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Reiseerlebnis Cusco, die ehemalige Hauptstadt der Inkas

Freitag

Cusco

Heute gönnen wir uns einen besonderen Luxus, wir schlafen uns aus in dem Wissen, dass für diesen Vormittag keine festen Pläne bestehen. Für den Nachmittag steht eine Citytour auf dem Programm, aber der Vormittag ist frei. Mit Conchita haben wir uns um 14ºº h an der Kathedrale verabredet, so können wir erst ein wenig durch die Stadt schlendern und brauchen nicht noch mal ins Hotel zurück.

Cusco Innenstadt

Cusco, die ehemalige Hauptstadt der Inkas

Den Weg zur „Plaza de Armas“ kennen wir schon, dort waren wir am Abend unserer Ankunft aus Puno. Allerdings sind wir an diesem Abend direkt in ein Restaurant gegangen, ohne uns näher umzuschauen. Die Plaza de Armas ist großzügig angelegt mit vielen Blumen, Grünflächen und einem Springbrunnen. Dieser Platz existierte schon zur Zeit der Inkas als Cusco die  Hauptstadt des Reiches war. Zu dieser Zeit hieß der Platz „Platz der Krieger“ und bildetet das Zentrum der Stadt. Daran scheint sich nichts geändert zu haben, es wimmelt von Schuhputzern, Losverkäufer, Souvenirverkäufer, Touristen und Verkäufer von Ansichtskarten. Auf der Autostraße parken Touristenbusse, zwischendurch fahren sie eine Runde um den Platz, um dann wieder vor der Kathedrale auf  weitere Fahrgäste zu warten. Nachdem wir eine Weile das Flair des Platzes auf uns wirken ließen, bummeln wir durch die Seitengassen. Hier gibt es die unterschiedlichsten Geschäfte, Internet Cafés und Wechselstuben. Langsam spazieren wir hoch bis zur Plaza San Francisco, ich kaufe mir trotzt Salmonellenwarnung von Freunden in Spanien ein Eis bei einem mobilen Eisverkäufer und lasse es mir schmecken. In einer schmalen Gasse entdecken wir ein Geschäft mit Alpaca- Pullovern und sehen einen Pulli der aussieht wie für meinen Bruder gestrickt. Leider ist er ein wenig groß, aber nach Durchsicht des Bestandes werden wir fündig und erstehen einen Babyalpaca- Pulli den wir Peter mitbringen möchten.

Nostalgiebahn

Nostalgiebahn in Cusco

Wir sind nicht mehr weit von der Plaza de Armas entfernt, als wir eine hölzerne Bahn sehen. Keine richtige Bahn, sondern auf Rädern wie ein Bus. Wir fragen einen Passanten und erfahren, dass es sich hier um die „Nostalgiebahn“ handelt. Sie fährt ab an der Plaza de Armas, durch die Innenstadt und bis hinauf zu der Christusstatur oberhalb von Cusco. Das hört sich gut an und wir brauchen nicht zu laufen sondern werden von einer Bahn gefahren. An der Plaza de Armas versuchen wir zu erfahren wann und wo die Bahn abfährt. Fahrplan gibt es keinen, sie fährt einmal die Stunde aber die genaue Zeit weiß keiner. Und wo ist die Haltestelle?  Ungefähr hier, wo immer Platz zum Halten ist. Also gut, dann warten wir und unterhalten uns in dieser Zeit über das Marketing der Bahnbetreiber.
Als die Bahn kommt steigt mit uns noch eine Familie ein, sie kommen aus Arequipa und sind für einige Tage hier in den Ferien um den Machu Picchu und Cusco kennenzulernen. Der Ausflug beginnt mit einer Rundfahrt durch die Altstadt, danach geht es über die Avenida del Sol an unserem Hotel vorbei zum Bahnhof Huanchac. Von dort fahren wir durch ein Wohngebiet, immer bergan bis wir die Stadt von oben überblicken können. Rund um Cusco geht es bis wir unser Ziel,die Christusstatur, erreichen.

