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Mit dem Auto nach Gambia. 1.Etappe: Bochum – Paris – Bordeaux – Spanien

Ende Februar sind 19 Fahrer mit 8 Autos in Hattingen/Bochum mit einem Hilfskonvoi nach Gambia aufgebrochen. Ziel nach 11 Tagen und 7.000 Kilometern: das Dorf Jahaly in Gambia – 270 Kilometer von der Hauptstadt Banjul entfernt. Die Fahrt unterstützt drei Projekte der „Projekthilfe Dritte Welt e.V.“ in Hattingen: eine Buschklinik, eine Vorschule mit Kindergarten und Gartenbauprojekte.

Erst war es nur eine spontane Schnapsidee – aber mit jedem Tag ernsthafter haben wir eine Video-Tagebuch über die Reise von Bochum nach Gambia gedreht:  nachts bei der Fahrt im Auto das Filmmaterial gesichtet, beim nächsten Aufenthalt einen Bericht geschnitten und vertont und dann aus Internet-Cafes am Wegesrand per e-mail nach Deutschland geschickt. 9 Filme über 9 Reisetage sind so zusammengekommen. Hier ist der erste Film über unseren Start in Bochum und die erste Etappe über Frankreich nach Spanien – die Filme 2 bis 9 finden sich auch bei YouTube. Die weiteren Berichte folgen in Kürze. Ulfert Engelkes

Gambia-Tour 2009 – Tourtagebuch von Thorsten Meilahn und Ulfert Engelkes

Tag 1:    Von Hattingen/Bochum nach Bordeaux

Freitag, 27.02.2009

Sieben der 19 Tourmitglieder starten in Norddeutschland (Rodenkirchen, Oldenburg und Edewecht) um 10 Uhr Uhr vom Rathaus in Edewecht. Verabschiedung durch Bürgermeisterin und Freunde. Die Presse ist auch da. Wir fühlen uns wie Models, als wir immer wieder fotografiert werden. Aber Spaß gemacht hat es auch!

Verabschiedung und Abfahrt Richtung Hattingen nicht ganz ohne Tränen um 10.20 Uhr. Mit einer Stunde Verspätung erreichen wir um 14 Uhr in Hattingen die anderen 12 Mitfahrer. Das gesamte Gepäck wird auf die neun Autos verteilt und ordentlich verpackt.

Hilfskonvoi 2009 von Deutschland nach Gambia: Start vor dem Rathaus in Hattingen. Foto: Dirk Doelle

Die Tour wird auch hier offiziell im Rathaus verabschiedet – und es geht los Richtung Belgien. Nein, nicht ganz: zuvor noch kurzer Zwischenstopp bei Ricardo in der Werkstatt, da ein Auto Öl verliert und repariert werden muss.

Zeit genug, um die Wasserkocher zu testen, 15 Thermoskannen mit heißem Wasser zu füllen und als Kaffeewasser auf die Fahrzeuge zu verteilen – ein ernster Belastungstest für Ricardos Kaffee-Vollautomaten: 45 Minuten ununterbrochen schwarzen Wachmacher produzieren. Tour-Leiter Matthias Ketteler nutzt die Zeit, um uns Mitfahrer davon zu überzeugen, einen Teil des Gepäcks auf die Fahrzeugdächer zu laden. Er benötigt nicht sehr viel Überredungskünste, er ist ja auch der Chef vom Ganzen. Gegen 17 Uhr geht es dann endlich wirklich los.

Blinklichter an den Autos – vorne weiß, hinten rot – erweisen sich jetzt im Dunkeln zumindest hinten als sehr sinnvolles Erkennungszeichen.

Es geht voran, abends um halb 9 Uhr erreichen wir Frankreich..

Die Stimmung ist gut, wenn auch noch etwas verhalten. Die ersten Fahrer-Wechsel haben stattgefunden und nach einer halben Stunde Pause geht es weiter.Während wir in Deutschland noch Radio gehört haben, wird die Senderauswahl ab Belgien zunehmend schwieriger. Es folgt der große Auftritt der Technik: ein Wechselrichter, ein Laptop und ein unerschöpfliches Kabel-Sammelsurium machen den Anschluss an das Autoradio möglich, wodurch wiederum ein fast unerschöpfliches Musikprogramm zugänglich gemacht werden kann. Rock und Pop-Oldies vom Allerfeinsten.

