Reiseberatung für individuelle Reisen

China mit Yangtze: Ein einmaliges Erlebnis

Peking Himmelstempel

China einmal hautnah erleben zu dürfen, das war mein Traum...

Die Vorfreude auf meine allererste China Reise war sehr groß und ich zählte die Tage bis ich mich endlich in den Flieger setzen und mein lang ersehnter Traum, das Reich der Mitte einmal mit eigenen Augen zu sehen, in Erfüllung gehen konnte. Mein Mann hatte Probleme, meine Begeisterung irgendwie zu bändigen, denn ich sprach Tage vor dem Start von nichts anderem mehr als von der Reise. Wir hatten die Reise bei einem bekannten deutschen Reiseveranstalter gebucht und sind im Vorfeld mit allen nötigen Informationen und Materialien für die China Reise versorgt worden. Ich bin zufällig im Internet über den Reiseveranstalter gestolpert, der ziemlich gute Bewertungen hat, und dachte mir deswegen, dass das mit Sicherheit die beste Wahl wäre. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Ich studierte den Reiseverlaufsplan, den man mir mit allen nötigen Details zugeschickt hatte, genauestens, so aufgeregt war ich. Unsere Reise wurde als klassische China Rundreise für Einsteiger angepriesen, bei der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Chinas angesteuert werden sollten. 15 aufregende Reisetage erwarteten mich.

Als der ersehnte Tag dann endlich da war, hatte ich alles nötige eingepackt. Auf der Internetseite des Reiseveranstalters gibt es Infos zu wichtigen Themen, mit denen ich mich normalerweise für Reisen innerhalb Europas gar nicht so sehr auseinander musste. Beispielsweise das Thema Kleidung: Wir sind glücklicherweise nicht mitten im Sommer gereist, sondern im April diesen Jahres. Da war das Wetter entsprechend mild und sehr angenehm. Unsere betreuende Sachbearbeiterin hatte uns im Vorfeld mitgeteilt, dass es im Sommer für viele Touristen einfach zu heiß in China ist, vor allem wenn man, so wie ich, Probleme mit dem Kreislauf hat. Daher bin ich rückblickend wirklich froh, dass wir uns für den April entschieden haben. Eingepackt hatte ich alles Wichtige: Vor allem ohne meine Wanderschuhe wäre ich wahrscheinlich stellenweise verloren gewesen. Auch meine Regenjacke erwies sich als besonders nützlich, denn ab und an sollten wir vom Regen erwischt werden. Als Reiseapotheke hatte ich vor allem eines eingepackt: Aspirin! Man kann schließlich nie wissen und sollte daher immer gut vorbereitet sein. Das mache ich aber auf allen Reisen so. Klar sind die Medikamente vor Ort (vor allem in China!) sicher sehr gut, aber man verlässt sich doch lieber auf das Altbewährte – ich zumindest. Dann hatte ich vorsichtshalber noch Pflaster eingepackt, die ich zum Glück nicht gebraucht hatte. Sonnencreme habe ich nicht mitgenommen, da es für die Jahreszeit nicht unbedingt nötig ist, denke ich. Aber eine Cappy hatte ich dabei, kann ja nicht schaden. Vor allem wenn es etwas windig ist, ist sowas keinesfalls verkehrt. Meine neue Kamera musste dann ebenfalls mit. Ich hatte etwas Panik, dass meine Speicherkarte zu klein sein könnte mit ihren lediglich 1GB zu klein sein könnte, aber es hat zum Glück ausgereicht. Ich empfehle jedem auch, ein passendes Ladekabel mitzunehmen. Zwar gibt es in den großen, internationalen Hotels auch Steckdosen, in die unsere Kabel ganz ohne Adapter reinpassen, aber wenn man unterwegs ist und mal in einem kleineren Hotel ist, dann gibt es nur die normalen chinesischen Stecker. Daher sollte man schon einen Adapter mitnehmen. Die Spannung ist übrigens dieselbe. Reisepass, Kreditkarte und Reiseunterlagen waren selbstredend auch mit dabei. Dann konnte es ja losgehen.

