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Rundreise durch Patagonien

Torres del Paine Nationalpark in Chile

Torres del Paine Nationalpark

Was für eine Rundreise durch Patagonien! Ich habe mit einer Kleingruppe von 12 Personen den äussersten Süden Südamerikas bereist und bin einfach nur begeistert. Diese Landschaft, die sich da Patagonien nennt, hat mich inspiriert und völlig aus dem Normalen gerissen. Die grandiosen Berge, die blauen Seen, die Gletscher und der Wind, der meine Alltagsgedanken irgendwo hin mitgenommen hat, haben mich völlig verändert wieder in Deutschland ankommen lassen.

Wanderung am Fitz Roy Massiv

Wanderungen in Patagonien

Es fällt mir schwer, mich von diesem archaischen Landstrich innerlich loszureißen und wieder in das Gewohnte abzutauchen. Meine Gedanken verfolgen immer wieder die Route, die wir in diesen drei Reisewochen genommen haben. Start und Endpunkt dieser Patagonien Rundreisewar die chilenische Aussenpostenstadt Punta Arenas an der Magellanstraße. Die Wasserstraße zwischen Festland und der Feuerlandinsel zeigte sich bei unserer Ankunft so ruhig und entspannt, dass ich schon fast ein wenig enttäuscht war. Eigentlich hatte ich nämlich Wind und Sturm erwartet. Nach dem ersten Kennenlernen der Gruppe starteten wir dann von dort aus am nächsten Morgen unser erstes großes Ziel, den Torres del Paine Nationalpark, an. Mehrere Tage hielten wir uns dort auf, und das an verschiedenen Plätzen, an denen die Zelte aufgebaut wurden. Ich war verzaubert von dieser gepeitschten Landschaft, die wir mittels Wanderungen einatmen konnten. Selbst das Torres del Paine Massiv und seine ewig windumsausten Türme gaben ab und zu einen gnädigen Blick auf sich frei. Toll!

Blütenpracht in Patagonien

Blütenpracht im Torres del Paine Nationalpark

Nun stand der Grenzübertritt nach Argentinien bevor, welcher jedoch völlig problemlos von statten ging. Komisch nur, so etwas heute noch zu erleben, wo doch in Europa die Grenzposten gefallen sind; dort jedoch wird wie eh und je gestempelt was das Zeugs hält… Argentinien empfängt uns mit offenerer, großzügigerer Landschaft. Irgendwie merkt man, dass wir in einem großen Land angekommen sind. Diese patagonische Steppe breitet sich auf der Fahrt nach El Calafate vor uns aus und nun stemmt sich auch mächtig Gegenwind auf die Windschutzscheibe. Selbst unser LKW wird ab und an von den Böen durchgeschüttelt. Unterwegs gibt es Blicke auf flüchtende Nandus – die südamerikanischen Straußenvögel –  zu erhaschen und dann erstrahlt plötzlich in der Ferne der Lago Argentino. Was für eine Farbe dieser Gletschersee hat – fast irreal inmitten der ansonsten eher kargen Landschaft.

Lago Argentino im argentinischen Patagonien

Lago Argentino bei Calafate

Einen fantastischen Tag erleben wir am berühmten Perito-Moreno-Gletscher, dem sogenannten „Blauen Wunder Argentiniens“. Früh schon machen wir uns vom Touristenort El Calafate auf in Richtung Anden und erreichen nach etwa 80 Kilometern den Nationalparkeingang. Dabei sind wir lange Zeit entlang des Lago Argentino gefahren. Und dann taucht er in der Ferne auf, der unermüdlich sich vorwärts schiebende Gletscher im Los Glaciares Nationalpark. Durch Südbuchenwald nehmen wir die letzte Steigung und dann steht sie vor uns, die Wand aus Eis. Das leuchtende Rot der Blüten des chilenischen Feuerbusches konkurriert mit den satten Blautönen des Perito Moreno Gletschers um die Wette. Wow! Allein deshalb hat sich die Reise schon gelohnt, geht es mir durch den Kopf. Wir haben ein paar Stunden Zeit und ich geniesse die Ausblicke auf den verschiedenen Plattformen und Ebenen. Natürlich hat es noch andere Besucher aus aller Welt, aber durch das ständige Knirschen und Knacken des Eises bin ich wie gebannt und vergesse fast, was um mich herum passiert. Natürlich hoffe ich einen gewaltigen Abbruch einer Eisflanke live zu erleben und immer genau dann, wenn ich einen Augenblick nicht aufmerksam bin, bröckelt wieder irgendwo etwas herunter. Es ist einfach spannend und die Zeit vergeht wie im Flug.