Christusstatur

Christusstatur in Peru

Hier haben wir einen Aufenthalt von zwanzig Minuten in denen wir fotografieren oder auch einigen indigenen Frauen handgearbeitet Armreifen abkaufen können. Danach geht es auf der anderen Seite von Cusco wieder hinab bis zur Kathedrale, die Rundfahrt hat etwa eine Stunde gedauert und war erhol- und unterhaltsam.
Wir haben noch eine Stunde bis zu unserem Treffen mit Conchita, am besten nutzen wir die Zeit um einen Tee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Auf der Plaza de Armas ist das Angebot groß, wir entscheiden uns für eine Cafeteria und bekommen dort einen kleinen Imbiss sowie meinen Lieblingstee mit Zimt und Nelken.
Nun ist es Zeit für unser Treffen mit Conchita und wir kommen gemeinsam mit ihr an der Kathedrale an. Sie geht schnell unsere Eintrittskarten besorgen und erkundigt sich, ob ich auch daran gedacht habe das Boleto Turistico General, ein Pauschalticket was zu dem Besuch verschiedener Museen und Ausgrabungsstätten berechtigt, mitzubringen. Ich habe es und beruhigt übergibt sie uns nun dem Reiseleiter, der an diesem Tag die Gruppe von zehn Personen führt. Es ist ein bekanntes Gesicht- der gleiche Reiseleiter, der uns vor drei Tagen in das heilige Tal der Inkas begleitet hat.
Als erstes auf dieser Besichtigungstour sehen wir uns den Convento de Santo Domingo an. Er steht auf den verbliebenen Mauern des Inka Tempels Coricancha, der dem Sonnengott Inti geweiht war. Bei dem Erdbeben 1950 stürzte das von den Spaniern errichtete Gotteshaus ein und die Grundmauern des Inka Tempels wurden sichtbar. Damals entschied man sich das Inkaheiligtum auszugraben und die Überreste zu schützen. Coricancha  stammt aus der Sprache Quechua und bedeutet „Goldener Hof“ wovon heute leider nicht mehr viel zu sehen ist, denn die spanischen Eroberer haben den Goldschmuck dieses Gebäudes eingeschmolzen.

Plaza de Armas mit der Kathedrale

Plaza de Armas mit der Kathedrale

Übrig sind die nackten perfekt konstruierten Mauern, die bisher allen Erdbeben standgehalten haben.
Im Anschluss geht es in die Kathedrale deren Bau 100 Jahre gedauert hat und wofür zum Teil  Felsblöcke der Inkapaläste verwendet wurden. Die Kathedrale ist enorm groß und obwohl mehrere Gruppen zur Besichtigung hier sind ist reichlich Platz und Abstand.
Beeindruckend ist das handgeschnitzte Chorgestühl mit 40 Heiligenfiguren in Lebensgröße.
Die Handstützen an den Sitzen sind nackte Oberkörper von indigenen Frauen, da hat sich anscheinend die Pachamama in die katholische Kirche eingeschlichen. Über dem Hochaltar ist auf einem Gemälde das Erdbeben von 1650 dargestellt, es zeigt eine Prozession und die Plaza de Armas, sie hat sich im Laufe der vielen Jahre nicht sehr stark verändert. Leider ist die Zeit begrenzt, denn wir haben bei der Citytour noch mehrere Ziele. Aber wir sind ja morgen noch in Cusco, so können wir die Kathedrale vielleicht ein zweites mal besichtigen.
Unser nächstes Ziel liegt außerhalb und die Anfahrt kommt mir bekannt vor. Unser Bus nimmt die gleiche Route wie die Nostalgiebahn, an der Christusstatur fahren wir jedoch vorbei und kommen so zu der ehemaligen Inkafestung Sacsayhuamán.

Steinmauern in Sacayhuaman

Steinmauern in Sacsayhuamán

Zu Fuß gehen wir die langen und massiven Mauern entlang, immer darauf bedacht auf gleicher Höhe zu bleiben und alle Steigungen und Treppen zu meiden. Die Felsblöcke sind immens gross, kaum vorstellbar wie sie hierhergebracht und bearbeitet wurden. Doch genau wie bei anderen Bauten der Inka passt ein Stein perfekt in den anderen und die Konstruktionen überdauerten so die Jahrhunderte.

Am anderen Ende der Festungsanlage steht der Bus um uns zu unserem nächsten Besichtigungspunkt zu fahren. Bei Quenco handelt es sich um ein Heiligtum der Inkas, es sollen an dieser Kultstätte Opferrituale stattgefunden haben. Wir gehen durch das Gemäuer durch und die Decke ist teilweise so niedrig, dass wir die Köpfe einziehen müssen. In dem tunnelartigen Gewölbe sind Sitznischen in denen bei Ahnenritualen vermutlich Mumien saßen. Ich bin froh als wir auf der anderen Seite wieder ans Tageslicht kommen, es ist schon ein wenig unheimlich im Inneren der Ruine.
Wir fahren ein Stück auf der Straße weiter und kommen nach Puca Pucará, eine Festungsanlage in Höhe von 3650m, von der man annimmt sie könnte evt. eine Kontrollfunktion  am Eingang zu Cusco gehabt haben.
Unser letztes Ziel ist Tambo Machay, die heiligen Quellen der Inkas. Um diese Quelle zu erreichen müssen wir ein weiteres mal bergan gehen. „Es sind ungefähr 300 m“ sagt unser Reiseleiter, „und nicht steil, es geht nur ganz sanft aufwärts“. Wer von den Quellen trinkt soll andauernde Schönheit und Jugend erhalten, heißt es in meinem Reiseführer, also gehen wir natürlich mit. Die Strecke zieht sich, ob das wirklich nur 300 m sind?

