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Marokko–Reisebericht: Klettern in der Todraschlucht

Auch wer ein bisschen Bewegung sucht, der ist in Marokko richtig. Denn das Land lockt nicht nur mit den vielen Souks und Kashbas, dem Meer und dem leckeren Essen. Man kann hier auch prima Wandern und Bergsteigen und auch Klettern.

Bekannt, wie auch gewaltig ist die Todraschlucht. Sie liegt am östlichen Ende der Straße der Kashbas und beginnt nach dem eindrucksvollen Oasendorf Tinerhir. Am Fuße der Schlucht sammelt sich das Wasser des kalten Gebirgsbaches und so wachsen hierDatteln, Feigen und Granatäpfel zwischen rotgefärbten Häusern aus Lehm. Jeder Bauer hat hier sein eigenes kleines Feld und hat nichts dagegen, wenn man sich Oase, verfallene Dörfer und die kleinen Souks einmal anschaut. Oft bietet sich ein ortansässiger Guide –der auch englisch spricht – an, einen zu führen. Das sollte man annehmen, denn man hört dabei interessante Dinge, die man bei einer Begehung auf eigene Faust sicher nicht erfahren hätte.

Für den ein oder anderen ist das Wort „Teppichhändler“ vielleicht abgedroschen. Aber auch hier ein kleiner Tipp: lassen Sie sich auf einen Besuch bei einem Händler ein. Diese sind nicht aufdringlich, bewirten einen gerne mit einem Glas Tee und zeigen einem die Kunst des Teppichknüpfens. Hier zu Kaufen ist sicher authentischer und manchmal sogar billiger, als auf den Märkten von Marrakesch.

Eindrucksvoll wird es, wenn man dann in die Schlucht eintritt: der engste Durchgang ist nur 10 Meter breit und wird von 300 Metern hohen Felswänden überragt. Die Wände sind ein Eldorado für Kletterer. Aus der ganzen Welt kommen sie und verbringen Tage und Wochen in den Kletterrouten der von der Sonne aufgeheizten Wände. Von Hassan, einem einheimischen Sportler, kann man handgezeichnete und sehr ausführliche Kletterführer für 25 Euro erwerben.

An der engsten Stelle der Schlucht liegen die Hotels Yazmina und Les Roches – nachdem die Tagestouristen abgereist sind, hat man die herrlichen Hotels meist für sich alleine. Mag man es noch abgelegener, so fährt man etwa 4 Kilometer weiter in die Schlucht hinein zum Hotel Le Festival. Das wird von jungen Leuten betrieben und die Stimmung ist hier immer großartig (Extratipp: sie vermieten besondere Zimmer, die in die Felsen hineingehauen und eine echte Augenweide sind).

Kletteranfänger nutzen die Wände rechts vor dem Hotel Les Roches (6er Bereich) oder direkt nach der Engstelle rechts (4er und 5er Bereiche). Den ganz „Harten“ seien die Wände „very sharp“ (sehr scharfkantig) links oberhalb des Open Air Cafes, nach der Engstelle empfohlen (20 Minuten von den Hotels Yasmina und Les Roches Fußweg).

Zelten ist kaum möglich in der Todraschlucht, dafür ist einfach kein Platz da. Aber die Hotelpreise sind nicht teuer und man wird – nebenbei – herrlich bekocht. Typisch für Marokko und sicher beliebt bei hungrigen Kletterern ist die Tajine: Gemüse und Fleisch in einer Art Tontopf zubereitet. Untypisch für Marokko ist es, dass man ohne Probleme Bier und Wein in den Hotels bekommt.

Wer im Oktober, November und Dezember in die Todraschlucht kommt, der sei vor Hochwasser gewarnt: da verwandelt sich der kleine Gebirgsbach nämlich in einen breiten Schlammfluß und man hat seine liebe Mühe, 1. das Hotel über das kleine Holzbrett, das als Brücke dient, zu verlassen und 2. aus der Schlucht herauszukommen, denn dazu muß man den Fluß ebenfalls überqueren.

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Über den Autor

Dipl. Biologin, Freie Journalistin, Naturpädagogin und Reiseleiterin

3 Reaktionen bis “ Marokko–Reisebericht: Klettern in der Todraschlucht ”

  1. Hallo Manaya,
    Nur aus Neugier: Wie kommst Du zu einem Kletterbild mit mir?

  2. Hallo,

    habt ihr eventuell die Nummer vom Hassan mit dem Kletterguid?
    Die Teufelschlucht befindet sich bei tenhir?

    Danke für die tollen Infos!

    Gruss Marco

  3. Hallo,
    das ist ein sehr interssanter Bericht.
    Ich bin auch interessiert an den Kontaktdaten von Hassan bzw. Wo oder Wie ich ihn vor Ort erreiche.
    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Marty

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