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Ronda, eine kleine Stadt in den Bergen von Andalusien

Ronda
um die Urlaubstage von Peter und Yvonne zu nutzen haben wir für heute Mittag einen weiteren Ausflug geplant. Vor einigen Tagen waren wir in Gibraltar (http://www.reiseberichte-blog.com/spanien-ferienreise-gibraltar-ein-kleines-stueck-grossbritanien-an-der-costa-del-sol/) und heute soll es in die Berge bis  nach Ronda gehen.
Um Ronda zu erreichen, fahren wir ca. 70 km bis San Pedro de Alcantara auf der Autobahn und von dort  führen  die letzten 50 km durch die Berge von Ronda. Die Straße ist kurvig mit vielen Aussichtspunkten und besonders bei Motorradfahrern beliebt. Wir haben heute Glück, es herrscht wenig  Verkehr und so kommen wir zügig voran.
Es ist eine malerisch schöne Strecke, schon alleine dies ist einen Ausflug wert. Ich fahre und mein Ausruf: „Wenn ihr nach hinten schaut, könnt ihr Gibraltar sehen!“  gilt daher nur für meine Fahrgäste. Doch auch links und rechts bietet sich uns ein fantastischer Ausblick. Kleine weiße Dörfer liegen an den Berghängen und in den Tälern. „Von was leben die Menschen dort?“ möchte Yvonne wissen.

Die Berge von Ronda

Die Berge von Ronda

Denn in solch abgelegene Ortschaften verirrt sich selten ein Tourist, Industrie gibt es hier nicht und Landwirtschaft ist von hier aus keine zu erkennen. Doch aus den Bergen von Ronda kommen Spezialitäten, die in ganz Spanien gefragt sind. Die beiden beliebtesten Produkte sind der Schinken und der Käse.  Bei dem Schinken gibt es grosse Unterschiede. Der beste und gefragte Schinken ist der sogenannte „Pata Negra“. Dabei handelt es sich um eine Schweinerasse mit schwarzen Füßen und sie ernähren sich ausschließlich von Eicheln. Die Schweine in den Bergen von Ronda haben ein „glückliches Schweineleben“, denn die Haltung erfolgt hier nicht in Massentierhaltung. Die meisten dieser  Tiere laufen frei umher und suchen sich ihr Futter unter den Eichen im Wald. Das zweite Produkt ist  Ziegen-und Schafkäse. Diese beiden Tierrassen sind genügsam, brauchen keine großen Weiden,kennen den heißen und trockenen Sommer Andalusiens und brechen sich an den teilweise steilen Berghängen nicht  die Beine, sondern sind gute Kletterer. Doch die Schafe werden nicht nur wegen ihrer Milch, sondern auch wegen der Wolle gehalten. So produziert Spanien Wolle, die jedoch zur Weiterverarbeitung ins Ausland exportiert wird. Dort wird sie dann gewaschen, gekämmt und kommt als Pullover wieder zurück. Einer der Hauptabnehmer des Fliesses aus den hiesigen Bergen ist Großbritannien.

Caballero mit Lanze

Caballero mit Lanze

Doch die Berge haben natürlich auch Geschichte. Hier sollen in der Vergangenheit Räuberbanden die Reisenden überfallen haben. Der bekannteste dieser Gesellen war der Verlobte von der berühmten Carmen aus der Oper von Bizet. Carmen  ihr Geburtsort war in der ursprünglichen Erzählung Ronda und ihr Verlobter hat  wegen dieser  unglücklichen Liebe hier sein Unwesen getrieben. Doch er gilt auch als Held, denn er hat nur die Reichen bestohlen und niemals die Armen. Kunstück! Ich hätte  auch lieber einem Edelmann die mit Goldstücken gefüllten Taschen ausgeraubt, als einem armen  Wanderer sein letztes Hemd abgenommen. Das ist ein Unterschied wie drei oder sechs Richtige beim Lotto.
Inzwischen haben wir die höchsten Punkt der Berge passiert und nun geht es die folgenden Kilometer bergab bis zu der knapp 800 m hoch gelegenen Stadt Ronda mit ihren knapp 36.000 Einwohnern. Wir fahren zu dem Stadttor am südlichen Ende um unseren Rundgang in der Altstadt zu beginnen.
Das Auto parken wir außerhalb der Stadtmauern und starten unsere Erkundungen zu Fuß.

