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In Simbabwe unterwegs: Eindrücke nach dem ersten Regen – Zarte Pflänzchen

Unterwegs im Chizarira Nationalpark

Unterwegs im Chizarira Nationalpark

Einem netten Menschen, der kürzlich auf Simbabwe neugierig geworden ist, habe ich die Idee zu verdanken, Ihnen von meiner letzten Reise eine Kleinigkeit mit zu bringen. Er heißt Dirk Boelsems und ist der Eigentümer des Reiseberichte-Blog.

Die Idee ließ mich während der langen Reise nicht los, doch ich konnte mir zunächst beim besten Willen nichts ausdenken, was mir geeignet erschien. Ich ärgerte mich über meine eigene Einfallslosigkeit und auch darüber, dass ich innerlich an allem, was mir des Wegs kam etwas auszusetzen hatte. Es sollte ja nichts sein, das nur unnütz im Regal herumliegt und eher lästig ist.

Dann erwischten mich die ersten Gewitter der Saison im Matobo Nationalpark. Innerhalb von wenigen Tagen konnte man zusehen, wie trockene, tot aussehende Büsche grün wurden, wie zwischen dem goldgelb gebleichten Gras grüne Halme empor schossen und wie Keimlinge aus Rissen im Boden wuchsen. Mit dieser Landschaft aus eindrucksvollen Granitstein-Formationen, karg anmutenden Hügeln und Felsen-Domen bin ich sowieso tief verbunden, aber nun erlebte ich sie noch einmal neu. Und nach dieser Erfahrung war es klar, ich würde Samen mitbringen! Dann können Sie sich hoffentlich auch daran freuen, wenn im Frühjahr nicht nur im Garten, sondern auch auf der Fensterbank etwas wächst und grün wird.

Auf einer Wandertour in einem der abgelegensten und landschaftlich schroffsten Parks von Simbabwe, dem Chizarira Nationalpark, machten wir Pause an einem kleinen Flusslauf. An einigen Stellen stand noch etwas Wasser, aber der größte Teil des Flussbettes war trocken. Wir schnallten die Rucksäcke ab und setzten uns auf einen Felsen im tiefdunklen Schatten eines Ebenholzbaumes. Es war angenehm kühl nachdem wir einige Stunden in der Sonne gewandert waren. Unser Guide bestätigte mir, dass die kleinen braunen Samen, die im Sand verstreut lagen, zu dem Baum gehörten. Hier konnte ich sie nicht aufsammeln, denn das ist in einem Nationalpark zu Recht streng verboten. Aber mein Entschluss war gefasst, ich würde Ihnen Samen von einem Ebenholzbaum mitbringen!

Chizarira Nationalpark - Am Ende eines langen Wandertags

Chizarira Nationalpark – Am Ende eines langen Wandertags

Es ist ein immergrüner Baum, mit rauer, dunkler Rinde und länglichen, dunkelgrünen Blättern. Besonders faszinierend ist, dass oft die zarten, jungen Blätter rot gefärbt sind. Diese Strategie wehrt Fressfeinde ab, denn die roten Blätter enthalten besonders viel Tannin. Erstens schmeckt Tannin sehr bitter und zweitens ist es in hohen Konzentrationen ungesund. Der Baum wächst gern direkt an Flussläufen und mit besonderer Vorliebe auf Termitenhügeln.

Einige Tage später konnte ich den Entschluss dann in die Tat umsetzen, auf dem Privatgelände eines Freundes. Er hielt mich zwar für etwas merkwürdig, aber es machte ihm nichts aus, dass ich ein Weile unter seinem Baum herumkroch.

Wenn Sie diesen kleinen Blog-Eintrag lesen, dann haben Sie bereits den Brief mit dem Samen in Händen. Ich wünsche Ihnen damit viel Freude und hoffe, dass er bei Ihnen anwächst. Nebenbei hoffe ich, dass es mir gelungen ist auch Sie ein Wenig neugierig auf Simbabwe zu machen.

Ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr wünsche ich allen!

Ihre Sabine Gebele

Chizarira Nationalpark - Büffelherde

Chizarira Nationalpark – Büffelherde

In Simbabwe unterwegs: Eindrücke nach dem ersten Regen – Zarte Pflänzchen
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Über den Autor

Sabine Gebele

Seit ich als Kind, mit etwa 7 Jahren, die ersten Tierfilme auf dem schwarz-weißen Fernseher ansehen durfte, war mir klar, daß ich eigentlich nach Afrika gehöre. Je mehr Filme ich ansah, im Scheidersitz auf dem Teppich, Rücken an das Sofa gelehnt, desto sicherer war ich. Meine Helden waren Bernhard Grzimek, Jacques Cousteau und Gerald Durrell. Seit 1988 reise ich regelmäßig nach Afrika, habe Südafrika, Lesotho, Swaziland, Namibia, Botswana, Simbabwe, Sambia, Tansania, Kenia und Ghana bereist. So wunderschön diese Länder alle sind, so ist meiner Meinung nach keines mit Simbabwe vergleichbar. Ich habe mich in das Land verliebt, als ich zum Erstenmal dort war, es dauerte keine fünf Minuten! Seit 1996 arbeite ich als Reiseveranstalter und teile meine Begeisterung mit meinen Gästen. Am liebsten bin ich tief im Busch zu Fuß auf Safari, habe aber auch sehr viel Freude am Reisen mit allen anderen Mitteln, seien es Flugzeuge, Geländewagen, Mountainbikes oder Pferde.

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