Reiseberatung für individuelle Reisen

Andalusienreise Malaga, Sevilla, Cadiz und Jerez

Auf meiner kleinen Reise durch Andalusien entdecke ich viele interessante Orte. Malaga, die Geburtsstadt des berühmten Malers Pablo Picasso,  Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens aber auch das kleine weiße Dorf Arcos de la Frontera versetzen mich immer wieder in Erstaunen.

Andalusien, durch seine Strände, Natur und Kultur so facettenreich, lädt immer wieder zu eine Reise ein. Aber lest selbst.

1. Tag
Mein Flug führt mich über Palma de Mallorca nach Malaga. Während des Fluges sind fast keine Wolken am Himmel und Andalusien begrüßt mich mit einer schneebedeckten Sierra Nevada. Von hier oben lässt sich alles sehr gut überblicken. Das Meer ist in scheinbar greifbarer Nähe. Ankunft 16:30 h am Flughafen Malaga im neuen Terminal 3. Alles glänzt und der Terminal wirkt groß und geräumig. Nach der Kofferabholung finde ich sofort meinen Fahrer, der mich ins Hotel fährt. Ich wohne in der Stadt Malaga im NH Hotel Malaga, nahe dem Hafen. Ein kleiner Spaziergang mit frühlingshaftem Wetter lässt mich die lange Anreise vergessen. Am Abend trifft unsere kleine Reisegruppe von 25 Personen das erste Mal aufeinander. Unsere Reiseleitung führt uns in die Innenstadt von Malaga zu dem Tapas-Restaurant El Pimpi. Beim gemeinsamen Abendessen lernt die Gruppe sich untereinander besser kennen. Das Restaurant wirkt von außen sehr unscheinbar, doch innen entfaltet es seine ganze Gemütlichkeit. Unsere Reiseleitung Claudia bestellt uns verschiedene Tapas-Teller, die in aller Vielzahl auf dem langen Tisch verteilt werden. Jeder kann sich nehmen und probieren, was er will. Zum Anstoßen probieren wir gleich einen starken Sherry. So lernen wir die spanischen Gerichte in einer sehr geselligen Runde kennen. Unsere Auswahl bestand aus: Meeresfrüchtesalat, Avocadosalat, frittierten Sardinen und Tintenfischringen, spanischen Kroketten mit Schinken gefüllt und dazu Aioli, Serranoschinken und viel Stangenbrot. Zu dem Essen genossen wir Wasser und spanischen Wein. Auf unserem Weg durch die hell erleuchtete Innenstadt Malagas sehen wir die ersten geschmückten Balkone für die bevorstehende Osterwoche. An einigen Plätzen werden Tribünen zum Beobachten des Festumzugs aufgebaut. Die Plätze gibt es aber nur gegen Gebühr, erklärt uns Claudia. Wir schlendern gemütlich zurück zu unserem Hotel und genießen Malaga bei Nacht. So geht der Anreisetag wohl genährt zu Ende.

2. Tag
Nach dem Frühstück besuchen wir in der Innenstadt Malagas das Patronato de Costa del Sol, das andalusische Fremdenverkehrsamt. Hier erhalten wir gutes Informationsmaterial für unsere Reise. Ein kleiner Vorführfilm über Andalusiens Vielfalt macht uns gleich mehr Lust auf unsere bevorstehende Tour. Danach geht es mit dem Bus weiter nach Sevilla. Auf der Fahrt überqueren wir den Rio Guadalmina. Unsere Reiseleitung weist uns darauf hin, dass dieser Fluss sonst trocken liegt, doch nach den langen Regenfällen fließt er und nährt den Boden um sich, sodass alles grünt. Überhaupt sehen wir sehr viel Grün auf den Wiesen und Feldern. An uns ziehen unzählige Mandelbäume vorbei und hoch auf einem Berg thront der Osborne-Stier. Flamingos tummeln sich an einer Wasserstelle nahe der Autobahn. Claudia erzählt, dass sie hier in der Nähe an einer Lagune wohnen.
Von der Giralda hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt Sevilla