in der Altstadt von Ronda

in der Altstadt von Ronda

Durch das alte Stadttor Almocabar erreichen  wir eine  schmale Gasse, die uns an alten Häusern vorbei berauf führt. Der Weg geht ein Stück entlang der alten Stadtmauer, bevor wir nach links abbiegen und über eine kleine Treppe den Platz vor der  Kirche Santa Maria la Mayor erreichen.
An diesem Platz stand zur Zeit der Mauren eine Moschee. Bei der Rückeroberung  Rondas durch die Spanier wurde die Moschee zerstört und an ihre Stelle eine Kirche errichtet. Geblieben ist jedoch der obere Teil des Minarett auf der Spitze des Kirchturms.
Hier auf diesem Platz ist auch der  Stierkampf in seiner heutigen Form und mit Regeln entstanden. Zuvor war der Stierkampf eine Art Ritterspiel . Die Stiere wurden hierzu auf den Platz vor der Kirche getrieben und junge Reiter ,die Caballeros, ritten zu Pferd in die Herde  und töteten die Stiere mit Lanzen, ohne irgendwelche Regeln. Diese Schlachterei beobachteten Adlige und Klerus  von den Balkonen der Kirche aus sicherem Abstand und Höhe. Auch die Bürger der Stadt standen um den Platz und ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Kirche Santa Maria la Mayor

Kirche Santa Maria la Mayor

In Ronda geschah eines Tages im 18.Jahrhundert, dass einer dieser Caballeros von seinem Pferd stürzte. Er war mit diesem Sturz zum Tode verurteilt, da einer der wilden Stiere sofort auf ihn zulief und ihn angreifen wollte. Doch ein beherzter Zuschauer ergriff die Initiative indem er seinen Hut abnahm und mit diesem und lautem Rufen den Stier ablenkte. So konnte der Caballero aus dem Gefahrenbereich entkommen und sein Leben war gerettet. Der tapfere junge Mann war einer der Gebrüder Romero, die im Laufe der nächsten Jahre die Regeln für den Stierkampf festlegten.  So entstand auch die heutige Form des Stierkampfs, in  dem sich Torero und Stier zu Fuß gegenüber stehen.

Marienaltar

Marienaltar

Ein mal im Jahr, zur Feria im September, findet in Ronda ein „antiker Stierkampf“ statt.  Dabei kämpft der Torero hoch zu Ross, heute allerdings mit festen Regeln.  Beeindruckend dabei ist die Leistung der Pferde und die Reitkunst des Toreros. Bei diesem Ereignis sind Pferd und Reiter eins, die Verständigung und das Vertrauen zueinander müssen  100%ig sein. Da die Anwesenheit und der Geruch des wilden Stieres  für die Pferde einen großen Stress bedeutet, wird pro Stier das Pferd zweimal ausgetauscht.  Es sind also drei dieser speziell ausgebildeten edlen Tiere, die gegen einen Stier antreten. Natürlich findet heute dieser Stierkampf, wie alle anderen auch, in einer Stierkampfarena statt.

Doch nun möchten wir uns auch das Innere der Kirche anschauen. Langsam und leise gehen wir durch den Mittelgang bis zum Chorgestühl aus Nuss-und Zedernbaum.  Von hier aus führt ein Gang  hinter den prächtigen Altar und wir beenden unseren Rundgang an einem blumengeschmückten Marienaltar, an dem ich sicherheitshalber eine Kerze anzünde. Kann ja nie schaden!

