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Reisebericht Titicacasee, Isla de Sol und Tiwanaku in Bolivien

 

Von La Paz durch das Hochland von Bolivien über Tiwanaku zum Titicacasee mit der Isla de Sol

Unser diesjähriger Urlaub führte uns nach Bolivien. Wir, das sind meine Frau Ellen und ich, Uwe, aus Süddeutschland. Nachdem wir bereits auf eigene Faust den Salzsee besucht hatten und mit der Organisation nicht allzu zufrieden waren, beschlossen wir nun bei  einem lokalen deutschen Anbieter eine Tour zum legendären Titicacasee mit den Ruinen von Tiwanaku und der Durchquerung der Isla de Sol bei Copacabana zu buchen.

Wir sahen den Vorteil darin, dass wir uns um nichts kümmern mussten. Bei unseren vorherigen Touren hatten wir nämlich zugebenermaßen einige Probleme, da wir nicht der Landessprache mächtig sind. Mein aktueller Reisebericht handelt nun jedoch erstmal nur von Tiwanaku und dem Titicacasee, ein ausführlicher Bericht zum Trek folgt aber garantiert. Alles andere würde den Rahmen für einen Reisebericht wirklich sprengen.

Am Mittwoch Morgen wurden wir von Thomas und unserem bolivianischen Fahrer abgeholt. Die beiden waren von Anfang an sehr freundlich und wir verstanden uns auf Anhieb gut. Kurze Zeit später fuhren wir zum nächsten Hotel, wo wir noch drei weitere Gäste, die mit uns die Tour machten, aufsammelten. Es handelte sich um eine Schweizer Familie mit einer 19jährigen Tochter, die ein freiwilliges soziales Jahr in Bolivien machte. Und die Eltern nutzten natürlich die Gelegenheit, um sie zu besuchen.

Die drei wirkten ebenfalls recht unkompliziert und so versprach unser Urlaub ein voller Erfolg zu werden.

Wir fuhren nun erstmal in Richtung Tiwanaku, das sind die berühmtesten Ruinen Boliviens, ungefähr 100 km von La Paz entfernt. Unsere Straße führte uns erst über El Alto, die arme und gefährliche Ecke von La Paz. Es war zwar interessant anzuschauen, aber auch wirklich sehr anders im Vergleich zu dem doch manchmal sehr europäisch anmutenden La Paz. El Alto wirkte riesig und unfertig auf uns. Überall sahen wir halbfertige, hässliche Häuser, eine Menge Einwohner und leider sehr viele Straßenhunde.

Der weitere Weg wurde dann aber wirklich immer aussichtsreicher. Aus dem Fenster hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf die schneebedeckten Berge der Cordillera Real – wie den Huayna Potosi oder den Illimani. Zum Glück hatte Thomas auch ein paar Fotostopps eingeplant. Dann kamen wir in Tiwanaku an. Thomas und Porfidio gingen mit uns zum Eingang, um den Eintritt zu zahlen. Thomas zahlte für uns „Ausländer“ umgerechnet 8 Euro Eintritt, während Porfirio als Bolivianer nur 1 Euro Eintritt zahlen musste. Kurios! Das müsste sich mal einer in Deutschland erlauben! Bevor wir nach draußen zu den Ruinen gingen, besichtigten wir erstmal das Museum über die Tiwanaku-Kultur. Wir lernten so einiges über die Verbreitung der Kultur, ihr potentielles Ende, über die zahlreichenen Götter, wie den Puma, die Schlange und das Lama.

Sonnentor Tiwanaku

Das Museum ist sehr nett aufgemacht und bietet viele Informationen. Außerdem waren

Tiwanaku

wir über die ganzen Fundstücke erstaunt, die sich in einem noch sehr guten Zustand befanden. So bekamen wir eine Vielzahl von Keramikvasen, Geschirr, Waffen und Schmuck zu sehen. Danach leitete Thomas uns nach draußen zu den Ruinen. Die Ausgrabungsarbeiten waren noch in vollem Gange. Leider war der große Tempel noch nicht freigeschaufelt, aber auch so sahen wir beeindruckende Versammlungssäle mit liebevollen Verzierungen von Gesichtern der Götter, das Sonnen- und das Mondtor und einige Statuen von den Göttern, die angebetet wurden – der wichtigste von ihnen war ein imposantes Abbild des Bennets, der in einem extra Saal aufbewahrt wird.