Von der Giralda hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt Sevilla

In Sevilla haben wir erst einmal freie Zeit. Wir bekommen einen Plan der Stadt und machen uns auf den Weg, uns umzuschauen. Wir beschließen, in einer kleinen Gruppe etwas essen zu gehen. In einer kleinen Tapas-Bar kehren wir ein. Es ist sehr urig und die Bestellung von Tapas braucht seine Zeit bei uns, bis wir herausgefunden haben, was das alles auf der Speisekarte heißt, aber alles klappt und wir bekommen kleine Tellerchen mit Tortillas Espanola, frittierten Tintenfischringen und in Knoblauch eingelegten Gambas. Nach 1,5 Stunden ist auch schon wieder Treffen der ganzen Reisegruppe vor dem Alcazar um mit unserer Stadtführerin Mercedes den Rundgang zu beginnen. Wir haben Glück. Die Vorbereitungen für die Ankunft des Königs Juan Carlos sind in vollem Gange und morgen wäre der Alcazar nicht mehr zugänglich gewesen, da der König hier residiert. Der Alcazar, ein moslemisches Schloss, wurde für einen christlichen König errichtet und überaus reich dekoriert. Wie streng ist dagegen die Pracht der riesigen Kathedrale gleich nebenan, die wir uns direkt im Anschluss betrachten. Mercedes gibt uns auch hier eine ausführliche Führung. Danach besteigen wir die Giralda der Kathedrale, den höchsten Turm Sevillas. Den Turm hinauf führen keine Treppen sondern Steigungen, da der Glöckner damals  mehrmals am Tag zu Pferd hoch auf den Turm ritt um die Glocken über Sevilla erklingen zu lassen. Wir haben die Steigungen in Angriff genommen und wurden mit einem wunderbaren Rundum-Ausblick über Sevilla belohnt. An allen vier Seiten haben wir die Möglichkeit, weit ins Land zu schauen. Herrlich!

Flamencounterricht

Flamencounterricht

Am Nachmittag versuchen wir uns in spanischer Kunst, der alten Kunst des Flamencos! Claudia, unsere Reiseleiterin, begleitet uns zu einer Flamenco-Privatstunde. Die Lehrerin zeigt uns Haltung, Schritte und Armbewegungen. Obwohl dieser Tanz eigentlich keine Choreografie hat und frei nach Gefühl getanzt wird, zeigt uns unsere Lehrerin ein paar Schritte, die wir fleißig üben können. Leider stellen wir uns nicht sehr spanisch an, und so fehlt uns die Spannung im Körper, die Grazie bei den Hand- und Armbewegungen und die Koordination von Schritt- und Armfolgen. Dabei sieht es bei den Tänzerinnen immer so leicht aus… Wir haben sehr viel Spaß und nach mehreren Durchgängen erhalten wir sogar ein Lob unserer Lehrerin. Es war immerhin unsere erste Stunde und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Die Innenstadt von Sevilla bei Nacht

Die Innenstadt von Sevilla bei Nacht

Nach unserem Schnupperkurs in Flamenco fahren wir zu unserem Hotel für diese Nacht in Sevilla, das Melia Lebreros. Nach einem kurzen Frischmachen geht unsere Gruppe wieder gemeinsam zum Abendessen in eine der angeblich ältesten Restaurants Sevillas. Claudia hat uns wieder eine kleine Auswahl an Tapas als Vorspeise bestellt. Wir werden verwöhnt mit gefüllten Kroketten, frittiertem Fisch, zwei Sorten Schinken und Schafskäse sowie einer Mischung aus Spinat und Kichererbsen. Den Hauptgang dürfen wir wählen. Zur Auswahl stehen Fisch (Wolfsbarsch) oder Fleisch (Nackenstück vom iberischen Schwein). Ich entscheide mich für das Fleisch und es schmeckt köstlich. Als Nachtisch gibt es süße kleine Törtchen, welche allerdings sehr süß schmecken. Als Absacker empfiehlt es sich, in eine der unzähligen Bars einzukehren.

