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Punta del Este, das Saint Tropez Südamerikas

Strand in Punta del Este

Das exklusive Seebad und Hotspot für Südamerikas Millionäre, Jetset, Prominenz, Filmstars und Models, liegt 140 Kilometer östlich von Montevideo auf einer Halbinsel, die an der Mündung des Rio de la Plata in den Südatlantik ragt. Das westliche Ufer ist dem Fluss zugewandt, das östliche dem Atlantik, und genau das macht die Lage des Ortes so einmalig. Es gibt ruhige Buchten auf der Rio de la Plata Seite und Surfstrände mit hohen Wellen auf der Atlantikseite. Sagt der Reiseführer.

Ab Mitte Dezember, wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist, bringen Privatjets die finanzkräftige Klientel aus Argentinien und Brasilien nach Punta del Este. Die Reichen und Schönen aus Uruguay reisen in Yachten, Cabrios und Oldtimern an. Argentinische Paparazzi haben Hochsaison. Tatsächlich soll es dort während der Hochsaison von Dezember bis März die höchste Dichte an Paparazzi in Südamerika geben – vor allem in März, wenn das Filmfestival International de Cine de  Punta del Este stattfindet.

Strandvilla in Punta del Este

Das ansonsten ruhige Städtchen vollzieht nun seine Verwandlung in den angesagtesten Partyort Südamerikas. Nicht nur die Einwohnerzahl von knapp 20.000 steigt um ein Vielfaches, auch die Hotelpreise steigen in astronomische Höhen. Zimmer in Vier- und Fünf-Sternehotels in Strandnähe, die im November noch für umgerechnet 250 bis 400 Euro zu haben waren, kosten jetzt 1.500 bis 2.500 Euro pro Nacht, Ferienwohnungen- und Häuser ab 8.000 Euro die Woche.

„Mitten in der Hochsaison nach Punta del Este? Ich glaube kaum, dass es euch dort gefällt“, sagt ein befreundeter Anwalt aus Montevideo und lächelt uns mitleidig an, als wir ihm von unserem bevorstehenden Tagestrip erzählen. Wir sind für drei Tage aus Buenos Aires gekommen und wollen in der kurzen Zeit so viel wie möglich von Uruguay sehen – natürlich auch den berühmten Badeort.

Strand in José Ignacio

Als wir mit dem Auto in Punta del Este ankommen, sind wir enttäuscht. Die Skyline erinnert an Miami – ein Hochhaus reiht sich an das andere. Der Verkehr auf der Rambla Artigas, der Uferstraße, die um die Halbinsel führt, ist ein einziges Chaos und die Strände sind so überfüllt wie an der Cote d’Azur im August. Wir fragen uns, warum das der exklusivste Badeort Südamerikas sein soll. Wir biegen von der Rambla Artigas ab, verfahren uns wegen der vielen Einbahnstraßen und fehlender Straßenschilder mehrmals und geben es schließlich auf, das Zentrum des Ortes zu finden.

Stattdessen fahren wir 40 Kilometer weiter nach José Ignacio, den nicht minder exklusiven, aber weitaus ruhigeren Badeort mit den langen weißen Sandstränden, der für seinen Leuchtturm berühmt ist. Auf dem Weg dorthin fahren wir an Häusern vorbei, die uns in Staunen versetzen – Villen in Beverly Hills sähen daneben recht unscheinbar aus. Giselle Bündchen und Maradona sollen hier Villen besitzen, Shakira sogar eine riesige Ranch.

Leuchtturm in José Ignacio

Im ehemaligen Fischerdorf José Ignacio gibt es keine Hochhäuser und hässlichen Hotelkomplexe, dafür jede Menge kleine Boutique-Hotels, prachtvolle Villen und Häuser in ausgefallenem Design. Im Vergleich zu Punta del Este ist der Strand fast leer, auf den Straßen ist kaum Verkehr. Liegt es an der Mittagszeit? Ganz

sicher, denn die Restaurants am Strand sind überfüllt. Wir steigen auf den Leuchtturm, von dem man eine spektakuläre Aussicht über die Bucht hat. Allein der Leuchtturm war die Reise wert!

Felsstrand in José Ignacio

Auf der Rückfahrt fahren wir wieder durch Punta del Este, biegen falsch ab und befinden uns plötzlich mitten im Zentrum, das wir am Vormittag vergeblich gesucht hatten. Leider bleibt keine Zeit anzuhalten, denn wir haben uns zu einer Weinprobe in der Sierra de la Ballena angemeldet und sind wegen eines Verkehrsstaus zwischen José Ignacio und Punta del Este spät dran.

Punta del Este, das Saint Tropez Südamerikas
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Über den Autor

Cornelia Lohs

Cornelia Lohs ist freie Journalistin und schreibt für Print- und Online-Medien in den Bereichen Reise und Lifestyle. Sie lebt in Heidelberg und den USA. Mehr Informationen auf www.cornelia-lohs.de

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