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Marokko – Von Marrakesch zum Toubkal – Maultier-Trekking durch den Toubkal-Nationalpark im Atlasgebirge

Marokko – Hurra, der Toubkal-Gipfel (4.167 m) ist erreicht!

Ein kleiner Mann in weisser Djellabah und lachenden Augen erwartet uns in Marokko am Flughafen Marrakesch: Lahcen, unser Bergführer. Er und seine Kollegen, der Dolmetscher, der Koch und die Maultiertreiber werden uns während unserer Maultier-Trekking-Tour durch den Toubkal-Nationalpark in den nächsten zehn Tagen rührend umsorgen.

 

Marrakesch – Herrliches Riad-Hotel

 

 

 

 

 

 

Mit seinem Auto kurvt er uns in die „rote“ Königsstadt Marrakesch; Verkehrs- und Menschengewimmel, Mofageknatter. Irgendwann geht es nur noch zu Fuss weiter. Durch ein unvorstellbares Geräusch-, Farb-, Geruchs- und Gassengewirr schlängeln wir uns bis zu einer grünen, eisenbeschlagenen Holztür. Ein paar Münzen für den Gepäckträger, die Tür öffnet sich und wir stehen in einem Paradiesgärtlein: mildes Tageslicht, ein Brunnen im Hof – unser Riad-Hotel.

Marokko – Fruchtbare Terrassenfelder im Atlasgebirge

24 Stunden später wandern wir bereits in 1.800 m Höhe im Toubkal-Nationalpark durch das farbige Atlasgebirge, über roten, türkisgrünen, gelben und schwarzen Fels. Wie hellgrüne sanfte Samtkissen liegen die Gerstenfelder der Berber an den Hängen. Überall ist Wasser und wo Wasser ist, sind grüne Oasen: kunstvoll bewässerte Terrassengärten und -felder. Prachtvolle Walnussbäume, auch sie in gemauerten Wasserbecken stehend, geben Schutz vor dem leise fallenden Regen und spenden an heißen Tagen den ersehnten Schatten. Ab und zu begegnen wir „Gebüsch mit Beinen“: Frauen, die riesige Kraxen mit Gras oder Feuerholz tragen. Sind Männer zugegen, senken sie schweigend den Blick, begegne ich ihnen alleine, kichern sie und wollen sich schier ausschütten vor Lachen.

Marokko – Unterwegs beim Maultier-Trekking im Toubkal-Nationalpark

Unser schwerbepackter Maultiertrek hat uns längst überholt und als wir unseren Biwakplatz unter Nussbäumen erreichen, stehen bereits die Zelte und beim Essplatz erwartet und ein Tablett mit „Whisky marocain“ – dem starken, süssen Tee. Aus dem Küchenzelt duftet schon ein köstliches Mahl.

Fünf Tage lang treffen wir während unserer Bergwanderung keine anderen Wanderer. Allein unter Berbern. Gleich zu Beginn der Trekking-Tour baten wir Lahcen: „Sing uns eure Lieder vor!“ Das liess er sich nicht zweimal sagen und von da an schmettert sein Gesang immer wieder über das Tal, er stampft und klatscht und schlägt sich vor Vergnügen auf die Schenkel: „I’m verry very happy!!“, wir antworten mit einem Kehllaut, lallallallallah,  das „Berbertelefon“ wie sie es nennen.

Tag für Tag steigen wir höher, gewöhnen uns an das fremde Klima und die Höhe. Zwei Tage dräuen die Wolken, Regen und Sturm halten uns in Atem. Dann klart es auf und die afrikanische Sonne ist da.

Marokko – Die Toubkal-Hütte (3.200 m) im Atlasgebirge

Auf dem Gipfel des Djebl Toubkal (4.167 m) hat es geschneit. Sorgenvoll schauen die Begleiter nach oben: ob sie die Touristinnen heil da rauf bringen? Winterurlaub in Afrika? Das hatten sie noch nicht und soll im Mai auch sehr ungewöhnlich sein. Dann besorgen sie Steigeisen und mit diesen Teufelskrallen an den Füssen karxeln wir unter berberblauem Himmel die 900 Höhenmeter bergauf. Oben an der Gipfelpyramide in 4.167 m Höhe fallen wir uns gerührt in die Arme. Schwarze Raben schiessen herab und kreisen in Erwartung der Picknickreste.

Der Blick geht weit bis zum Tal der Rosen und zum Antiatlas. Im fernen Dunst ahnt man die Sahara-Wüste. Im Norden liegt unter schwerer Wolkendecke die Ebene von Marrakesch.

Glücklich steigen und springen wir bergab zur Refuge du Toubkal, wo uns auf der Sonnenterrasse ein fürstlich gedeckter Tisch erwartet. Wohlbehütet gelangen wir am nächsten Tag auf zauberhaften Blumenpfaden ins Tal, Einkehr im Haus des Kochs, Abend im Bergsteigerdorf Imlil, nach und nach Abschied von unseren freundlichen Begleitern. Der Minibus fährt uns am nächsten Morgen durch eine biblisch anmutende Graslandschaft zurück nach Marrakesch. Ich werde  diese herrliche Trekking-Tour, die ich bei Aktivunterwegs in Berlin gebucht hatte, noch lange in guter Erinnerung behalten.

Marrakesch – Abends auf dem Platz Djema-el-Fna

Nachts auf der Dachterrasse im Riad-Hotel ist die Luft angenehm kühl, das Konzert der Muezzine mischt sich mit den Stimmen der Kinder, die in den Gassen bis spät in die Nacht hinein spielen. Der Himmel ist klar und verspricht noch einen schönen Tag in dieser fremden, schönen und geheimnisvollen Stadt.

Susanne Protzmann, Berlin

Marokko – Von Marrakesch zum Toubkal – Maultier-Trekking durch den Toubkal-Nationalpark im Atlasgebirge
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Über den Autor

Aktivunterwegs (www.aktivunterwegs.de) ist Spezial-Reiseveranstalter für Trekking-Touren durch Marokko. Beim Kamel-Trekking durch die Sahara-Wüste wandern Sie wie früher die alten Karawanen tagelang an herrlichen Sanddünen vorbei oder durch einsame Steinwüsten. Ein Geheimtipp ist noch ein Kamel-Trekking entlang der Atlantikküste bis Essaouira. Beim Maultier-Trekking durch den Toubkal-Nationalpark wandern Sie auf alten Maultierpfaden durch die majestätische Berglandschaft des Hohen Atlas mit Gelegenheit zum Aufstieg auf den höchsten Berg Nordafrikas, den Djebl Toubkal (4.167m). Auch alle anderen Touren führen durch herrliche Landschaften abseits vielbegangener Wege.

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