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Rundreise durch Peru von Lima über Arequipa, Puno Juliaca und Cuzco wieder nach Lima mit Ausflug zum Machu Picchu

Arequipa

Arequipa

Wir waren nur eine kurze Nacht in Lima, dann mussten wir schon wieder an den Flughafen für unseren Inlandsflug nach Arequipa. Die Entfernungen sind hier wirklich immens, und so machte es uns nichts aus, dass wir nach dem langen Flug von Deutschland gleich wieder fliegen mussten. Aber dieser Flug war richtig kurzweilig, und so waren wir endlich am Anfang unserer Reise durch Peru, die wir gebucht haben. Arequipa ist die „weiße Stadt“. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf die Architektur, wie man vermuten könnte, sondern auch auf die Tatsache, dass Arequipa die Stadt der Spanier war.  Viele Gebäude sind aus dem weißen Siliar-Stein gebaut, z.B. die Kathedrale und das Kloster Santa Catalin. Das ist allerdings kaum noch weiß, denn seine Wände wurden in fröhlichen Farben getüncht, und so leuchtet es z.B. in dunklem rot und meerblau. Hier hat des uns sehr gut gefallen. Es ist wie eine Stadt innerhalb der Stadt. Es gibt Straßennamen, eine eigene Wasserversorgung und eine Kirche.

Arequipa Kloster

Arequipa Kloster

Es ist ein Frauenkloster, das ursprünglich 150 Nonnen und – man merke auf – 400 Dienstmädchen beherbergte. Ende des 20. Jahrhunderts lebten hier aber nur noch 17 Frauen, und so wurde das Kloster der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Kathedrale trifft man nicht nur auf Touristen, sondern vor allem auf Gläubige, von denen es hier noch viele gibt. Sie knien vor den Altären und beten Wir bewundern die aus Belgien importierte Orgel und die geschnitzte Kanzel, eine Spende von einer Aristokratin. Rund um den Hauptplatz gibt es erstaunlich viele Kaffees und Restaurants. Da wir mit unserer Stadtspaziergang fertig sind, entscheiden wir uns, uns ein wenig zu setzen und etwas zu trinken. Ich trinke Mate, aber ich bin nicht begeistert.
Der weiche Vulkanstein Siliar ist übrigens an vielen Stellen mit feinen Steinmetzarbeiten versehen. Die „Mestizenstil“ genannten Arbeiten sind eine Mischung aus europäischen Motiven mit Inka-Motiven und sehen sehr schön aus. Arequipa wird vom Vulkan Misti und mehreren anderen Vulkanen überragt. Die liefern den Siliar. Angeblich war der Misti bis vor einigen Jahren noch von einer Schneekuppe bedeckt, doch heute, nach Klimaerwärmung und anderen Klimaänderungen, gibt es sie nicht mehr.
Unser nächstes Ziel erreichen wir wieder nur mit dem Flugzeug. Von Juliaca fahren wir mit dem Bus nach Puno. Auf dem Weg halten wir in Sillustani, wo man Grabtürme aus dem 13. und 14. Jahrhundert sehen kann. Naja. Die Fußgängerzone von Puno gefällt mir viel besser, sie ist lebendig und wir haben Glück, das Wetter ist schön. Zu Fuß laufen wir zur Kathedrale, es ist alles klein, aber sehr schön, die flachen Hügel, die die Stadt umrahmen, die kleine Kathedrale, die exakt geschnittenen Buxbäume rundherum. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Schilfinsel im Titicacasee

Schilfinsel im Titicacasee

Die Nacht verbringen wir in Puno in einem schlichten, aber sauberen Hotel. Am nächsten Morgen geht es hinauf auf den Titicacasee. Wir besuchen die Uros-Indianer, die auf schwimmenden Schilfinseln leben. Das Leben auf den Inseln ist hart, das ständige Schaukeln unangenehm, sie sind ständig auf der Suche nach sauberem Wasser, aber das Schlimmste ist die Kälte, denn die ist extrem hier in Peru, vor allem nachts. Einer Legende nach sollen die alten Vollblut-Uros dickes schwarzes Blut gehabt haben, das sie vor der Kälte des Sees schützte. Doch die letzte Vollblut-Urofrau starb 1959, die übrigen haben schon längst ihr Blut mit dem der Ayamara-, Quechua- und Inka-Indianer vermischt. Wer glaubt, hier ein Stück altes, ruhiges Stück Perus zu finden. Wird enttäuscht. Längst sind die Uros eine Touristenattraktion geworden, doch die sollte man sich nicht entgehen lassen, denn ihre Art zu leben ist einfach einmalig und man sollte es gesehen haben. Die Insel Taquile ist berühmt für seine Webereien und Strickereien. Die Textilprodukte sollen zu den hochwertigsten in ganz Peru gehören und so kaufe auch ich. Die UNESCO hat diese Kunstfertigkeit in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen – ich wusste nicht einmal, dass es eine solche gibt.