Wir starteten in Frankfurt am Main. Da wir aus Köln kommen waren wir mit dem ICE in etwa einer dreiviertel Stunde am Flughafen Frankfurt. Wir waren vorsichtshalber schon etwas früher hergekommen, nur für den Fall. Nach der Gepäckaufgabe hieß es nun mehr warten. Wir saßen im Boarding Bereich, wo unser Flug losgehen sollte und ich glaube, dass ich ohne mein Buch „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ die Zeit vor lauter Ungeduld kaum hätte überstehen können. Nicht nur die Vorfreunde auf China prägte meine Ungeduld, sondern auch der bevorstehende lange Flug von knapp zehn Stunden. Bisher war ich nur innerhalb Europas gereist und war daher noch nie so lange geflogen. Das Ganze legte sich dann glücklicherweise als wir starteten. Der Flug bis Peking war aber schon etwas anstrengend. Ich weiß nicht, wie manche Leute es aushalten können, teilweise sogar 12 oder noch mehr Stunden, z.B. bis Australien oder Neuseeland, zu fliegen. Aber wir hatten Glück, dass unser Flugzeug sehr gut ausgestattet war. Es war bequem und das Essen war – entgegen mancher Vorurteile gegenüber Flugzeugessen – absolut in Ordnung. Auch war alles sauber und der Service sehr gut.

Häuserfassade in Peking

Häuserfassade in Peking

Erschöpft kamen wir dann einen Tag später am internationalen Flughafen in China an, wo wir auch schon von unserem Reiseleiter empfangen wurden. Es war direkt eine herzliche Begrüßung und wir waren erleichtert, dass unser Reiseleiter uns auf Anhieb sehr sympathisch war. Gemeinsam ging es dann in das 4 Sterne Hotel Holiday Inn Temple of Heaven. Auf der Fahrt konnten wir schon erste Eindrücke Chinas gewinnen. Beispielsweise stellen wir fest, dass der Straßenverkehr absolut chaotisch zu sein scheint, sich aber dennoch jeder Autofahrer, jeder Radfahrer und jeder Fußgänger problemlos zurechtfindet. Hupen ist an der Tagesordnung und zeigt den anderen anscheinend an, dass man gleich beispielsweise die Spur wechseln will oder dass ein anderer aus dem Weg gehen soll. Ein wenig gewöhnungsbedürftig zwar, aber es funktioniert. Selber Auto fahren würde ich in China (zumindest in der Großstadt) aber nicht wollen. Die Fahrt dauerte etwa 40 Minuten, in denen wir außer dem Straßenverkehr noch andere erste Eindrücke sammeln konnten. Beispielsweise die wirklich gigantischen Ausmaße der Stadt. Überall stehen Hochhäuser, im Grunde gibt es kaum niedrige Häuser, außer in den so genannten „Hutongs“, was alte, traditionelle und sehr ruhe Straßen überall zwischen den großen Hauptverkehrsstraßen sind. Eigentlich sind es eher kleine Gassen. Überall auf den Straßen scheint es sehr geschäftig zu sein, die Chinesen wuselten durch die Gegend. Genau so hatte ich es mir vorgestellt in China. Jedenfalls wollte ich mehr davon sehen als wir das Hotel, das direkt im Stadtzentrum liegt, erreichten.