unser erster Aussichtspunkt

unser erster Aussichtspunkt auf die Berge von Andalusien

Alle vier blinzeln wir mit den Augen, als wir aus dem halbdunkel der Kirche wieder ins Sonnenlicht treten.  Langsam gehen wir weiter, vorbei an blumengeschmückten Balkons und Fenstern mit kunstvollen eisernen Schmiedegittern.  Auf  diesem Weg durch schattige Gassen kommen wir zu einem der vielen Aussichtspunkte von Ronda. Von hier aus haben wir einen fantastischen Blick auf das fruchtbare Tal mit den Bergen im Hintergrund. Steil führen schmale Wanderwege nach unten in das Tal. „Warst du schon mal da unten?“ fragt mich Peter, der interessiert die an dem Berghang entlangführenden Pfade betrachtet. Nein, war ich nicht. Der Grund ist einfach und unsportlich, der steile Rückweg hält mich hier oben auf dem Aussichtspunkt.

Blick auf Ronda   Foto: Yvonne Martin

Blick auf Ronda Foto: Yvonne Martin

Doch es gibt auch von hier aus genug zu sehen. Die Rückseiten der alten Herrenhäuser mit ihren großen Gärten und auf der rechten Seite im Hintergrund das Dach des ältesten Hotels in Ronda. Hier hat einst Rainer Maria Rilke gewohnt. Er hat in dem damaligen Luftkurort Ronda sein Lungenleiden auskuriert. Im Garten des Hotels steht eine Büste des Dichters zu seinen Ehren.  Weitere  berühmte Besucher waren Ernest Hemingway , Orson Wells und Ava Gardener.  Besser als das Hotel erkennt man jedoch den Stadtparkt und den davor liegenden Parador. Bei einem Parador handelt es sich um eine alte Burg oder ein altes historisches Gebäude, das zu einem Hotel umgebaut wurde. Wir machen noch einige Fotos dieser grandiosen Aussicht und gehen danach weiter.

Haus el Bosco

Haus el Bosco  Foto:Yvonne Martin

Eigentlich möchte ich den Palast Mondragon besichtigen. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Wohnhaus, dessen Ursprung  in der maurischen Zeit liegt. Heute ist der Palast ein absolt sehenswertes Museum mit einer wunderschönen Gartenanlage. Doch leider ist der Palast über Mittag geschlossen und wir stehen vor verschlossenen Türen.
Als Ausgleich werfen wir einen kurzen Blick in das Haus des El Bosco. Dieser modernistische Palast wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Das Gebäude liegt am Schluchtfelsen im Zentrum des historischen Stadtviertels von Ronda. Es gehörte der Familie Granadinos, die es als Erbe dem Salesianerorden überlassen hatte, um als Krankenhaus für kranke und alte Ordenspriester zu dienen. Es besitzt einen schönen Hof, geschmückt mit Wandplatten, die wie die Nazariwerke aussehen. Hier findet man auch schöne Beispiele der regionalen Keramikkunst. Doch auch hier kommen wir nur bis in den Patio am Eingang, es ist weit und breit niemand zu sehen der für den Eintritt zuständig ist. Wir sind eindeutig in der Siesta-Zeit unterwegs.

die Neue Brücke von Ronda

die Neue Brücke von Ronda

Unser nächstes Ziel ist die „neue Brücke“, die Verbindung zwischen der Altstadt und dem neueren Marktstadtviertel. Die Neue Brücke ist, zusammen mit der Stierkampfarena, Symbol und Seele der Stadt Ronda. Es gab zwei wichtige Projekte, um dieses Werk zu bauen. Das erste war aus dem Jahre 1735, als Philipp V König von Spanien war, und es bestand aus einem Bogen von 35 Metern Durchmesser. Die Arbeiten dafür dauerten nur 8 Monate, aber bereits sechs Jahre später brach die Brücke zusammen. Dabei starben ungefähr 50 Menschen.

Blick von der Neuen Brücke

Blick von der Neuen Brücke

Einige Jahre später begannen die Arbeiten an der Neuen Brücke, und zwar 1751. Der Bau dauerte mehr als 40 Jahre. Dieses Meisterwerk ist 98 Meter hoch, besteht aus Quadersteinen, die aus der Schlucht genommen wurden, und ermöglichte die Verbindung zwischen dem modernen Stadtviertel von Ronda (das Marktstadtviertel) und dem alten Stadtviertel. So konnte sich auch die Stadt ausdehnen.