Gletscher in Patagonien

Perito Moreno Gletscher in Argentinien

Das Fitz Roy Bergmassiv, zu dessen Füßen sich der überschaubare Touristenort El Chaltén erstreckt, ist unser nächstes Ziel auf unserer Rundreise durch Patagonien. Auf dem Weg dorthin bleibt mir der wilde Gletscherfluss La Leona und die lange Zufahrt auf das Fitz Roy Massiv im Gedächtnis haften. Einfach genial, an so einem schönen Tag auf diesen Traumberg zu zufahren. Bis jetzt hat uns das patagonische Wetter mehr als verwöhnt und mit sanften Streicheleinheiten versorgt. Während der nächsten Tage auf unserer Patagonien Rundreise unternehmen wir rund um den „Schicksalsberg“ verschiedene Wanderungen, die allesamt fantastisch sind. Sei es die Tour zur „Piedra del Fraile“ oder an die Gletscherlagune des „Fitz“. Angetan haben es mir die kühlen Südbuchenwälder, die – dort wo der Wind sie peitscht – sich den Gewalten unterordnend an die Erde geschmiegt haben. Taucht man aus einem dieser Wälder heraus und erhascht einen Blick auf das mächtig über einem thronende Gebirge, dann packt einen das Gefühl von Ehrfurcht. Einen weiteren Höhepunkt in dieser Region bildet das Gletschertrekking auf dem Viedma-Gletscher. Eine Agentur begleitet uns nach der beeindruckenden Bootsfahrt sicher aufs Eis und vor allem das Durchwandern einer Eishöhle lässt den Atem stocken. Patagonien pur! Ich fühle mich bislang ausgesprochen wohl auf dieser Aktivreise durch Chile und Argentinien. Bewegung und Entspannung stehen in einem guten Verhältnis und lassen weder Stress noch Langeweile aufkommen.

Gletschertrekking auf dem Viedma Gletscher

Aktivreise in Argentinien und Chile

Unsere weitere Patagonien Rundreise führt uns nun ostwärts an die Atlantikküste. Auf dem Weg dorthin rattern wir über Schotterpiste und einsame Landschaft entführt meine Gedanken weit weg von Alltag und Job. Immer wieder sind Eisengatter zu überfahren, die die Schafe daran hindern, von einer Estancia auf die andere zu gelangen. Im Monte Leon Nationalpark erblicken wir die ersten Magellanpinguine. Sie trotzen dem stürmischen Atlantik, der ohne Unterlass an die rauhe Kiesküste donnert. Überhaupt scheint ihnen das Wetter gar nichts aus zu machen, denn heute ist es unangenehm windig und regnerisch. Aha, so kann also Patagonien auch sein! Guanakos stehen auf Anhöhen und äsen in Ruhe, wobei der Anführer immer die Lage im Blick hat. Unten im Meer liegen Seelöwen faul auf Felsen und grunzen und stinken vor sich hin. Diesen Tierreichtum hätte ich hier nicht erwartet. Die kleineren Wanderungen, die wir hier unternehmen sind abwechslungsreich und führen immer zu einer neuen Sensation.

Stürmische Überfahrt über die Magellanstraße

Stürmische Überfahrt nach Feuerland

Am nächsten Tag unserer Patagonien Rundreise steht die Überfahrt auf die Feuerlandinsel bevor. Der Regen hat aufgehört, aber der Wind ist noch da. Dieser braust verärgert über die Magellanstraße und bläst die Gischt querab. Auf Autos und auch unseren LKW rieselt das Salzwasser und hinterlässt später eine weiße Kruste. Von Feuerland habe ich schon seit meiner Kindheit geträumt – und nun bin ich da! Kaum zu glauben, dass wir gerade auf dem Garibaldipass angehalten haben und einen fantastischen Ausblick auf Seen, Wälder und farbig getupfte Moorlandschaften geniessen. Es geht hinunter nach Ushuaia, in die südlichste Stadt der Welt. Diese belebte und bunte menschliche Ansiedlung im äussersten Süden Argentiniens macht einen freundlichen Eindruck. Der Beagle-Kanal liegt behäbig vor mir und die Sonne strahlt heute unglaublich warm vom Himmel. Dahinter bäumen sich die Berge auf und locken meine geheimsten Sehnsüchte hervor. Kap Hoorn, Antarktis, Feuerland Nationalpark…Einiges werde ich in den kommenden Tagen noch erleben, anderes muss warten bis auf ein nächstes Mal. Diese Rundreise durch Patagonien hat meine Phantasien angeregt, hat angeklopft an der geheimen Tür meiner Träume, hat meine unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer angeheizt.

Patagonien Rundreise

Vor dem Fitz Roy Massiv in Argentinien

 

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