Von außen ist das Hotel nichts Spektakulären, aber absolut in Ordnung für ein 4 Sterne Hotel. Dafür ist es Innen absolut genial! Nicht nur die Lobby war besonders ansprechend, sondern auch die Zimmer an sich. Man muss dazu sagen, dass das Hotel natürlich auch absolut international ausgerichtet ist. Daher ist ein guter Standard natürlich sicher. Wir hatten übrigens kaum Zeit, uns auszuruhen, denn es ging auch direkt los zum Mittagessen. Ach ja, chinesisches Essen! Das ist wirklich ein echtes Highlight! Nun erst einmal zu unserer Besichtigung des ersten Tages. Es ging in den Himmelstempel. Man kennt ihn ja von Fotos und wahrscheinlich ist er eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Pekings. Ich staunte nicht schlecht über die weitläufige Anlage. Sie wirkt in echt noch viel imposanter als auf Fotos. Es war auch gar nicht so voll wie ich befürchtet hatte. Vielleicht lag das ja auch an der Jahreszeit. In der Hochsaison wird es wohl um einiges voller sein. Wir waren auch nicht die einzigen europäischen Touristen. Viele Reisegruppen waren vor Ort. Ganz lustig waren die chinesischen Reisegruppen. Ganz diszipliniert folgten sie ihrem Reiseleiter und hatten lustige orangefarbene Mützen auf. Wir waren da etwas unkonventioneller und blieben nicht nur bei unserem Reiseleiter, der uns eine wirklich super Führung bot, sondern schauten auch mal hier und da ein bisschen eigenständig rum, ohne aber unsere Gruppe zu verlieren. Die Gruppe war übrigens recht überschaubar und hatte eine perfekte Größe. Wir waren 20 Leute, sodass man sich auch gut kennenlernen konnte, sich weder verloren, noch erdrückt vorkam. Am Abend fielen wir erschöpft auf unser Bett, hatten aber schon viel gesehen und erlebt. Die ersten Eindrücke mussten nun im Traum verarbeitet werden. Nachdem die Vorhänge zu waren und eine behagliche Ruhe über dem Hotel hing, verbrachten wir unsere erste Nacht in China, um am nächsten Tag erholt für weitere Entdeckungen zu starten.

In der Verbotenen Stadt

In der Verbotenen Stadt

Der nächste Tag in Peking war geprägt von Non-Stop Sightseeing. Zuerst bestaunten wir die gigantische Anlage des Sommerpalasts. Hervorzuheben ist dabei vor allem das wunderschöne und sehr sehenswerte Marmorschiff, das direkt am Kunming Westsee liegt. Hier hat man eine traumhafte Aussicht über den See. Die Atmosphäre ist absolut fantastisch! Auch die Pagoden und verschiedenen Statuen in der Anlage machen ordentlich was her und vermitteln das wahre China Feeling. Spätestens an dem Tag wusste ich, dass ich mich richtig entschieden hatte als ich diese Reise gebucht hatte. Wir sind danach auf die Große Mauer gefahren. Immerhin muss man die ja mal gesehen haben wenn man schon mal in Peking ist. Und ja: Sie ist eindrucksvoll! Sehr sogar! Für uns war sie wahrscheinlich noch etwas eindrucksvoller als für manch andere Person, da wir mit unserem Reiseleiter noch nicht so früh auf der Mauer waren, sondern zu dem Zeitpunkt als die Sonne unterging. Für uns war das ein absolutes Highlight der Reise, denn zum einen war das Farbenspiel sehr schön und zum anderen waren dann kaum noch andere Gruppen auf der Großen Mauer. Nach Sonnenuntergang sind wir uns dann noch das Nationalstadion, das auch „Vogelnest“ genannt wird, anschauen gegangen. Das war ebenfalls ein richtiges Spektakel, denn nicht nur die Form ist sehr interessant, sondern auch die einzigartige Beleuchtung, die natürlich abends viel besser zum Tragen kommt. Damit war der Tag dann leider auch schon vorbei. Mehr hätte ich aber auch nicht mehr machen können, ich bin sofort ins Hotelbett gefallen und habe geschlafen wie ein Stein.