Wir fotografieren von allen Seiten die Schlucht und den darunter liegenden Fluss. Durch den langen Sommer ist kaum Wasser im Flussbett, nur ein mickriges Rinnsal fließt dahin. Auf der rechten Seite der Brücke haben wir einen guten Blick auf die Häuser und Restaurants, die direkt am Abhang zur Schlucht liegen.  Von hier aus bekommt das Flüsschen noch einigen Zulauf denn unterhalb der Häuser reichen Abwasserrohre aus dem Gestein. Ich bezweifle, dass hier nur  Dusch-und Badewasser fließt. Ein Problem, für das hoffentlich bald eine Lösung gesucht und gefunden wird.

Peter und Yvonne

Peter und Yvonne in Ronda

Hinter der Brücke halten wir uns nach links um die Baumallee entlang der Schlucht bis zu der Stierkampfarena zu gehen. Der Weg  führt an der Rückseite des Paradors entlang und bietet gute Aussichtspunkte auf die Schlucht. Nur ein Foto von der Brücke, das klappt nicht so recht. Entweder ist ein Strauch im Weg oder die Lampe, die nachts die Brücke beleuchtet. Zwei  junge Männer haben das gleiche Problem und um es zu lösen klettert einer der Beiden auf die Mauer. Steil geht es auf der anderen Seite in die Tiefe und ich hoffe der Kletterer ist schwindelfrei. Ob er für mich auch ein Foto macht? „Si, claro!“ ist seine freundliche Antwort als ich ihm fragend meinen  Fotoapparat reiche.  Um ein besonders gutes Bild zu machen lehnt er sich sogar noch ein wenig nach vorne. Liebe Zeit, der wird doch nicht mitsamt meiner Kamera in die Tiefe stürzen? Doch alles geht gut, er steigt von der Mauer und er und meine Kamera  sind  in Sicherheit.

Stierkampfarena    Foto: Yvonne Martin

Stierkampfarena Foto: Yvonne Martin

Die Allee führt uns bis zur Stierkampfarena, eine der ältesten in Spanien. Sie hat einen Durchmesser von 66 Metern und ist die einzige mit rundum überdachten Sitzplätzen.
Die Sitze bestehen aus fünf Sitzreihen in zwei Etagen mit 136 Toskanischen Säulen, die 68 Bogen bilden.
Wer hat  Lust die Arena zu besichtigen? Peter und Edith sind nicht sehr begeistert: „Ach nee! Was gibt´s da schon zu sehen? Eine leere Arena!“  Doch Yvonne möchte gerne mitkommen und so lassen wir die beiden warten und gehen gemeinsam  die Arena besichtigen.
Wir beginnen mit dem Kampfplatz, auf dem sich Stier und Torero gegenüber stehen. Die Arena wirkt von hier aus riesig und wir gehen langsam über den gelben Sand von einer Seite bis zur anderen. Dieser typische Sand ist in allen Stierkampfarenen zu finden, denn es ist eine sehr rutschfeste Sorte. Kein Torero würde auf einem anderen Sand kämpfen, denn von seiner Standsicherheit kann sein Leben abhängen.  Aus diesem Grund finden auch keine Stierkämpfe bei oder nach Regen statt, der Boden ist durch die Nässe nicht sicher genug.

das Innere der Arena    Foto: Yvonne Martin

das Innere der Arena Foto: Yvonne Martin

Wir blicken hinauf zu der Ehrentribüne, dort sitzen bei einem Kampf die Honorationen der Stadt und bewerten die Leistung des Toreros sowie die des Stieres. Gegenüber ist das Tor, durch das der Stier Einlass in die Arena bekommt.  Rund um die Arena stehen in regelmässigen Abständen die hölzernen Barrieren, hinter die sich die Banderilleros bei einem Angriff des Stieres zurückziehen können.  Meine Güte, das ist aber eng! Ob ich mal versuchen soll mich dahinter zu stellen?  Lieber nicht, wer weiss ob ich in dem schmalen Spalt der Barriere und der Umzäunung nicht stecken bleibe. Wie peinlich!  Auch die Höhe der Umrandung! Wie oft habe ich im Fernsehen gesehen, wie einer der Banderilleros mit einem Satz darüber hüpfte. Aber so ein wilder Stier auf den Fersen verleiht vermutlich Flügel.

