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Urlaubsbericht: Sri Lanka Reise Live dabei und mitten drin

Wie alles begann und warum eigentlich Sri Lanka?

Weil meine Mutter immer sagte: ”geh dahin wo der Pfeffer wächst!”

Vor ca. 20 Jahren wurde ich von meiner damaligen Freundin, mehr oder weniger gezwungen Urlaub zu machen.

Also ich war hauptberuflich als Busfahrer tätig und hatte als zweites Standbein gerade mein Zoogeschäft (damals noch nur Futtermittelhandel) übernommen. Nebenbei sollte und wollte ich mein Abi nachmachen damit ich Medizin studieren konnte. Das liegt mir irgendwie.

Also kurz gesagt ich hatte jede Menge Stress, ich war ja schon ein Weilchen aus der Schule raus und das Pauken viel mir nicht so leicht.

Mein Tag lief so ab: 03.45 Wecken

04.25 Dienstbeginn

13.00 Dienstschluss

Danach ohne Pause bis 19.00 Uhr ins Geschäft.

Endlich Zeit fürs Essen – Hunger – doppelte Portion – und Beine hoch für eine halbe Stunde.

Jetzt noch eben von ca. 20.00 bis 23.00 schnell was lernen!

Nach ca. 6 Monaten wurde ich immer aggressiver Zuhause und auch im Job.

Als meine damalige Freundin meine Launen satt hatte, fuhren wir zum Flughafen, ran an den Lastminute Schalter und ruck zuck die günstigste Reise gebucht

Es war ein -14 Tage Sri Lanka Urlaub.

Nicht ohne mir vorher zu drohen, wenn ich nun nicht endlich mal einen Urlaub mache, das sie mich verlassen würde. Ich wählte das kleinere Übel und flog ein paar Tage später nach Sri Lanka.

Es war traumhaft, obwohl ich ein sehr armer Tourist war.

Mein Geld steckte ja im Geschäft. Aber mit meinem Guide Siri hatte ich einen Glücksgriff getan. Er zeigte mir Land und Leute – zu Fuß – denn für ein Tuktuk oder ein Auto hatte ich nur für Ausnahmefälle Geld.

Wir sind bis zu 50 Kilometer am Tag gelaufen – die weiblichen Hotelangestellten hatten schon Mitleid mit mir, denn ich hatte Blasen an den Füßen und sie brachten mir das Frühstück schon entgegen. Die Menschen sind hier alle so freundlich. Ich war nämlich im damals längsten Hotel Asien’s untergebracht 1 km lang es war das Koggala Beach Hotel

Eines Tages sind wir bei unseren Wanderungen Landeinwärts an ein Reisfeld gekommen das weit ab von den Siedlungen lag. Der Reis stand ca.20 cm hoch und im Wasser

Natur pur

Natur pur

Als ich plötzlich eine Bewegung sah, ein junger Waran, ich sprintete los um ihn zu fangen, ich wollte nur ein paar schöne Fotos machen und ihn dann natürlich wieder laufen lassen.

Ein Bindenwaran ca. 6 Monate alt

Ein Bindenwaran ca. 6 Monate alt

Er war natürlich viel zu schnell(hat ja auch 4 Beine und ich nur 2) also stand ich ohne Waran mitten im Reisfeld, ich sah wie Siri am Rand stand und den Kopf schüttelte. Na ja, was soll es werde schon irgendwann einen erwischen, nach 2 Schritte Richtung Weg kam mir plötzlich in den Sinn was ich irgendwo gelesen hatte, 75% aller Schlangenbisse in Sri Lanka trifft die Arbeiter in den Reisfeldern! Sch… schlagartig hatte ich ein sehr ungutes Gefühl und stakste wie ein Storch im Salat in die Richtung wo Siri immer noch Kopf schüttelnd stand. Liebe Leser macht so etwas bitte nicht nach,  denn im schlimmsten Fall erlebt ihr die Behandlung eines Schlangenbisses in Sri Lanka live  mit, es gibt schöneres als das!

Er meckerte gleich los – du kannst doch nicht einfach in ein Reisfeld rennen, hier gibt es Schlangen. Ich sagte lieber nichts dazu, war ja auch dumm und wir marschierten wortlos weiter. Es wurde richtig warm, gefühlte 35° ca. 1 km weiter änderte sich die Vegetation mehr Bäume und Sträucher und keine Felder mehr, super endlich etwas Schatten. Als wir beim Schatten also den Bäumen ankamen hingen überall weiße Bänder rechts und links und über die Straße in ca. 3m Höhe waren Schnüre gespannt an den auch die weißen Bänder befestigt waren. Na ja die werden wohl eine Wahlparty machen, denn ich hatte einige Tage zuvor Siri mal gefragt was all die blauen Bänder an und über der Straße bedeuten.

Wahlparty blaue Partei. Wir gingen noch ca. 20 min. weiter und kamen an ein großes Haus wo viele Menschen vor standen, viele ganz in weiß. Das wird wohl das Partyhaus sein, Siri sprach einen Augenblick mit den Leuten und sagte zu mir, wir sind zum Essen eingeladen, ja Hunger hatte ich schon, aber mit Politik wollte ich eigentlich nichts zu tun haben. Ich sagte gut aber nur Essen und dann schnell weiter, also gingen wir rein, es war eine reiche Familie, wir bekamen jede Menge köstliche Speisen, es waren wirklich viele Partei Anhänger da.