Wir haben dann am nächsten Tag noch den Tian’anmen Platz angeschaut. Ich fand diesen zentralen Platz jetzt weniger interessant. Aber gesehen haben sollte man ihn definitiv. Interessant ist im Zuge dessen natürlich vor allem das große Foto von Mao Zedong, das dort ganz groß zu sehen ist. Außerdem darf man nicht vergessen, dass dieser Platz nicht nur im Zentrum der Stadt liegt, sondern auch generell gewissermaßen das Zentrum Chinas bildet. Direkt dort gelegen ist auch die Verbotene Stadt. Wären nicht die ganzen anderen Touristen dort, so käme man sich wirklich vor wie in einer anderen Zeit. Der Palast besteht aus so vielen Räumen, dass man meinen könnte, dass man sich verläuft, sobald man mal ein bisschen unachtsam ist. Wahrscheinlich geht mehr China gar nicht. Ein besonders schöner Ausblick wurde uns direkt im Anschluss geboten als wir den Weg hinauf auf den Kohlehügel bestiegen haben. Von hier aus hat man den besten Blick über die Dächer der Verbotenen Stadt. Wir haben auf der Anlage des Kohlehügels außerdem viele interessante zusätzliche Eindrücke gewinnen können. So trafen sich hier etwa Chöre, die geprobt haben, oder auch Menschen, die Taichi machten. Das war sehr eindrucksvoll und zeigt auch, dass bei den Chinesen alles an jedem Ort geht. Den Kohlehügel hätte ich daher auf keinen Fall missen wollen. Später sind wir dann noch ein wenig durch die große Einkaufsstraße Wangfujing gelaufen. Ich habe dort auch fleißig eingekauft, zumal Waren in China meist günstiger sind als bei uns, da lohnt es sich wirklich. Das kulinarische Highlight der Reise kam dann aber erst am Abend als wir in einem tollen Restaurant, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, Original Pekingente essen konnten. Ich kann nur sagen, dass es wirklich kein Vergleich zu dem ist, was einem in Deutschland als „Pekingente“ vorgesetzt wird. Jedenfalls war es wirklich köstlich und ich wünschte, das gäbe es auch auf diese Art in Deutschland irgendwo… Aber nun gut, wir sind dann jedenfalls am Abend mit einem Nachtzug weiter nach Luoyang gereist. Wir hatten schon eine Menge toller Eindrücke aus Peking mitgenommen, die ich niemals vergessen werde!

Der Nachtzug war sehr komfortabel. Wir waren jeweils in bequemen und modern ausgestatteten 1. Klasse Schlafwagen in 4 Bett Abteilen untergebracht. In der Stadt angekommen bezogen wir direkt unser neues Quartier: Das Peony Hotel, ebenfalls mit 4 Sternen. Die Lage ist sehr gut, es ist aber ein bisschen laut. Machte uns aber nichts aus, es gibt ja Oropax! Das sollte man in China (egal, wo man übernachtet) unbedingt dabei haben. Das Land an sich ist nämlich recht laut und die Bevölkerung auch. Das macht ja auch einen gewissen Reiz aus. Außerdem ist man ja nicht viel im Hotel, sondern mehr auf Achse, da ist es nicht so schlimm wenn das Hotel nicht 100% perfekt ist. Wir haben zuerst ein Shaolin Kloster besucht. Es war wirklich klasse, die Mönche hier beim Üben ihrer Kampfkünste beobachten zu können. Ich war sehr beeindruckt von ihrem Können und der sichtbaren Disziplin! Ich wäre gerne noch länger geblieben um zuzuschauen, aber man will ja schließlich noch mehr sehen. Und so ging es anschließend in den Pagodenwald, der direkt nebenan liegt. Auch hier trifft man auf den ein oder anderen Mönch. Wir waren dann im Anschluss noch in einer Kampfsportschule, wo man uns erklärte, wie die Ausbildung vom Schüler zum Meister von statten geht. Wenn man sich also für Kampfsport interessiert, dann ist das DIE Gelegenheit, sich etwas intensiver und hautnah mit der Materie zu befassen!