Nachdem wir also so einiges über die Tiwanaku-Kultur gelernt und gesehen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Titicacasee und zwar zu dem schönen Wallfahrtsörtchen Copacabana. Das bolivianische Copacabana ist übrigender erste Ort mit diesem Namen, hier soll enem Bauernmädchen die heilige Jungfrau erschienen sein. Mittlerweile gibt es etliche Copacabanas in Südamerika, das bekannstete sicherlich am Stand von Rio de Janeiro. Dort wurde eine Kapelle zu Ehren der Jungfrau von Copacabana in Bolivien erbaut, seiddem heisst der Strand so.  Die Entfernung bis Copacabana  kann ich nur schätzen, aber es waren denke ich unter 100 km. Allerdings ist das hier immer sehr schwierig zu sagen, benötigt man doch auf den kleinen kurvigen Straßen, die oftmals nicht geteert sind, wesentlich länger als auf den guten deutschen Autobahnen. Wir erreichten den gigantischen Titicacasee und wenn ich gigantisch sage, dann meine ich das auch. Wir hatten aus dem Auto einen wunderbaren freien Blick auf den See, bei dem die Ausmaße von eben diesem deutlich wurden. Dann gelangten wir an das vorläufige Ende unserer Straße. Um weiter nach Copacabana fahren zu können, mussten wir mit einem Holzboot ans gegenüberliegende Ufer übersetzen. Porfidio manövrierte das Auto sicher auf die Planken des Bootes und wir stiegen aus und setzten uns an die „Reeling“.

Ueberfahrt Titicacasee

Das Gefühl war wirklich unbeschreiblich. Das Wasser glitzerte in allen erdenklichen Farben, von kristallblau bis smaragdgrün. Im Hintergrund wirkten die schneebedeckten Berge auf uns, aber trotzdem wirkte die Umgebung ein bisschen mediterran. Das liegt wahrscheinlich an der spärlichen Vegetation, den kleinen Stränden und natürlich an dem riesigen See, der uns allen vielmehr wie ein Meer erschien – mit seinen Wellen und ohne dass man ein Ende ausmachen konnte.

Auf der anderen Uferseite angekommen, ging es noch ungefähr eine Dreiviertelstunde durch die hügelige Landschaft, dann waren wir an unserem Ziel Copacabana angekommen. Thomas checkte uns in einem schönen Hotel fast direkt am Strand ein, es hieß glaube ich Rosario del Lago. Wir verabredeten, dass wir uns in einer Stunde vor dem Hotel wiedertreffen würden, ruhten uns etwas aus und genossen den „Meerblick“ – das Urlaubsfeeling stellte sich so langsam ein!

Eine Stunde später wanderten wir von unserem Hotel aus zu dem Monte Calvario, dem Hausberg von Copacabana. Es ging über steinerne Stufen ca. 200 Meter hinauf. Jedes Mal, wenn wir eine kurze Verschnaufspause machten, genossen wir den einmaligen Blick hinab auf Copacabanaund die schöne Bucht. Wie gut, dass ich meinen Fotoapparat

Tiefblick vom Cerro Calvario

mitgenommen hatte!

Oben angekommen, war der Rundumausblick natürlich noch beeindruckender.  Man konnte weite Teile des Sees überblicken und Thomas zeigte uns sogar, wo Peru liegt – die entsprechenden Berge sahen wir in der Ferne. Wir setzten uns auf eine Steinmauer und warteten auf den Sonnenuntergang, der uns schon als spektakulär angekündigt wurde. Ca. um viertel nach 6 färbte sich der Himmel orange und die Sonne tauchte ganz langsam in den Titicacasee ein. Wir fotografierten alle um die Wette, das Licht eignete sich perfekt für schöne Fotos.

Sonnenuntergang Cerro Calvario

Schlag auf Schlag wurde es dann aber auch dunkel und wir sahen zu, dass wir wieder nach unten kamen. Wir suchten uns ein nettes Restaurant in der Hauptstraße Copacabanas aus und aßen ein Menü – inklusive Quinoasuppe, leckerem Hühnchen und den guten bolivianischen Pommes. Als kleine Aufmerksamkeit des Hauses bekamen wir dann noch den obligatorischen Cocatee als Nachtisch.