3. Tag

Ein Weineinschenker zeigt die Kunst des Sherry-Einschenkens

Ein Weineinschenker zeigt die Kunst des Sherry-Einschenkens

In rascher Fahrt geht es heute von Sevilla nach Jerez de la Frontera vorbei an grünen Feldern. Oft sehen wir hier, dass in den Wiesen noch das Wasser steht. Der regenreiche Winter hat seine Spuren hinterlassen und an der Costa de la Luz einige Schäden verursacht. So mancher Olivenbaum wird dieses Jahr eingehen, da diese mit der Übermenge an Wasser nicht zurechtkommen, erzählt uns Claudia auf der Fahrt. In Jerez de la Frontera besuchen wir die Bodega eines Sherrybaron um die Geheimnisse des Vino de Jerez an Ort und Stelle zu ergründen. In der „Bodegas Tradicion“ haben wir eine Führung und Verkostung des vorzüglichen Sherrys. Es ist sehr interessant, wie die zwei Mitarbeiter der Bodega alles verarbeiten, kontrollieren, mischen (ja, Sherry wird untereinander gemischt) und in Flaschen mit Siegel füllen. Ein Besuch in einer Bodega ist also ein Muss. Hier in der Bodega Tradicion kann man einfach draußen läuten und gegen Entgelt erhält man eine Führung mit Sherryprobe. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch vorher anrufen. Ein einfaches System für eine effektive Erfahrung. Nach der Führung durch die Heiligtümer der Bodega geht es an die Verkostung. Verschiedene Sherry-Sorten und auch zwei alte Brandy-Sorten werden von uns durchprobiert. Damit der Sherry nicht zu trocken bleibt (und wir standfest), werden dazu kleine Snacks gereicht. Jeder Sherry schmeckt unterschiedlich und es ist erstaunlich, wie sich der Geschmack im Mund entfaltet.
Nach dem üppigen Mittagsmahl und -trank geht es für uns weiter zur Eroberung von Cadiz. Phönizier, Römer, Araber – alle waren hier. Doch irgendwann wurde die älteste Stadt Europas einfach vergessen – Investoren und Touristen brausten vorbei, berichtet uns unsere Reiseleiterin. Nach einem Facelift der Plätze und Paläste strahlt die Schöne am Atlantik wieder in altem Glanz und feiert ihr Comeback! Wir streifen gemeinsam durch die Altstadt und genießen die Atmosphäre von Cadiz. Auf einem schönen Platz ruhen wir uns bei einem kühlen Getränk in der angenehm wärmenden Sonne aus. Ringsherum zwitschern die Vögel und zwei Papageie treiben in den Baumwipfeln des angrenzenden Parks ihr lustiges Unwesen.
Claudia erzählt uns noch, dass der James-Bond Film „Stirb an einem anderen Tag“ zum Teil hier in Cadiz gedreht wurde, inkl. der Szene mit Halle Berry, als sie aus dem Meer steigt. Das traumhafte Meer war also die Costa de la Luz, welches als überzeugende James-Bond Filmkulisse diente. Wer hätte das gedacht?
Am späten Nachmittag heißt es für uns „Vamos a la playa!“. Nur wenige Kilometer sind es bis Chiclana, unserem Ziel für die letzten beiden Tage.
Wir wohnen im Iberostar Royal Andalus, direkt am Strand. Das Abendessen ist sehr vielfältig  und es ist für jeden etwas dabei. Mit der gemütlichen Atmosphäre der Tapas-Bars auf unserer Reise kann das Hotelrestaurant leider nicht mithalten, dafür bietet es Qualität und Vielfalt.

4. Tag

Arcos de la Frontera, eines der weißen Dörfer in der Provinz Cadiz

Arcos de la Frontera, eines der weißen Dörfer in der Provinz Cadiz

Nach dem Frühstück treffen wir uns mit unserem heutigen Reiseleiter, welcher uns in die weißen Dörfer der Provinz Cadiz begleiten wird. Wir fahren durch den Naturpark Sierra de Grazalema und sehen auf unserer Fahrt sehr schöne weiße Dörfer in den Bergen. Auf einer Ziegenfarm machen wir Halt. Wir lernen hier, wie Käse in den unterschiedlichen Prozessen hergestellt wird und können einem Mitarbeiter durch die Fensterscheiben bei seiner Arbeit zusehen. Danach dürfen wir zwei verschiedene Käsesorten aus Eigenproduktion probieren. Mmhh, sehr lecker. Wer mochte, konnte im Ausstellungsraum auch Käse erwerben. Dieser wurde natürlich sehr gut verpackt, da er doch ein wenig geruchsintensiv war. Weiter ging es zum Dorf Arcos de la Frontera. Auf der Fahrt sahen wir immer wieder Wanderwege auf denen Wanderer die Natur genossen. In Arcos de la Frontera angekommen, gingen wir die Dorfstraße hoch hinauf zum Parador de Arcos de la Frontera. Hier wollten wir heute Mittag essen. Von der Terrasse des Paradors haben wir einen atemberaubenden Ausblick in die Landschaft. Es weht nur ein kleines Lüftchen und die Sonnenstrahlen, welche es heute manchmal durch den etwas bewölkten Himmel geschafft haben, wärmen unseren Körper. Zu Essem bekommen wir wieder eine reiche Auswahl an Tapas. Diesmal in einer so großen Vielfalt, dass wir nach diesem Essen im Bus erst einmal eine kleine Siesta halten mussten. Am späten Nachmittag kehren wir ins Hotel zurück und lassen uns von dem Spa-Bereich des Nachbarhotels Iberostar Andalucia Playa beeindrucken.