Longmen Grotten

Longmen Grotten

Der nächste Tag war vor allem von einer Sehenswürdigkeit geprägt: Den Longmen Grotten! Hier hatte man wieder einmal einen tiefen Einblick in den Buddhismus. So viele verschiedene Buddhafiguren gibt es hier, dass es unmöglich ist, einen Überblick darüber zu behalten. Sie sind in Felsen eingehauen und scheinen die Gegend zu beschützen. Hier habe ich auch eine hübsche kleine Buddha Figur für meine Schwester erstanden. Der Reiseleiter war hierbei sehr hilfreich für mich, denn ich kann ja kein Chinesisch. Wir sind dann am gleichen Tag mit dem Zug weiter bis nach Xi’an gefahren und dort im Grand New World Hotel untergekommen. Das Hotel liegt ebenfalls sehr zentral und ist damit sehr gut für Ausflüge innerhalb der Stadt geeignet. Der Tag ging für mich relativ schnell rum, ich weiß auch nicht wirklich, wieso. Jedenfalls besuchten wir in Xi’an den Glocken- und Trommelturm. Sehr eindrucksvoll fand ich die Altstadt. Denn die wirkt irgendwie ganz anders als Peking, nicht besser, nicht schlechter, nur anders. Aber auch hier sind die Menschen sehr quirlig. Man merkt, dass die Gegend eher muslimisch ist. Besonders toll sind die Street-Food Leckereien! Wir haben nach einem leckeren, ausgefallenen Snack, dann noch die Große Moschee besucht. Ich war vorher noch nie in einer Moschee, daher waren auch das viele neue Eindrücke für mich. Ich muss aber sagen, dass ich, so von außen, die Moschee wirklich nicht als Moschee hätte identifizieren können. Ich musste genau hinschauen, um die arabischen Zeichen hier und dort zu erkennen.

Terrakotta Armee

Terrakotta Armee

Gleich am nächsten Tag besichtigten wir die Stadtmauer Xi’ans. Die Stadtmauer ist ziemlich groß und man kann auf ihr spazieren gehen. Interessant sind auch die Ausblicke, die man von hier runter auf die Stadt hat. Wir haben zum Beispiel alte Chinesinnen gesehen, die im Park mit Fächern getanzt haben. Das hatte echtes China-Flair! Eine weitere Pagode, die auf dem Plan stand, war dann die „Kleine Wildganspagode“, die auch schon recht alt ist. Die Eindrücke, die ich an diesem Tag gewinnen konnte, waren aber gar nichts gegen das, was am Nachmittag noch auf mich zukam: Der Besuch der berühmten Terrakotta Armee. Es hat schon seinen Grund, warum sie überall auf der Welt so bekannt ist. Man muss sich mal vorstellen, dass da unendlich viele Soldaten aus Stein extra dafür erstellt wurden, um den ersten chinesischen Kaiser auch in seinem Tod noch zu beschützen. Und die verschiedenen Figuren sind alle unterschiedlich. Da fragt man sich doch, ob sie jeweils nach echten Personen erstellt worden sind. Anzunehmen wäre es ja. Auf alle Fälle wird sicherlich jeder von dieser Sehenswürdigkeit absolut beeindruckt sein. Ich zähle sie heute noch zu meinen absoluten Highlights dieser Reise.