Der nächste Morgen begann recht früh – zumindestens für die bolivianischen

Isla de Sol Strand

Verhältnisse. Wir trafen uns nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel um 8 Uhr. Dann liefen wir gemeinsam zum Bootsanleger. Die berühmte Isla del Sol stand heute auf dem Programm. Thomas meinte, um gute Plätze auf dem oberen Deck des Bootes ergattern zu können, sei es besser nicht erst um halb 9, wenn das Boot ablegen würde, dort zu sein. Tatsächlich waren oben noch genug freie Plätze. Dick in unsere Jacken eingepackt ging die Fahrt los. Der Wind pfiff uns um die Ohren, es war kalt, aber für nichts auf der Welt hätte ich lieber unten gesessen. Der Blick war einfach gigantisch! Das tiefblaue Wasser unter uns, hinter uns die schön geformte Bucht Copacabanas und vor uns nichts als die unendlichen Weiten des Sees, einige kleine Inseln und die Gipfel des Festlandes. Nach ca. 2 Stunden Fahrt erreichten wir dann den nördlichen Bootsanleger der Isla del Sol. Von hier aus würde unsere Wanderung bis zum südlichen Anleger der Insel gehen, an dem uns das Boot am Nachmittag wieder abholen würde. Der erste Eindruck von der Isla del Sol war fantastisch. Gut, wenn man von einem weißen, karibisch anmutenden Sandstrand begrüßt wird, dann ist das auch nicht weiter verwunderlich!

Cordillera Real von der Isla de Sol

Thomas schlug uns zwei Routen vor: einmal den Hauptweg an den meisten Ruinen der Tiwanaku vorbei und dann noch eine Abkürzung mit vielversprechenderen Blicken. Wir entschieden uns für den kürzeren Weg, der zwar am Anfang etwas schwierig zu begehen war, uns dann aber mit einer Vielzahl von Fotomotiven versöhnte. Der Blick auf die Strände unter uns, auf den noch immer beeindruckenden Titicacasee und auf den Pfad vor uns war in der Tat sehenswert. Wir stiegen weiter steil bergan und suchten uns teilweise unseren Weg in dem Fels. Dann kreuzten wir den Hauptweg, der uns nun weiter führen würde. Von den anderen Touristen auf dem Boot, die den Hauptweg genommen hatten, war nicht einer in Sicht.

Mit einigen kleinen Aufs und Abs verlief unser Weg idyllisch auf dem Gipfelkamm – rechts und links die wunderschönen Ausblicke inklusive. Ab und zu mussten wir Wegzoll zahlen, aber ansonsten begegneten wir höchstens mal angeleinten Eseln oder Schweinen.

Inkaweg Isla de Sol

Nach 2 Stunden entspanntem Gehen kamen wir zu einer Ansammlung von Restaurants und kleinen Lebensmittelläden, die bereits ankündigte, dass der südliche Anlegepunkt nicht mehr weit war. Dafür mussten wir nur noch bergab. Da wir aber noch Zeit hatten und unsere Mitpassagiere immer noch nicht in Sicht waren, beschlossen wir, an einem kleinen urigen Restaurant Halt zu machen. Der Besitzer kam eilig herausgestürmt, begrüßte uns sehr liebevoll und deckte den wackligen Tisch im Garten – natürlich mit fantastischer Aussicht!

Wir bestellten alle zusammen eine große Familienpizza, dazu gab es selbstgepressten Orangensaft und einen Kokatee gratis als Nachtisch.

Gestärkt und ausgeruht liefen wir jetzt nur noch den weiteren Weg hinab in den kleinen Hafen, wo unser Boot schon wartete und alsbald ablegte.

Bevor wir wieder Copacabana anliefen, machte das Boot noch einen Zwischenstopp bei den schwimmenden Schilfinseln. Das war eigentlich ein Witz, für 10 Bolivianos Eintritt konnte man diese ca. 8x8m großen Inseln betreten und dort noch etwas trinken. Wir boykottierten diesen Ausflug und blieben sitzen.