Weberin

Weberin

Der Weg ist gesäumt von Alpaca –Pullovern und handgewebten Wolldecken und die wartenden Händler hoffen auf Kundschaft. Oben angekommen sind die Quellen durch ein Absperrband geschützt, also wieder nichts mit der ewigen Jugend. Vielleicht jedoch ganz gut so, denn wenn ich mich recht erinnere stand da auch etwas von „nie versiegender Fruchtbarkeit“ geschrieben. Vielleicht deshalb das Absperrband?
Der Rückweg zum Bus geht schneller, vielleicht sind es doch nur 300 m? Oder liegt es an den sinkenden Temperaturen nachdem die Sonne untergeht? Unser Reiseleiter bietet noch an mit uns eine Fabrik zu besuchen in der Alpaca –Pullover in hoher Qualität hergestellt werden. Dort wird man uns die Qualitätsunterschiede zeigen und erklären. Das vermindert das Risiko, während unseres Urlaubs auf einem Markt etwas Minderwertiges zu kaufen. Wir halten also an dieser Fabrik, wo uns eine Dame auf die verschiedensten Qualitätsmerkmale hinweist. Zeigen ist etwas schwierig, denn schlechte Qualität wird hier natürlich nicht geführt.
Im Hotel angekommen haben wir ungefähr eine Stunde Zeit uns aufzuwärmen und umzuziehen, denn wir sind ein zweites Mal heute mit Conchita verabredet. Sie bringt uns zu dem Restaurant „San Antonio“, in dem heute Abend neben dem Essen auch peruanische Musik und Tanz vorgeführt wird. Wir werfen uns also ein wenig „in Schale“, schmücken uns mit dem neuen Silberschmuck aus Pisac und sind pünktlich an der Rezeption.
Das Restaurant ist in der Altstadt, ein großer Raum der mit viel Holz ausgestattet ist und daher warm und anheimelnd wirkt. Conchita hilft uns bei der Tischwahl ehe sie sich von uns verabschiedet um ihren sicherlich verdienten Feierabend zu beginnen.

peruanische Tänze

peruanische Tänze

Wir dagegen starten wieder mit einem Pisco Sour- ich werde ihn in Spanien vermissen, das weiß ich jetzt schon. Das Abendessen, ein Buffet, ist ausgezeichnet und es gibt hier eine große Auswahl an peruanischen Spezialitäten wie z.B.Alpacafilet. Auch Kuy  wird angeboten, aber das haben wir ja inzwischen schon versucht. Die Show mit Tanz und Gesang ist unterhaltsam und abwechslungsreich und so vergeht der Abend rasch. Edith kauft sich zum Abschluss des Abends noch eine CD der Musikgruppe als Erinnerung.  Zu Hause stellt sie dann allerdings leider fest, dass auf der CD eine ganz andere Musik ist und auch nur in einer Kurzversion.

Als das Programm gegen Mitternacht zu Ende geht, bitten wir den Ober uns ein Taxi zu rufen um in unser Hotel zurück zu kehren. Ob wir nicht noch bleiben möchten, denn jetzt fängt der zweite Teil des Abends an. Die Touristen sind gegangen, nun kommen  „Cusqueños“ und feiern ihr Wochenende mit Musik und Tanz. Wir können gerne bleiben, er wird uns sicher gefallen, beteuert der Ober noch mal. Das glauben wir auch, jedoch sind wir inzwischen so groggy und müde von den Anstrengungen der letzten Tage, dass wir befürchten am Tisch einzuschlafen. Wir müssen leider, leider passen! Schade!
Es war jedoch vermutlich die richtige Entscheidung, denn sobald ich in meinem Bett liege fallen mir die Augen zu und ich bin eingeschlafen. Fest und traumlos!

Peru, eine Rundreise von der Küste in die Anden und den Regenwald Perus

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Über den Autor

Elke Hoppe

Vor ca. 20 Jahren bin ich von Deutschland nach Spanien ausgewandert, um auf der Sonnenseite Europas leben zu können. Doch auch von hier aus habe ich das Bedürfnis mehr von der Welt kennen zu lernen. Da es mir zeitlich und beruflich möglich ist, mache ich seit 2005 einmal im Jahr eine „große Reise“. Begleitet werde ich dabei von Edith, meiner Mutter, die vor 18 Jahre ebenfalls aus dem deutschen Regen in die spanische Sonne geflüchtet ist. Bisher hat uns unsere Reiselust nach Asien, Kenia und Peru geführt. Für das Jahr 2009 hatten wir uns für Indien entschieden und dort neben Rajasthan inzwischen auch andere Regionen besucht. Auf den Rundreisen in Indien waren wir in Begleitung von unserem Fahrer Prakash Acharya. Er ist ein zuverlässiger und informativer Reisebegleiter, den ich sehr empfehlen kann. Prakash hat sich vor einigen Jahren selbständig gemacht und falls jemand mit ihm eine Rundreise machen möchte bin gerne bereit den Kontakt herzustellen.

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