Yangtze Fahrt

Yangtze Fahrt

Der Tag darauf war ebenfalls ein Erlebnis. Wir flogen von Xi’an nach Chongqing, Chinas größte Stadt und noch dazu die größte Stadt der Welt. Wir konnten hier aber auch eine etwas ruhigere Kugel schieben. Vor allem der Eling-Park war sehr entspannend. Man hat von dort aus einen tollen Blick auf den Yangtze, den wir später am Tag noch genauer erleben sollten. Denn dann bestiegen wir unser Kreuzfahrt-Schiff für die Yangtze Kreuzfahrt. Das 5 Sterne Schiff war absolut super! Unsere Kabine ebenfalls sauber und ordentlich. Ganze zwei Tage waren wir auf dem Yangtze unterwegs. Das ist auch mal etwas ganz anderes als das Schippern über den Rhein. Vor allem wegen der andersartigen Naturlandschaft um einen herum kommt man sich vor wie in einer anderen Welt. Karstige Berge, Schluchten, wilde Nebenflüsse, all das sieht man auf dem Yangtze. Wir haben dann auch einen Ausflug gemacht in die Geisterstadt Fengdu. Das war absolut klasse! Hier stehen noch buddhistische und daoistische Tempelanlagen, es lebt aber keine Menschenseele mehr hier. Da überkommt einen doch ein seltsames Gefühl von Einsamkeit, aber einer positiven Einsamkeit. Es ist sehr ruhig und irgendwie erschien es mir verwunschen. Aber nun ja, ich bin nicht abergläubisch oder so, aber komisch war es irgendwie eben doch. Auch den berühmten Drei-Schluchten-Staudamm haben wir sehen können. Die Dimensionen sind hier wirklich richtig gewaltig und wir waren sehr überwältigt davon. Ausgeschifft wurden wir dann in Yichang. Ich hätte das Schiff am liebsten gar nicht mehr verlassen, aber alles geht einmal zu Ende. Mit einem komfortablen Reisebus fuhren wir weiter bis nach Wuhan, das durch seine Lage sehr wasserlastig ist. Viel Zeit blieb uns hier nicht, denn wir fuhren recht schnell weiter mit dem Zug nach Suzhou, wo wir im Yuan Wai Lou Hotel unterkamen.

Suzhou's Gärten

Suzhou's Gärten

Man merkt der Stadt ihre alte Tradition richtig an. Suzhou ist vor allem für ihre Seidenproduktion berühmt. Wir hatten die Gelegenheit, eine Seidenspinnerei zu besuchen und auf diese Weise direkt und hautnah dieses Handwerk zu bestaunen. An sich muss ich sagen, dass Suzhou mit all seinen wunderhübschen Gärten sehr viel Eindruck auf mich gemacht hat. Hier scheint der Trubel nicht so groß zu sein wie in vielen anderen chinesischen Städten, was zwischendrin auch mal ganz gut tun kann. Von dort sind wir dann weitergereist bis nach Wuzhen, ein kleines Dorf, das zu den so genannten „Wasserdörfern“ zählt. Warum das so ist, stellten wir sehr schnell fest: Das gesamte Dorf ist mit Wasserstraßen durchzogen. Boote sind die üblichen Transportmittel um hier von A nach B zu kommen. Mal etwas anderes war das Übernachten an diesem Tag. Wir waren in einem typischen, chinesischen Gasthaus in Wuzhen untergebracht. Diese Erfahrung zu machen war fantastisch! Warum sollte man auch immer in den üblichen internationalen Hotels übernachten? Sicher, der Standard ist dort weitaus besser, aber uns hat es in dem Gasthaus an nichts gefehlt und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Immerhin sind wir ja auch nach China gereist, um das Land in seiner Echtheit kennenzulernen und dazu gehört eben auch einmal den chinesischen Standard zu sehen. Es hat der Tour ein gewisses Extra verliehen. Sehr interessant war in diesem Zusammenhang auch der Besuch des Fußbinde-Museums. Glücklicherweise gibt es das Ritual des Fußbindens in China schon lange nicht mehr. Umso besser finde ich aber, dass man seine Vergangenheit nicht unter den Tisch kehrt. Wir konnten in der gesamten Zeit unserer Reise eine Menge über die chinesische Geschichte lernen und möchten diesen Teil der Reise auch keineswegs missen!