Schilffinseln am Titicacasee

Wieder in Copacabana angekommen, kehrten wir zunächst ins Hotel zurück, dann trommelte Thomas uns aber für ein – wie er ankündigte ganz spezielles Ereignis – wieder zusammen. Er führte uns erst etwas in Copacabana herum, zeigte uns die schöne weiße Kirche und dann leitete er uns an den Strand zu den kleinen, offenen „Restaurants“. „Jeder, der an den Titicacasee fährt, muss einmal die legendäre „trucha“ probiert haben, die beste in ganz Bolivien!“, sagte er. Wir bestellten also die lokale Forelle mit Pommes, während Thomas uns erzählte, dass die Forelle gar nicht ursprünglich in dem Titicacasee heimisch war, sondern dort gezüchtet wurde. Wir probierten die sagenumwobene Forelle und waren wirklich sehr positiv überrascht. Ich habe schon immer gerne Fisch gegessen, aber vorher bin ich noch nie in den Genuss eines so zarten und nicht mit Meeresgeschmack versehenen Fischs gekommen. Auch die weniger leidenschaftlichen Schweizer Fischesser waren begeistert und Thomas hatte sein Soll erfüllt. Satt und zufrieden betrachteten wir noch den Sonnenuntergang am Strand, bevor es kühl wurde und wir wieder ins Hotel zurückkehrten.

Kirche Copacabana

Am nächsten Morgen fuhren wir recht früh nach dem Frühstück wieder mit Porfidio zu unserem nächsten Ziel, Tuni, dem Startpunkt unseres Treks.

Schon auf dem Rückweg begann ich den Titicacasee und die Isla de Sol zu vermissen, die mich auf eine Art und Weise sehr fasziniert hatten. Thomas meinte jedoch, Bolivien sei nunmal ein Land der Extreme und der unvergesslichen Erlebnisse und dass sich noch viele solcher Erfahrungen wiederholen würden – und bis jetzt kann ich ihm da voll zustimmen.

Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit unserer Wahl des Reiseveranstalters Thomas Wilken Tours. Thomas war immer sehr freundlich und hat auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen reagiert und die Reise nach unseren Wünschen gestaltet.

Jetzt wissen wir, dass wir das nächste Mal, wenn es uns nach Bolivienverschlägt, gleich eine Kompletttour bei Thomas buchen. Und dass es ein nächstes Mal gibt, das steht außer Frage! Noch heute denken wir wehmütig an den tiefblauen Titicacasee, an die faszinierende „Karibikinsel“ Isla de Sol sowie an die geschichtsträchtigen Ruinen von Tiwanaku und an all die wunderschönen Augenblicke in Copacabana zurück und wünschen uns wieder zurück.

Weitere Infos zu Touren in Bolivien finden sich unter:  www.suedamerikatours.de

Uwe, 45 und Ellen, 41 aus Stuttgart

Reisebericht Titicacasee, Isla de Sol und Tiwanaku in Bolivien
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Über den Autor

2 Reaktionen bis “ Reisebericht Titicacasee, Isla de Sol und Tiwanaku in Bolivien ”

  1. Hallo, wir d.h. Uwe und ich waren vom13.05 bis 3.6. in Bolivien und ab 29.05 bis 2.6 am Titicacasee. Wir können alles ebenso bestätigen und finden, dass Bolivien wirklich eine Reise wert ist.
    Wir haben auch den Sprung von Cochabamba nach Villa Tunari gewagt und uns ein bißchen Urwald angeguckt. Das war eher ein Schnupperkurs.
    Ich denke, wir sind uns an der Cobacabana oder auf den Pfaden des Sonnengottes begegnet.
    Ich wünsch Dir ene schöne Zeit
    Gruß Petra

  2. Hallo Ihr Reisende, wir, Pia, Susanne und Gunter aus der Schweiz, haben auch mit Thomas Willken das Condoriri-Trekking mit Besteigung des Cerro Austrias gebucht. Leider war es saukalt und es hatte nachts immer geschneit. Aber es war toll und Thomas können wir jederzeit als Tour-Operator empfehlen. Wir kamen von Cuzco über Puno, Titicacasee, Copacabana wo wir 5 Tage verbracht und ähnliche Erfahrung wie Ihr gemacht haben. Thomas hat uns auch den Salar de Uyuni organisiert, der super geklappt hat. Wir hatten zwar eine Panne, mussten das Auto am 1. Tag wechseln und der Abholdienst an der chilenischen Grenze hatte nicht geklappt. Aber da war Thomas nicht involviert. Er ist aber sehr auf unsere Wünsche eingegangen und es war ein tolles Erlebnis. Wir waren 6 Wochen unterwegs.
    Grüsse Pia Sieber, Bern

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