Nach dem Abendessen im Hotel treffen wir uns alle noch auf einen Drink an der Hotelbar. Das Hotel hat an diesem Wochenende viele spanische Gäste, und so herrscht viel Stimmung auf der Terrasse. Plötzlich hören wir, wie die Leute um uns rum im Takt klatschen und eine Dame erhebt sich um ihre Flamenco-Künste zum Besten zu geben. Was für eine spontane Show! Wir haben alle sehr viel Spaß und das Ende der Reise wünschen sich alle noch in weite Ferne.

5. Tag
Nach dem Frühstück genießen wir noch die Umgebung des Hotels. Ein langer Sandstrand liegt direkt vorm Hotel und heute ist ideales Spazierwetter. Die Schäden der vielen Regenfälle machen sich auch hier wieder deutlich. Die Holzstege, welche zum Strand runterführen, sind teilweise kaputt. Doch überall sind die Aufräumarbeiten schon im Gange und über die Dünen gelangen wir gemütlich an den Strand. Der Wind pustet uns die frische Meeresluft in die Nase. Ein wunderbarer Geruch. Wir beobachten Möwen, wie sie ihr Futter fangen. Auf unserem Spaziergang sammeln wir Muscheln. Die sind vereinzelt über den ganzen Strand verteilt und schillern in wunderschönen Farben. Ein schönes Erinnerungsstück für Zuhause.

Der scheinbar endlos lange Strand von Torremolinos

Der scheinbar endlos lange Strand von Torremolinos

Am Mittag fahren wir von der Costa de la Luz an die Costa del Sol. Mein nächster Stopp ist Torremolinos, nahe Malaga. Die Fahrt führt vorbei an Tarifa, Algeciras, Gibraltar mit seinem berühmten Affenfelsen und dem Luxusurlaubsort Marbella. In Torremolinos angekommen,  verlasse ich die Gruppe für eine individuelle Heimreise am nächsten Tag. Der Abschied fällt schwer, denn auf dieser Reise habe ich nette Bekanntschaften schließen können. Am späten Nachmittag beziehe ich mein Hotel RIU Belplaya und begebe mich sofort auf Erkundungstour. Das Hotel befindet sich am Rande von Torremolinos und ist daher in einem nicht so überlaufenen Teil gelegen. Der gepflegte Strand ist über eine kleine Straße zu erreichen. Nach einem kurzen Strandspaziergang gehe ich zum Abendessen. Die Auswahl ist auch in diesem Hotel wieder sehr gut und vielfältig. Von meinem Zimmer aus genieße ich den Sonnenuntergang und lasse die Eindrücke der vergangenen Tage auf mich wirken. Eine herrliche und aufregende Reise geht dem Ende zu.

6. Tag
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel genieße ich noch einmal die Sonne, welche sich heute von ihrer wolkenfreien Seite zeigt, bei einem Strandspaziergang. Die Gedanken an das zur Zeit sehr kalte Deutschland sind noch in weiter Ferne. Der Strand füllt sich langsam mit Leben. Die Chiringitos und Restaurants machen bei diesem herrlichen Wetter ihren Frühjahrsputz. Die Liegen und Sonnenschirme werden am Strand aufgestellt. Einige Wassersportler versuchen sich im kiten und surfen. Nach dem Spaziergang packe ich meinen Koffer, denn heute ist meine Heimreise. Auf dem Flughafen Malaga fliege ich ab dem neuen Terminal 3 ab. Alles ist sehr übersichtlich und einfach zu finden. Nach einer Stärkung in einer der Imbisse wird mein Flug aufgerufen und mein Heimflug beginnt. Bis bald Andalusien!

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Über den Autor

2 Reaktionen bis “ Andalusienreise Malaga, Sevilla, Cadiz und Jerez ”

  1. hola lothar,
    dein bericht hat nmir gefallen.
    zur zeit bin ich in malaga und würde gerne eine tour von hier aus über gibraltar, cadiz, sevilla und zurück nach malaga machen.

    leider war es mir bisher nicht möglich einen veranstalter für eine solche ausflug-reise zu finden.

    man sagt mir, dass hier lediglich bus- oder bahnreisen zu den einzelnen orten möglich sei, aber keine rundreise mögich sei.

    kanns du mir helfen?

  2. Hallo Dieter,
    weshalb nimmst du dir nicht einfach einen Mietwagen. Damit bist du wesentlich flexibler und kannst die Tour ohne Stress in 2/3 der Zeit planen.
    Wir haben das gemacht und waren in 14 Tagen in (fast) ganz Andalusien.

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