Dirk Doelle

Hilfskonvoi 2009 Deutschland – Gambia: Verabschiedung in Hattingen. Foto: Dirk Doelle

Kurz nach 9: erster Tankstopp. Vier Säulen werden blockiert und ein Auto nach dem anderen vollgetankt. Zigarettenpause! Es ist kalt in Frankreich, aber wenigstens der Regen, der uns seit Tour-Beginn begleitet hat, legt eine Pause ein – hoffentlich eine längere.

Hilfskonvoi 2009 von Deutschland nach Gambia: Mautstation nahe Paris / Frankreich. Foto: Dirk Doelle

22.30 Uhr: die erste Autobahn-Mautstelle.

Die digitale Zeitanzeige zeigt 23:02 und wir erreichen Paris. Die Stadt der Liebe lassen wir neben der Autobahn liegen und weiter geht es Richtung Spanien. Aus den Lautsprechern klingt Peter Framptons „Baby, I love your way“. Mal sehen, wohin uns der Weg von Chef Matthias führt.

Die Nacht wird lang. Friedhelm hat in zeitraubender Arbeit alte Polizei-Funkgeräte aufgemöbelt, alle Fahrzeuge damit ausgestattet und diverse Einweisungen vorgenommen. Mittlerweile hat er bereits drei vermeintlich defekte Geräte ausgetauscht. Obwohl er nur ein einziges Tauschgerät zur Verfügung hat, führt jeder Tausch zum Erfolg und alle haben ihren Spass mit der Funkdisziplinlosigkeit. Auch wenn das alles wenig Sinn ergibt, so hält es doch wach.

Samstag, 28.02.2009

Plötzlich wird es hell, schon wieder eine Mautstation. In Süd-Frankreich darf der Konvoi von Bochum Richtung Gambia die Autobahnen umsonst benutzen – für unseren guten Zweck. Wir haben tatsächlich reihum ein wenig geschlummert. Ein Blick auf die Uhr verrät: es ist bereits Samstag, 28.02.2009, 01.17 Uhr. Wir sind etwa 350 Kilometer vor Bordeaux und außer den Lichtern der Kassierer-Häuschen und der wenigen Autos um uns herum sehen wir nur die dunkle französische Nacht.

Aus heiterem Himmel ist es dann soweit, wir haben die erste Panne:

Panne in Frankreich Foto Dirk Doelle

Hilfskonvoi 2009 von Deutschland nach Gambia: Panne in Frankreich. Foto Dirk Doelle

am Ambulanz-Fahrzeug, einem VW-Bus T4,funktioniert die Kupplung nicht mehr und das Schalten ist unmöglich. Glück im Unglück: das Missgeschick passiert direkt an einer Mautstelle kurz vor der spanischen Grenze um 7.45 Uhr. Das Gesicht der Kassiererin beim Durchschieben des Krankenwagens hat uns schon amüsiert. Nach ersten Reparatur-Versuchen am Rand der Autobahn folgt dasAbschleppen bis zur 2 Kilometer entfernten Tankstelle, wo unsere Auto-Experten Hydraulikflüssigkeit nachfüllen und das System entlüften: mit dem Schlauch eines Beatmungsgerätes. Nun könnte es funktionieren. Wir sind gespannt. Um 8 Uhr geht die Fahrt weiter.

— Fortsetzung folgt … —

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Über den Autor

Ich arbeite als selbstständiger TV-Produzent, -Journalist und -Trainer. Als Produzent/Autor im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und für den RTL Spendenmarathon genieße ich das Privileg, viel zu reisen und dabei soziale Projekte und ihre engagierten Macher an oft entlegenen Orten der Welt kennenzulernen. 1986-2007 war ich als Reporter/Redakteur/Redaktionsleiter (Berlin, Frankfurt, Köln) für die RTL Nachrichten im Einsatz.

2 Reaktionen bis “ Mit dem Auto nach Gambia. 1.Etappe: Bochum – Paris – Bordeaux – Spanien ”

  1. Hallo, Ulf:
    will demnächst auch mal hinfahren, also finde ich bei Dir wertvolle Erfahrungen, oder?
    Die erste: es sind wohl anscheinend
    NICHT
    6000 km!

    Dafür schomma danke schön!

    sagt Nikolaus.

  2. Hallo Nikolaus,
    da wir einen kleinen Umweg über das Dorf Jahaly gemacht haben, sind es normalerweise auch keine 7.000 Kilometer an der Küste entlang bis Banjul. Viele Grüße, Ulfert

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