Kirche in Cuzco

Kirche in Cuzco

Am nächsten Tag fuhren wir von Puno nach Cuzco. Darauf habe ich mich besonders gefreut. Wir stiegen in den Zug, was ich für eine schöne Abwechslung hielt. Auf der Fahrt über das Altiplano konnte man schöne weite Grasflächen sehen. Und viele viele Lamas. Mittagessen gab es an Bord, und am späten Abend erreichten wir Cuzco. Unser erster Ausflug geht nach Chinchero. Hier gibt es nichts als einen schönen Markt, auf dem man um die hier hergestellten Textilwaren feilschen kann. Wir sind über den Markt geschlendert, und haben uns danach auf den Inkaterrassen die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Weiter ging’s nach Ollantaytambo. Die Festung hier besteht aus bis zu acht Meter hohen und 124 Tonnen schweren Blöcken, die aus acht Kilometer Entfernung herangeschafft wurden. Wie auch immer man das geschafft hat, noch heute passen die Steine immer noch millimetergenau aufeinander. Großartig! Dann wieder Cuzco selbst. Die ehemalige Inkahauptstadt ist eine Mischung aus europäischen und Inka-Baustilen. Wir besichtigten die Kathedrale und den ehemaligen Sonnentempel der Inkas. Auch hier begegnet uns wieder das mörtelfreie Steinmauerwerk der Inka. Wir fahren nach Sacsayhuaman, Kenko, Puca Pucara und Tambomachay. Hier gibt es alte Inkaruinen zu besichtigen, manche von ihnen, wie Sacsayhuaman, wirklich sehenswert.

Machu Picchu

Machu Picchu

Am nächsten Tag geht es dann zum absoluten Höhepunkt der Reise: Machu Picchu. Es ist gigantisch. Angeblich bewegt sich die Ruinenstadt langsam dem Abgrund zu, aber das werden wir wohl nicht erleben. Gott sei Dank. Einen empfindlichen Magen sollte man nicht haben, wenn man hinauffährt zu den Ruinen, denn die Busstrecke windet sich in stärkstem Zickzack hinauf. Anstrengend, aber was soll’s. Ich bin den extrem steilen Weg hoch zur „Casa del Guardian“ hinaufgelaufen – eher gegangen, oder besser gekrochen. Von hier aus hat man den klassischen Blick auf die Ruinen, das Bild, das alle kennen. Da man heute immer noch nicht weiß, wofür Machu Picchu wirklich gebaut worden ist, hat man sich auf einen äußerlichen Blick beschränkt. Die Stadt ist geteilt in einen landwirtschaftlichen Teil und einen städtischen Teile. Es gab ca. 1000 Einwohner und vielen religiösen Kultstätten. Im landwirtschaftlichen Teil wurden auf Terrassen unterschiedliche Pflanzen angebaut. Im städtischen Teil stehen die Tempel und ein großer Kultplatz. Die Lage von Machu Picchu ist unglaublich, die Sonne über der Kultstätte aufgehen zu sehen ist eine einmalige Ansicht. Ich bin beeindruckt und setze mich und beobachte die Naturschönheit. Obwohl man die Bilder kennt, ist es etwas ganz Anderes, es mit eigenen Augen zu sehen.

Markt

Markt

Den vorletzten Tag bin ich in Cuzco geblieben, habe es mir gut gehen lassen, bei einem kühlen Getränk Menschen beobachtet und Postkarten geschrieben. Es tat gut, nach dieser langen Reise, bei der man immer von Menschen umgeben war, auch einmal allein zu sein. Ich habe den Tag sehr genossen, dann ging es schon wieder zurück nach Lima, wo wir noch eine Stadtrundfahrt gemacht haben, dann folgte die Fahrt zum Flughafen. Die elftägige Reise ging viel zu schnell vorüber, ich finde es schade, dass ich nicht mehr Zeit hatte für meine Reise. Aber immerhin waren die wichtigsten Stationen des Landes in der Reise von Kiwi Tours enthalten, und wenn man nur wenig Zeit hat und trotzdem weit weg will, sollte man diese Reise buchen. Kann ich nur empfehlen.

Matthias Kirsch

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