Wasserdorf Wuzhen

Wasserdorf Wuzhen

Als wir dann die letzte Etappe unserer Reise, nämlich Shanghai, erreicht hatten, stellte sich schon ein wenig Wehmut bei mir ein. Der Gedanke daran, dass es bald wieder zurück nach Deutschland gehen sollte, gefiel mir gar nicht. Ich schaffte es natürlich trotzdem, die Zeit in Shanghai zu genießen. Etwas anderes kann man bei dieser Stadt auch nicht! Wir unternahmen beispielsweise eine Hafenrundfahrt. Ich denke, dass eine solche definitiv dazu gehören sollte wenn man Shanghai besucht. Denn die Kulisse des „Bundes“ ist wirklich wunderschön. Am ersten Abend in der Stadt packte mich dann beim Besuch der Einkaufsstraße Nanjinglu das Shopping-Fieber. Ich glaube, man kann auch nicht anders, wenn man an den unzähligen Läden vorbeischlendert, die sich aneinanderreihen. Wir haben hier in dem Hotel Holiday Inn Downtown gewohnt, ebenfalls 4 Sterne. Das Stadtplanungsmuseum war sehr interessant und lohnte den Besuch definitiv! Etwas weniger Trubel gab es dann im Yu Garten. Hier ist alles super entspannt, ein Musterbeispiel chinesischer Gartenkunst mit einer traumhaften Atmosphäre. Als wir dann den Jinmao Tower bestiegen hatten, wurde mir etwas mulmig. Immerhin waren wir ziemlich weit oben und ich mag es normalerweise nicht so, so weit oben zu sein. Aber irgendwie hat mich die Aussicht doch mehr gepackt als die Angst. Es ist wirklich fantastisch! Man kann die gesamte Riesenstadt überblicken. Nachdem auch hier alles bildlich festgehalten wurde, sind wir zu unserem allerletzten Abendessen in China aufgebrochen. Es war irgendwie eine gemischte Stimmung beim Essen. Ich glaube, den meisten ging es ähnlich wie mir. Wir hatten so viele tolle Eindrücke geboten bekommen, einen so kompetenten, freundlichen Reiseleiter gehabt, der sich immer vorbildlich um uns gekümmert hat und man hat auch Freundschaften mit anderen Reisenden geschlossen, sodass es einem schon schwer fiel, dann das alles bald vorbei sein würde. Aber es hilft ja alles nichts. Man hat dafür wundervolle Erinnerungen (und tolle Fotos!).

Shanghai vom Wasser aus

Shanghai vom Wasser aus

Ich kann nur jedem empfehlen, auch eine solche Reise zu machen! Nicht nur die Betreuung im Vorfeld, sondern auch die Betreuung vor Ort durch unseren wunderbaren Reiseleiter, als auch die Reiseroute selber sowie die Unterkünfte waren hervorragend. An das Essen musste sich manch einer erst gewöhnen. Es ist in vielerlei Hinsicht gesünder als das deutsche! Ich fand es genial! Und deswegen würde ich sofort wieder nach China reisen wenn ich die Zeit dafür hätte!

Bewerte diesen Artikel / Autor

Über den Autor

2 Reaktionen bis “ China mit Yangtze: Ein einmaliges Erlebnis ”

  1. Elke Hoppe

    Hallo Karo-bee
    habe Ihren Bericht mit Interesse gelesen, vor allem da ich im September /Oktober selbst eine China-Reise plane.Ich bin allerdings noch dabei die genaue Route zusammen zu stellen.Unsicher bin ich mir betreffs der Terrakotta-Armee, ich habe da schon unterschiedliche Meinungen gehört. Vielleicht können sie sich per email bei mir melden? So ein Erfahrungsaustausch ist oft sehr hilfreich.
    Viele Grüsse und einen schönen Sonntag
    Elke

  2. Schöner Reisebericht! Besonders die Erfahrungen zu Xi’an interessieren mich, da wir uns vorstellen können, die Stadt in diesem Jahr zu besuchen. Letztes Jahr waren wir fünf Tage in Chongqing, was auch sehr eindrücklich war. In Shanghai waren wir auch schon. Allerdings muss ich mir anhand Ihrer Berichtes doch nochmals überlegen, eine geführte Rundreise zu buchen. Denn die Städte sind sehr hektisch und chaotisch. Viele Sehenswürdigkeiten sind irgendwo verborgen hinter den Hochhäusern. Kommt hinzu, dass eine geführte Reisegruppe auch die Landschaften entdecken geht – also dorthin wo ich mich persönlich wegen meiner nicht-vorhandenen Chinesisch-Kenntnisse gar nicht erst hintraue.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Sie können diese XHTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>