Flur zu den Stierstallungen   Foto: Yvonne Martin

Flur zu den Stierstallungen Foto: Yvonne Martin

Nun machen wir uns auf den Weg in das Innere der Arena. Auch hier gibt es reichlich zu entdecken und zu sehen. Die Kapelle, in der jeder Stierkämpfer vor seinem Kampf betet und die Stallungen für die Pferde der Picadores. Doch nicht nur die Unterbringung der Pferde besuchen wir, sondern auch die Boxen, in denen die Stiere vor dem Kampf untergebracht werden. Ein langer Flur führt von einer Verladerampe durch das Areal , durch den die Stiere in die Stallungen getrieben werden. Die wilden Tiere, die bisher nur die Freiheit einer riesigen Weide gesehen haben, drängen nach vorne und werden dabei von oben von Mitarbeitern der Arena beobachtet. Damit die Stiere sich nicht gegenseitig angreifen und verletzen, werden sie durch Klapptüren voneinander getrennt gehalten. Dieser Weg fürt bis in die Stallungen, in denen die Stiere die Stunden bis zum Kampf bleiben müssen. Wir gehen bis in die Boxen und schauen uns die Unterbringung an. Die Wände und die hölzernen Türen sind verkratzt von den Hörnern der Stiere, die vor Wut oder Panik versuchten ihrem Gefängniss zu entkommen. In der Decke sind Klappen, die von den Betreuern geöffnet werden können um nach dem Stier zu sehen. Futter und Trinknäpfe kann ich keine entdecken, Tageslicht fällt nur in den Stall wenn die Luke geöffnet wird. Der Geruch hier ist sehr eigen und intensiv. Es riecht nach wildem Tier, nach Schweiss und nach Angst. Ein metallischer Blutgeruch dringt in meine Nase. Diese Räume sind regelmässig in Gebrauch und die vielen Stiere haben im Verlauf der hunderten von Jahren ihren Geruch nach Angst und Wildheit  hinterlassen. Da hilft auch kein neuer Farbanstrich.
Ich fühle mich hier unbehaglich und auch Yvonne ist froh, als wir diese bedrückenden Räume verlassen.
Zum Abschluss unserer Besichtigung besuchen wir noch kurz das Stierkampfmuseum, wo die Lichteranzüge und Bilder der berühmtesten Toreros von Ronda ausgestellt sind. Doch viel länger möchten wir Edith und Peter nicht warten lassen und verlassen dieses für Ronda so geschichtsträchtige Monument.

Ausflug nach Ronda

Ausflug nach Ronda

Edith und Peter haben sich derweil einen sonnigen Platz auf einem Brunnenrand gesucht und warten geduldig auf unsere Rückkehr. Von hier aus machen wir uns auf den Rückweg zum Auto und da es schon spät ist nehmen wir den kürzesten Weg und verzichten auf ein nochmaliges schlendern durch die malerischen Gassen der Altstadt. Wir bleiben auf der Hauptstrasse und marschieren wegen dem engen Fussweg im Gänsemarsch bis zum Stadttor. Das Auto wartet einige Meter weiter vorn und kurz darauf sind wir unterwegs in Richtung Küste. Wie meistens erscheint uns auch heute der Rückweg  schneller, ein merkwürdiges Phänomen. Oder hat mein Auto „Stalldrang“? Trotzdem ist es schon dunkel, als wir müde und zufrieden Torremolinos erreichen.
Den Tag lassen wir mit einem gemütlich Abendessen und dem Schmieden von weiteren Ausflügen ausklingen.

