    habe auch den Reisebericht gelesen und mich interessiert der Tempel und vorallem die Tiger auch total.
    Ich würde mich auch über den Link zur Reise als Email freuen.
    Vielen Dank.

    MfG
    Christoph

  16. Elke Hoppe

    Hallo Christoph

    vielen Dank für die Zuschrift. Den Tag in Gesellschaft der Mönche und der Tiger ist ein unvergessliches Erlebnis. Den Link zu dem Tigertempel finden sie im Internet unter Tigertempel Thailand, es ist die Tour die morgens um 05ººh in Bangkok startet. Ich werde den Link ihnen jedoch noch per Mail zusenden.
    Viele Grüße
    Elke Hoppe

  17. Hallo Elke
    ich und meine Frau (die fast schon hauptberuflich im Tierschutz tätig ist) haben deinen Bericht mit viel Interesse und staunen gelesen. Ich wäre dir für den link sehr dankbar, da wir dieses Jahr extra wegen diesem Tiegertempel nach Thailand fahren möchten und dies ja dann im voraus von Bankkok aus planen müssen.

    Bitte sende mir den Kontakt zu, ich wäre dir sehr dankbar.

    lg

    Armin

  18. Elke Hoppe

    Hallo Armin
    vielen Dank für deine Zuschrift zu meinem blog.
    Den Link habe ich dir per email zu gesendet. Es ist der Tigertempel Thailand und unter diesem Namen auch zu finden. die web-Seite ist in englisch und es ist der Ausflug bei man morgens früh um 05ººh in Bangkok abgeholt wird.
    Viel Spaß in Thailand und eine schöne Reise.
    Liebe Grüße
    Elke

  19. Hallo Elke, mal wieder eine Anfrage für den Link ;-) Ich habe deinen Reisebericht gelesen und bin total fasziniert. Ich habe auch bereits nach der Seite gegoogelt, aber ich möchte nur ungern etwas anderes oder falsches buchen. Könntest du mir daher bitte den Link zusenden? Liebe Grüße Michael

  20. Elke Hoppe

    Hallo Michael
    bin gestern aus einem zweiwöchigen Urlaub zurück gekommen und kann deine Anfrage daher erst heute beantworten.Ich werde dir den link zusenden, auch wenn die Antwort ein wenig spät kommt.
    Liebe Grüße und schon einmal einen schönen Thailand-Urlaub
    Elke

  21. Liebe Elke!

    Auch wir planen im März 2014 zum Tigertempel zu fahren – jetzt, nachdem ich Deinen Bericht gelesen habe – erst recht :-). Ich möchte Dich ebenfalls um diesen Link bitten.

    Danke im Voraus und ich wünsche Dir noch viele schöne Reisen.

    Alles Liebe
    Barbara

  22. Elke Hoppe

    Hallo Barabara

    Hier ist der link zum Tigertempel Thailand http://www.tigertemplethailand.com/
    Es ist der 2. Ausflug von oben, derjenige , der morgens um 05ººh in Bangkok beginnt. Das ist wichtig, da man nur bei diesem Ausflug die Tiger individuell erlebt. Am Nachmittag sind sehr viele Menschen dort und man hat nicht die Möglichkeit die Tiere zu duschen, füttern oder mit ihnen spazieren zu gehen.
    Der Unterschied liegt natürlich auch im Preis. Es lohnt sich jedoch auf jeden Fall- eine Sache die man ja nicht alle Tage macht.
    Ich wünsche euch einen schönen Trlaub in Thailand und viel Spass im Tigertempel.
    Liebe Grüsse
    Elke

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