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Welt-Reisebericht aus Asien: Leben mit Fischern vor der Küste von Sabah / Malaysisch Borneo!

Die Idee gärte bereits fast eine Dekade, der Reiz des Unbekannten, die Neugier auf fremde Kulturen, den Körper und Geist auf eine Probe zu stellen waren nur einige Merkmale von vielen. Ständiger Geldmangel, Beziehungen und das letzte Quäntchen an Mut bedeuteten eine lange Wartezeit. Schließlich kollabierten alle Verpflichtungen in meiner Heimatstadt Wien, ich verschenkte/verborgte all meine Habseligkeiten, ging zum Wiener Westbahnhof und löste ein Zugticket nach Istanbul. Dies war im Oktober 2007 und seit diesem Zeitpunkt verfolgte ich eine Idee: stets gen Osten zu reisen!

Ein Grundsatz begleitete mich seit Anbeginn der Reise: wo das Fliegen nicht notwendig war, blieb ich am Boden! Meine Route führte mich durch die Türkei von West nach Ost in den Iran, wo ich auch sogleich auf Gegebenheiten stieß, die ich nicht beeinflussen konnte. Aus politischen Gründen war die Durchreise durch Pakistan nicht möglich, mein Plan A, die STAN-Länder (Turkmenistan, Usbekistan usw.) zu durchqueren, scheiterten an den wahnwitzigen Visumsvorschriften. Die Alternative Afghanistan war zu heiß aufgrund der ständigen Bombenattacken, somit wählte ich den Überflug nach Indien.

Indien als Rucksacktourist, das heißt mitten ins Leben der Menschen von der Straße und von denen gibt es bekanntlich viele. Nach einem Monat war meine Aufnahmefähigkeit aufgebraucht und ich suchte geistige und körperliche Entspannung in Nepal, verbrachte alleine gute zwei Wochen im Himalaya, nur mein Rucksack, meine Beine und ich. Die Batterien waren wieder aufgeladen, ich war bereit für ein weiteres, persönliches Kapitel Indien und ich merkte augenblicklich, dass dieses Land plötzlich ganz anders auf mich wirkte, viel beschaulicher und facettenreicher.

Nach weiteren zwei Monaten in dem Land, das an Komplexität nicht zu übertreffen ist, folgte die Unbekannte Bangladesch. Auch hier war ich beeindruckt von der Warmherzigkeit und Güte der bitterarmen Bevölkerung, deren östlicher Nachbar, Burma, noch ein Schäuflein nachlegte. Eine Bevölkerung, die Ihresgleichen sucht im Sinne von Gastfreundschaft und Herzlichkeit, doch leider unter einem totalitären Regime seit gut 50 Jahren ausblutet.

Ab diesem Fleckchen der Erde befand ich mich auf südostasiatischem Territorium, auf dem ich noch immer weile. Die Länderliste umfasst Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Singapur, Malaysia, Brunei, Philippinen und nicht zuletzt Indonesien, in dem ich mich bis dato 4 Monate befinde. Da mich die Route weiter überland nach Australien führt, steht auf der Agenda das wilde Papua Neu Guinea.

Aber hier muss ich noch einhaken; mit einem Kultur/Sozial Visum für Indonesien ausgestattet, wähnte ich mich auf der sicheren Seite, mein Visum erneut im Lande verlängern zu lassen, machte die Rechnung jedoch leider ohne den Wirt, oder die Beamten der Immigrationsbehörde in Sulawesi/Indonesien. Diese hielten mich zwei Wochen hin, mir den Glauben gebend, dass es sich hierbei nur um eine Formalität handeln sollte, nur um mich, zwei Tage vor Ablauf des aktuellen Visums, zu informieren, dass es besser für mich wäre, das Land zu verlassen. Dies veranlasste mich, nach zwei ungeschlafenen Nächten, in den sicheren Hafen von Manila zu gelangen, von wo aus ich diese Zeilen schreibe.

Mehr als 1,5 Jahre bewandere ich nun diesen Teil der Erde auf meiner Pilgerreise von Österreich rund um den Globus, mit meinem Rucksack als Wohnungseinrichtung und einem gedacht minimalen Budget, das mir es möglich macht, das Leben aus der Perspektive der einfachen Landbevölkerung zu spüren. Wahnwitzige Erlebnisse ziehen sich wie ein roter Faden durch meine Reise, eine kleine Anekdote möchte ich hier zum Besten geben.

Auf malaysisch Borneo strandete ich auf einem, vom Tourismus, völlig überteuerten Städtchen, das ganz auf Tauchreisende eingerichtet war. Da das Geld zu knapp und die Touristenpfade zu langweilig, endete ich am Hafen mit philippinischen Fischern sitzend, deren Fischerboot ich zu sehen bat. Keine zwei Stunden später war ich mit Sack und Pack ein Teil der Crew und wir stachen auf offene See, um das zu machen, was Fischer eben machen: Fische fangen. Drei Tage war ich mit diesem Südfilipinos auf diesem Fischkutter vor der Küste von Sabah auf Fischfang, schlief auf Fischnetzen und half den hartarbeitenden Männern bei ihrer täglichen Beschäftigung. Für beide Seiten war es eine neue Erfahrung, speziell für mich ein einzigartiges Erlebnis. Eine kleine Genugtuung gab es noch obendrein:

Da Fische nachtaktiv sind, hatten wir bei Tageslicht genug Muse, um zu schlafen beziehungsweise mich Weißgesicht in ihr Wohnzimmer führen zu lassen. So brachten mich die Fischersleute zu ihren geheimen, unbewohnten Inseln, die von Korallenbänken umgeben waren. Hier konnte ich nach Herzenslust schnorcheln und den Pakettouristen zuwinken, die viel Geld für Wenig ausgegeben hatten.

Dies war nur ein Bruchteil, eine Kleinstanekdote von den Dingen, die ich erleben habe dürfen. Sollte diese kleine Geschichte Lust auf Mehr machen, mein Reservoir birgt noch einiges mehr!

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