Ronda, eine kleine Stadt in den Bergen von Andalusien
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Über den Autor

Elke Hoppe

Vor ca. 20 Jahren bin ich von Deutschland nach Spanien ausgewandert, um auf der Sonnenseite Europas leben zu können. Doch auch von hier aus habe ich das Bedürfnis mehr von der Welt kennen zu lernen.
Da es mir zeitlich und beruflich möglich ist, mache ich seit 2005 einmal im Jahr eine „große Reise“. Begleitet werde ich dabei von Edith, meiner Mutter, die vor 18 Jahre ebenfalls aus dem deutschen Regen in die spanische Sonne geflüchtet ist.
Bisher hat uns unsere Reiselust nach Asien, Kenia und Peru geführt. Für das Jahr 2009 hatten wir uns für Indien entschieden und dort neben Rajasthan inzwischen auch andere Regionen besucht. Auf den Rundreisen in Indien waren wir in Begleitung von unserem Fahrer Prakash Acharya. Er ist ein zuverlässiger und informativer Reisebegleiter, den ich sehr empfehlen kann. Prakash hat sich vor einigen Jahren selbständig gemacht und falls jemand mit ihm eine Rundreise machen möchte bin gerne bereit den Kontakt herzustellen.

4 Reaktionen bis “ Ronda, eine kleine Stadt in den Bergen von Andalusien ”

  1. Die „neue Brücke“ sieht wirklich sehr beeindruckend aus. Und auch der Blick ist Traumhaft. Es wäre wirklich super, wenn man sich die Bilder auch in groß anschauen könnte.

  2. Elke Hoppe

    Hallo Kurzurlauber

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Bilder sind aus Platzgründen tatsächlich ein wenig klein. Doch ich werde Ihnen die Fotos mit der Neuen Brücke und der Aussicht zum genaueren Betrachten an Ihre Email-Adresse zusenden, so können sie einen besseren Blick auf die Hauptattraktion von Ronda genießen 😉

    Liebe Grüße
    Elke Hoppe

  3. Hallo, Elke Hoppe, ich bin auf Ihre Seite gestossen, weil ich einer Freundin von Rilke wie folgt schrieb:

    „Übrigens einen Text Rilkes habe ich, da er mir trotz des wunderbaren Textes zu depressiv war, verballhornt. Hier ist er

    Herr, es ist Zeit.
    Der Sommer war sehr groß,
    leg`deine Schatten auf die Sonnenuhren
    und auf auf Fluren lass‘ die Winde los.
    Befiel den letzten Früchten voll zu sein,
    gib ihnen noch zwei südlichere Tage
    und jage die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat,
    baut sich keines mehr…

    und jetzt geht es weiter nach Jursch:

    Wer jetzt kein Haus hat,
    baut sich später eins.
    Wer jetzt allein ist,
    wirds nicht lange bleiben,
    wird’s mal dem und mal mit jenem treiben
    und tanzen wenn der Frühling kommt.

    Da ich gegen ein zu starkes Ausleben der Selbsttötungs-Gedanken bin, habe ich seinen wunderbaren Text verschlimmbessert. Ich war kurze Zeit in einem Hotel in Südspanien, in dem er gewohnt hatte. Wie mir dort erzählt wurde, stand Rilke of lange Zeit vor der Schlucht, die an das Hotelgrundstück grenzte und wälzte wohl lange den Gedanken, sich dort hinabzustürzen. Im Garten dieses Hotels steht wahrscheinlich heute noch eine Statue Rilkes, der in Richtung des Abgrundes blickt.“

    Mit freundlichem Gruß

    Günter Jusch

  4. Elke Hoppe

    Hallo Günter Jusch
    die Statue von Rainer Maria Rilke steht auch heute noch in dem Garten des Hotels in Ronda. Sein Blick ist, wie der von den meisten Besuchern, auf das sich vor ihm ausbreitende Tal gerichtet. Ein wunderschöner Blick, vor allem in den Wintermonaten, wenn die Luft klar ist und die Farben intensiv im Sonnenlicht strahlen. Die Bewohner Rondas sind auch heute noch stolz auf ihren berühmten Gast.
    Mit freundlichen Grüßen
    Elke Hoppe

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