Als wir gegessen hatten kam der Chef und sprach kurz mit Siri, ich holte schon meine Moneybox raus, aber Siri drückte meine Hand mit dem Geld weg, nein er möchte uns nur seinen Vater zeigen. Gut vielleicht hat der Papa noch nicht viele Touristen gesehen. Also sagen wir schnell noch dem alten Herrn Guten Tag. Das ging aber leider nicht denn er lag aufgebahrt schön geschmückt mit Blüten auf einem Bett. Rechts und links vom Bett mit Messing verzierte Stoßzähne(echt?) das ganz sah sehr prunkvoll aus, aber ich fühlte mich sehr unwohl. Siri sprach noch ein kurzes Gebet und als wir gehen wollten sagte der Chef zu mir ich kann ruhig ein paar Bilder machen, entsetzt lehnte ich ab. Endlich wieder draußen. Ich sagte Siri bitte nicht mehr in einem Beerdigungshaus essen gehen. Er fragte warum, hat es dir nicht geschmeckt, es war umsonst und die Angehörigen freuen sich wenn man ein paar nette Worte über den Toten sagt, oder sich erkundigt wie er gelebt hat. Ja das ist Sri Lanka Live und ich war mitten drin.

War ja ein toller Tag heute, habe gleich zwei Sachen gelernt.

1. Schlammtreten im Reisfeld kann ungesund werden!

2. Eine Weiß geschmückte Straße deutet nicht auf eine Parteiparty hin!

Bei unseren Wanderungen wurden wir noch von vielen Einheimischen zum Essen eingeladen oder zum Tee – oder wir sollten uns einfach ein wenig ausruhen und bekamen Saft und ein paar Bananen. So ging es fast jeden Tag.  Bei soviel Freundlichkeit – ist es da ein Wunder das ich auf Sri Lanka bleiben wollte? Und so hatte sich der Gedanke in meinem Hirn festgesetzt: Hier bin ich Mensch – hier will ich sein!

sonnenuntergang kabalana beach

sonnenuntergang kabalana beach

Seit dem fliege ich fast jedes Jahr nach Sri Lanka ich habe schon viel gesehen und erlebt aber lange noch nicht alles.

Für Sri Lanka Urlauber

weiße Bänder bedeuten Beerdigung

gelbe Bänder bedeuten Beerdigung eines Mönches

Bänder in allen anderen Farben sind wirklich Parteipartys

Ich wünsche allen Sri Lanka Urlaubern einen angenehmen Aufenthalt und viel schöne Erlebnisse.

Ayubovan Detlev Raske

Urlaubsbericht: Sri Lanka Reise Live dabei und mitten drin
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Eine Reaktion bis “ Urlaubsbericht: Sri Lanka Reise Live dabei und mitten drin ”

  1. Hallo, ich kam 1990 auf ärztlichen Druck nach Sri Lanka- Zusammenbruch nach 2 Tassen Kaffe / Tag und 80 Zigaretten und 15 Stunden Arbeit. Das Land hat mich, und auch meine jetzige Frau verändert. Bis auf eine Ausnahme sind wir jedes Jahr in SL. Wenn ich in Colombo aus der Maschine steige bin ich ein neuer Mensch. Nach ein paar Tagen gehe ich in Aluthgana zum Tempel. Wir waren zu allen Zeiten unten und auch nach dem Tsunami sind wir im Juli runter um zu helfen. Es zerbrachen auch Freundschaften, als sie viel Geld für ihre verlorenen Sachen erhielten und glaubten, nun können sie auch von uns den doppelten Preis fürs Zimmer verlangen.
    Ab 3 / 2010 sind wir in Induruwa im Oasey-Beach. Dann weiß ich, das ich 3 Wochen nichts zu ärgern habe, allenfalls läuft mir ein Blindgänger über den Weg, der in SL gelandet ist, alles schlimm findet. Dem sage ich dann: Zurück nach Sylt, Urlaub machen.
    Sri Lanka ist unsere zweite Heimat und so Gott will, werden wir auch übersiedeln, wenn meine Frau auch auf Rente kann. Bis dahin mache ich den Hausmann und für meine Frau das Marketing, Steuer usw. Aber Sri Lanka ist das Land, bei dem ich alles gefunden habe. Menschen, Natur, Tiere, Pflanzen, warmes Meer (Rückenprobleme), Ayurveda usw. Und dann das wichtigste:
    3 Wochen kein Telefon, keine Zeitung. 1 mal die Woche bei Oma anrufen ( 86 Jahre) ob alles klar geht. Hatten wir auch zweimal mit, sie wollte gar nicht mehr nach Deutschland. Aber jetzt ist es doch zu riskant. Aber sie würde schon gerne nochmals mitkommen.
    Ich freue mich, das Ihnen SL auch geholfen hat.
    Viele Grüße
    Jürgen

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