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BANCO CHINCHORRO – Tauchen an MEXIKOS einzigem ATOLL

Banco Chinchorro, Mexikos Atoll vor der Costa Maya

Banco Chinchorro

Februar war ich geschäftlich in Mexiko unterwegs und wollte die Gelegenheit nutzen, um endlich am einzigen Atoll Mexikos zu tauchen: BANCO CHINCHORRO. Für die Taucher, die Mexikos Tauchgründe kennen, ist Tauchen an Mexikos einzigem Atoll das I-Tüpfelchen auf alle Tauchgänge, die sie im karibischen Teil Mexikos machen können.

Banco Chinchorro ist das größte Atoll der nördlichen Hemisphäre. Und  wie bereits erwähnt, das einzige zu Mexiko gehörende Atoll und Teil des mesoamerikanischen Riffsystems. Dieses wird auch Palancar Riff genannt und ist das zweitgrößte Barrier Riff nach dem Great Barrier Riff in Australien. Es erstreckt sich entlang der mexikanischen Halbinsel Yucatán über Belize bis nach Honduras. Am Küstenabschnitt, der Costa Maya genannt wird, kurz vor der Grenze zu Belize liegt dann BANCO CHINCHORRO. In Belize folgen  noch das Turneffe Atoll, das Lighthouse Atoll mit dem berühmten Blue Hole und das Glover’s Atoll. Banco Chinchorro liegt ca. 30 km vor der Küste und umfasst ein Areal von rund 800 km², wobei weniger als 1% des Atolls über Wasser liegt. Es erstreckt sich rund 45 km von Nordosten nach Südwesten und ist etwa 14 km breit. Es ist ein durchgängiges Riff mit 6 Einfahrten in das flache ca. 5 m tiefe Zentrum. BANCO CHINCHORRO besteht aus drei Inseln: Cayo Norte, Cayo Centro und die kleinste Cayo Lobos. Am Außenring des Atolls variieren die Tauchtiefen von 5 bis 40 Meter, wobei das Meer um das Atoll herum bis 1000 Meter tief ist.

So viel zu den allgemeinen Fakten. Von meinen Bekannten, die es geschafft haben zum BANCO CHINCHORRO zu fahren und dort zu tauchen, haben mir einige von der Vielfalt der tropischen Unterwasser Flora und Fauna vorgeschwärmt, von Riesenschwämmen, großen Fischschwärmen und von vielen Schiffswracks. Das wollte ich gerne selbst in Augenschein nehmen.

Restaurant Xcalak Caribe

Restaurant Xcalak Caribe

Ich hatte mir in Playa del Carmen einen Mietwagen genommen und nach knapp 4 Stunden Fahrt bin ich schließlich in Xcalak angekommen, wo ich mir ein Zimmer im Hotel Tierra Maya reserviert hatte. Nachdem ich mein Quartier bezogen hatte, machte ich erst einmal einen Rundgang durch’s Dorf. Xcalak ist ein winziges Fischerdorf und hat nicht gerade viel zu bieten. Vom Fischen lebt die Bevölkerung heute allerdings nicht mehr. Das Tierra Maya mutet hier an wie eine Perle in einer Schale voller Kieselsteine. Zumindest gibt es ein paar kleine Restaurants wie das Xcalak Caribe, wo ich mir nach der langen Fahrt ein mexikanisches Bier gönnte. Auch ein, zwei Geschäfte, wo man das Nötigste einkaufen kann, sind vorhanden.

Vor Ort traf ich Touristen aus Österreich, die schon einige Tage hier waren und noch keine Gelegenheit gehabt hatten, nach Banco Chinchorro raus zu fahren, da zu viel Wind und dadurch zu hoher Wellengang geherrscht hatte. An meinem ersten Tag vor Ort lachte zwar die Sonne, aber es blies ein frischer Wind. Der Bootskapitän erklärte mir, woran er erkennt, ob zu hohe Wellen sind. Wenn der Horizont aussieht, als wären dort Berge, dann macht die Überfahrt keinen Spaß, da die meisten dann seekrank sind und keine Lust mehr haben zu tauchen, meinte er. Am 28.Februar – mir war das Glück hold – spielte endlich das Wetter mit. Ein kurzes Frühstück und um 08.15h ging es los, denn die Überfahrt dauert relativ lang und gegen 18.00h wird es dunkel! Das erste Stück waren die Wellen doch noch ganz schön hoch, weiter draußen ging es dann aber. Wir waren 8 Taucher und alle waren gespannt.

Riesenschwamm am Tauchplatz AQUARIUM

Riesenschwamm am Tauchplatz AQUARIUM

Nach rund 2,5 Stunden waren wir endlich da und brannten darauf endlich ins Wasser zu kommen. Der 1. Tauchplatz hieß „Aquarium“ und machte seinem Namen wirklich Ehre. Beeindruckend waren die Schwämme, in manchen hätte ein Mensch Platz gehabt! Das Wasser im Mund lief mir allerdings zusammen, als wir die vielen Hummer sahen. Wir waren hier rund 30 Meter tief und konnten bei guter Sicht 45 Minuten die Unterwasserwelt genießen. An Bord gab es dann erst einmal Mittagessen. Leider waren Wolken aufgezogen, welche dann und wann die Sonne verdeckten, so dass diese uns nicht so schön wärmen konnte.

Hummer an Banco Chinchorro

Hummer an Banco Chinchorro

Den 2.Tauchgang machten wir am Tauchplatz mit der Bezeichnung KEN 30. Hier entdeckte ich einen Ammenhai unter einem Korallenstock und wie am ersten Tauchplatz fanden sich auch hier Schildkröten, viele Rochen und Barakudas. Es gab so viel zu sehen, dass wir knapp eine Stunde unter Wasser waren, die wie im Flug vergangen ist.  Zum Schluss machten wir noch einen Tauchgang bei „Manchones“, wo wir es auf 10 m nochmals beinahe eine Stunde aushielten

Dann wurde es allerdings höchste Zeit für die Rückfahrt. Diese verging gefühlt schneller als die Hinfahrt, da wir uns gegenseitig von unseren Erlebnissen unter Wasser erzählten und Namen von Fischen austauschten, die wir gesehen hatten. Als wir gegen 18.00h schließlich den Strand erreichten, begann es schon zu dämmern und noch  bevor wir unsere Ausrüstung ausgewaschen und verstaut hatten war es schon dunkel. Es war ein interessanter Tag gewesen. BANCO CHINCHORRO hatte sich für mich gelohnt und ich hatte für mich  beschlossen, dass ich hier nicht das letzte Mal gewesen bin. Am nächsten Tag ging es zurück nach Playa del Carmen. Davor gab es noch ein Abschiedsbild mit den Tauchguides.

Tauchen am Atoll Banco Chinchorro

Tauchguides und ich am Banco Chinchorro

BANCO CHINCHORRO ist noch immer ursprünglich, da einfach nicht viele Taucher dorthin kommen, da die Tauchfahrten von der Küste immer wind- und wetterabhängig sind. Aber zumindest die Möglichkeit, dort zu tauchen wird bald einfacher, denn ich habe aktuelle Informationen, dass es ab September 2011 ein Tauchkreuzfahrtschiff die MOONDIVER EXPLORER gibt, das jeweils eine Woche lang 16 Passagieren die Schönheiten von BANCO CHINCHORRO näher bringen kann.

Eure Irene

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